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Martin Hansen, GIZ IS Äthiopien
E-Mail: martin.hansen@giz.de

University Capacity Building Programme (UCBP)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: University Capacity Building Programme (UCBP)
Auftraggeber: Äthiopisches Bildungsministerium
Finanzier: Äthiopisches Bildungsministerium
Land: Äthiopien
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2012

Ausgangssituation

Äthiopien. Deutsch-äthiopische Zusammenarbeit: Fachkräfte auf der UCBP-Universitätsbaustelle Semera. Foto: Anatol Assefa

Die äthiopische Regierung hat GIZ IS als Durchführungsorganisation und Projektleiter für das University Capacity Building Program (UCBP) eingesetzt. Es handelt sich dabei um ein groß angelegtes Bauvorhaben mit komplexen Anforderungen an das Projektmanagement. GIZ IS übernimmt die Rolle eines internen Beauftragten des äthiopischen Bildungsministeriums und organisiert die Planung und den Bau von 13 staatlichen Hochschulen, die im gesamten Land entstehen. Das UCBP wurde von der äthiopischen Regierung geplant und wird nun von ihr geleitet und finanziert.

Ziel

Es wurden dreizehn Universitäten für mehr als 121.000 Studierende gebaut, die auf dem jeweiligen Campus wohnen und studieren. Die äthiopische Baubranche ist modernisiert worden, wodurch ihre Wettbewerbsfähigkeit im In- und Ausland zugenommen hat. Außerdem wurden kostengünstige Bautechniken eingeführt, ohne dabei Kompromisse bei der angestrebten Qualität eingehen zu müssen.

Vorgehensweise

Äthiopien. Einheimische Ausbilder (Skill Upgrader) auf der UCBP-Universitätsbaustelle Adama. Foto: Addis Tigabu

Die besondere Entwicklungsstrategie der GIZ hat sich bei groß angelegten Bauvorhaben bewährt und dabei stets über das eigentliche Bauvorhaben hinausgehende Entwicklungsziele erreicht. Der Kapazitätsaufbau ist nicht der einzige Nutzen, den die Beteiligung der GIZ bringt. Vielmehr fallen die Baukosten und die Gesamtkosten des Vorhabens dank der Einbeziehung der GIZ geringer aus als bei vergleichbaren Projekten, die keine Komponente zum Kapazitätsaufbau umfassen.

Die Gebäude werden fast ausschließlich von äthiopischen Unternehmen gebaut und geplant, so dass sie ihre Fähigkeiten in Bezug auf die Organisation und Durchführung komplexer Bauvorhaben weiterentwickeln können. Dadurch steigt die Produktivität der Bauunternehmen, was wiederum ihre Wettbewerbsfähigkeit sowohl im Inland als auch im Ausland verbessert. Die Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau wurden speziell auf die Bedürfnisse der einzelnen Sektoren zugeschnitten. An der Planung und am Bau der Universitäten sind mehr als zehn Baumanagement-Firmen, mehr als 40 Architekten und Ingenieurbüros, über 90 Baufirmen und mehr als 750 lokal tätige kleine und mittelständische Unternehmen beteiligt.

Dank kostengünstiger Bautechnik können die Gebäude in kurzer Zeit errichtet werden, ohne dass bei der Bauqualität Abstriche gemacht werden müssen. Das Programm strafft die Prozesse gemäß bewährten Grundsätzen des effizienten Bauens. Dies verkürzt die Bauzeiten, verringert den Ausschuss und spart damit letzten Endes Geld. Die kostengünstige Bautechnik wurde als Standard für alle Bauarbeiten festgelegt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Das Programm konzentriert sich auf die Entwicklung der Kapazitäten von Institutionen und fördert die Gründung kleiner und mittelständischer Fachbetriebe. Davon haben die äthiopischen Unternehmen profitiert, denn das Programm zwingt die Generalunternehmer dazu, lokale Partner als Subunternehmer einzusetzen.

  • Da die Arbeiten schrittweise durchgeführt werden, können die Universitäten trotz fortdauernder Bauarbeiten Studenten aufnehmen. Seit Oktober 2010 beherbergen die UCBP-Campus mehr als 90.000 Studenten, die dort wohnen und studieren.
  • Bis 2010 wurden 22 der am UCBP beteiligten Unternehmen nach ISO 9001: 2000 zertifiziert.
  • Die Verzahnung von Baumanagement mit Kapazitätsentwicklung hat zu einer spürbaren Verbesserung der Fähigkeiten und zu neuen Kapazitäten in den verschiedenen Regionen des Landes geführt.
  • Durch die Möglichkeit, die bereits fertig gestellten Gebäude in Betrieb zu nehmen, während die Planung bzw. Umsetzung der folgenden Bauphasen noch läuft, wird der Nutzen des Projekts maximiert. Damit liefert das UCBP viel schneller Ergebnisse als vergleichbare Bauvorhaben.
  • Durch das UCBP-Projekt werden etwa 1,85 Millionen Mannmonate an Beschäftigung geschaffen, vor allem in den Regionen. Auch die regionale Wirtschaft entwickelt sich, denn die spezialisierten Subunternehmer bleiben in den Regionen, in denen sie ausgebildet wurden.
  • Durch Pflastersteinarbeiten wurde Beschäftigung für mehr als 90.000 Arbeiter geschaffen.

Äthiopien. Besprechung im UCBP-Büro. Foto: Michael Tsegaye

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