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Äthiopisch-Deutsches landwirtschaftliches Weiterbildungszentrum

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Äthiopisch-Deutsches landwirtschaftliches Weiterbildungszentrum (ATC)
Auftraggeber: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
Land: Äthiopien
Politischer Träger: Ministry of Agriculture (MoA)
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2013 (geplant bis 2014)

Ausgangssituation

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftssektor Äthiopiens und beschäftigt etwa 85 Prozent der Bevölkerung. Dennoch ist Äthiopien Nettonahrungsmittelimporteur. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Der Zugang zu modernen Technologien und Betriebsmitteln ist sehr eingeschränkt, die Anbaumethoden sind veraltet. Die Durchschnittserträge für die Hauptnahrungsfrüchte liegen weit unter dem potenziell erreichbaren Niveau und natürliche Ressourcen degradieren durch fehlende landwirtschaftliche Praxis und den Einsatz von nicht angepassten Geräten. Es mangelt an praxisnaher und anspruchsvoller formaler Ausbildung von Landwirten – sowohl in der Bedienung von Maschinen als auch auf betriebswirtschaftlichem Gebiet. Größere landwirtschaftliche Betriebe sind zwar zum Teil mechanisiert, allerdings sind die Maschinen meist veraltet und in desolatem Zustand.

Darüber hinaus hat die äthiopische Regierung große Gebiete, vorwiegend im Westen des Landes, für Privatinvestoren ausgewiesen. Hier finden zurzeit massive Investitionen im Bereich landwirtschaftlicher Mechanisierung statt, deren Erfolg allerdings durch den Mangel an qualifizierten Fachkräften gefährdet ist.

Ziel

Moderne und nachhaltige landwirtschaftliche Produktionsmethoden sowie verbesserte betriebswirtschaftliche Ansätze werden in äthiopischen Betrieben vermehrt eingesetzt und führen zu signifikanten Ertragssteigerungen im Getreide- und Kartoffelanbau.

Vorgehensweise

Im Rahmen eines Wirtschaftskooperationsprojektes wird am bestehenden staatlichen Agrarforschungszentrum Kulumsa ein äthiopisch-deutsches landwirtschaftliches Weiterbildungszentrum (ATC) errichtet. Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft stellen dem ATC moderne Landmaschinen zur Verfügung und tragen durch Experten zu einer praxisgerechten Ausbildung bei. Beteiligt sind die Firmen AGCO (Traktoren und Mähdrescher), LEMKEN (Bodenbearbeitungs- und Pflanzenschutzgeräte), GRIMME (Kartoffelanbau- und Erntetechnik), RAUCH (Düngerausbringtechnik), BEINLICH (Beregnungstechnik), EUROPLANT (verbesserte Kartoffelsorten), BAYER (Pflanzenschutz) und PETKUS (Saatgutaufbereitung).

Im ATC werden äthiopische Fachkräfte in modernen, nachhaltigen Produktionsverfahren sowie in der Anwendung und Reparatur von Maschinen geschult. Die Schulungen richten sich an Betriebsleiter und -verwalter, Lohnunternehmer, Maschinenführer und landwirtschaftliche Facharbeiter staatlicher und privater Betriebe sowie Fachlehrer aus technischen Lehreinrichtungen. Das ATC verfolgt einen ganzheitlichen, integrierten Ansatz. Das bedeutet, dass neben Inhalten der mechanisierten Pflanzenproduktion auch ein generelles Systemverständnis zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit sowie zu Pflanzenschutz, Bewässerung und Futteranbau vermittelt wird. Zusätzlich werden betriebswirtschaftliche Themen wie Existenzgründung, Betriebsführung und Vermarktung behandelt.

Erste Kontakte und Verknüpfungen zu wichtigen Beteiligten im öffentlichen und privaten Bereich wurden hergestellt. Auch Trainingsveranstaltungen wurden durchgeführt. Eine Felddemonstrationsfläche wurde in Kulumsa mit vorhandenen Mitteln eingerichtet.

Äthiopien. Training im ATC Kulumsa © GIZ


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