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Engineering Capacity Building Programme (ECBP)

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Kapazitätsaufbau zur Wirtschaftsentwicklung – Engineering Capacity Building Programme (ECBP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Äthiopien
Politischer Träger: Äthiopisches Ministerium für Kapazitätsaufbau (MoCB)
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2012 (geplant)

Ausgangssituation

Ein Verkäufer beim Abwiegen der Ware. Das ecbp verbindet die Unterstützung der Privatwirtschaft mit der Entwicklung von Qualitätsstandards und Normen. Foto: Michael Tsegaye

Getragen von einer ehrgeizigen Industriepolitik ist Äthiopiens Wirtschaft in den letzten Jahren um zehn Prozent und mehr gewachsen. Die Regierung will die Wirtschaft des Lands modernisieren und in die Weltwirtschaft integrieren. Sie hofft, durch zusätzliche Ausbildungs- und Beschäftigungsangebote die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Gleichwohl wird die Entwicklung der Privatwirtschaft nach wie vor durch das Fehlen von Kapazitäten und funktionstüchtigen Systemen sowie ein ungünstiges wirtschaftliches Umfeld gehemmt.

Um diese Einschränkungen zu beseitigen und das Wirtschaftswachstum des Landes anzukurbeln, wurde im November 2005 das Programm „Kapazitätsaufbau zur Wirtschaftsentwicklung“ (Engineering Capacity Building Programme - ecbp) aufgelegt. Dabei handelt es sich um ein bilaterales deutsch-äthiopisches Programm, das den Kern des Schwerpunkts „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung“ bildet. Das Programm unterstützt die äthiopische Regierung bei der landesweiten Umsetzung von Reformen, die für die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Landes unverzichtbar sind.

Ziel

Die Wettbewerbsfähigkeit privatwirtschaftlicher Unternehmen in Branchen mit hohem Beschäftigungs- und Wertschöpfungspotenzial ist signifikant verbessert.

Vorgehensweise

Modells präsentieren äthiopische Mode. Die Textilindustrie ist ein zentraler Bereich der Privatwirtschaftsentwicklung von ecbp. Foto: Michael Tsegaye

Die äthiopische Regierung konzentriert ihre Kräfte auf sechs wichtige Branchen, die in der Wirtschaft eine Schlüsselrolle spielen und gute Aussichten haben, sich auf dem Weltmarkt behaupten zu können. Hierzu zählen die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, die Textil-, die Metall- und die Lederindustrie, die Bauwirtschaft sowie die Pharma- und Chemieindustrie. Im Rahmen des Programms werden die technischen Ausbildungsgänge sowohl an den Hochschulen als auch im Rahmen der Berufsbildung reformiert. Dadurch soll die Qualifikation der Absolventen und deren Fähigkeit, mit neuen Technologien umzugehen, verbessert werden. Außerdem zielt das Programm darauf ab, die Absolventen besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten. Parallel dazu wird durch eine Verbesserung der Qualitätsinfrastruktur dafür gesorgt, dass äthiopische Produkte – insbesondere für den Export bestimmte Erzeugnisse – internationalen Standards genügen.

Das Programm nutzt die Reformen zur Stärkung der Privatwirtschaft, um so Wachstum und Beschäftigung zu fördern. ecbp ermittelt, welche Wertschöpfungsketten in den verschiedenen Branchen vorhanden sind, und optimiert diese. Dadurch werden die Leistungs- und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen verbessert und die Wertschöpfung gesteigert. ecbp arbeitet mit Unternehmen, Hochschulen sowie technischen und Berufsbildungseinrichtungen zusammen und fördert die Nutzung von Qualitätssystemen. Den Kern dieses Programms zur Wirtschaftsentwicklung bilden Systemreformen und Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau. Die Reformen werden zurzeit an den Hochschulen sowie den technischen Ausbildungs- und berufsbildenden Einrichtungen des Landes sowie in der Privatwirtschaft umgesetzt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • Die Industrie ist seit 2000 – sogar in der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise von 2009/2010 um etwa 10 % gewachsen.
  • Verschiedene europäische  Unternehmen (z.B. ARA, Otto Kessler und Pittards in der Lederindustrie, Africa Juice, Original Foods und Solini in der Nahrungsmittelindustrie) haben infolge der Programmtätigkeit in Produktionsstätten in Äthiopien investiert.
  • Die direkten Programmbeiträge zur Förderung der Ausfuhr von Lederschuhen (z.B. durch die Förderung von Investitionen und Geschäftsanbahnungen)  haben beinahe 30 % der gesamten Schuhindustrie erreicht.
  • Die Textilexporte sind seit 2006/2007 um mehr als 200 % auf über 40 Mio. USD gestiegen.
  • Infolge der Programmtätigkeit ist der Umsatz in der Pharmabranche zwischen 2006 und 2010 um 300 % gestiegen, weil bisher importierte Arzneimittel durch einheimische Produkte ersetzt werden konnten.
  • Mehr als 1.800 Berufsschullehrer wurden ausgebildet und qualifiziert.
  • 31 technische Lehrer haben internationale Standard erfüllende Qualifikationen in Pädagogik und Didaktik erworben.
  • Kaffee, Honig und Sesam werden nun im ökologischen Landbau produziert und nach Deutschland exportiert (Exportwert: 300.000 USD).
  • Erstmals können sich äthiopische Unternehmen durch eine in Äthiopien ansässige international anerkannte Zertifizierungsstelle nach ISO 9001 zertifizieren lassen.
  • In der Bauwirtschaft wurden 27.000 Ausbildungsplätze geschaffen.
  • Durch die Einführung von Pflastersteinen im Straßenbau konnten an einigen Orten Arbeitsplätze für 80.000 Menschen geschaffen werden. Angetrieben durch die private Nachfrage wird die Pflastersteintechnik jetzt durch nationale und internationale Organisationen im ganzen Land eingeführt.  

Äthiopien. Ausbilder in einem Labor für Lebensmitteltechnik. © GTZ

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