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Die GTZ in Kamerun

Kamerun, Afrika südlich der Sahara. © GTZ 2004.

Kamerun galt im Kontext der afrikanischen Entwicklung lange als Erfolgsgeschichte. Die ökonomischen Krisen der 80er und frühen 90er Jahre leiteten jedoch das Scheitern der bis dahin verfolgten Entwicklungs- und Industrialisierungsstrategien ein. Dies war verbunden mit starken Verschlechterungen der sozialen Infrastruktur und einer Erosion der staatlichen Dienstleistungen, besonders im ländlichen Raum. Als Reaktion auf die schwere wirtschaftliche und politische Krise wurde von der Kameruner Regierung ein Reformprogramm initiiert, dessen Schwerpunkt in der Sanierung der öffentlichen Finanzen, der Liberalisierung des Außenhandels und der Aufhebung von staatlichen Preisbindungen lag. Ende der 90er-Jahre bewirkten diese Maßnahmen erstmals einen Wirtschaftsaufschwung, der in den Jahren 2002 und 2003 zu einem durchschnittlichen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund vier Prozent führte.

Trotz der Führungsrolle, die Kamerun mit 50 Prozent des in der Region erwirtschafteten Bruttoinlandprodukts (BIP) einnimmt, und der langsam greifenden Strukturreform steht das Land vor gravierenden sozioökonomischen Problemen. Nach Angaben der Haushaltserhebung "Enquêtes Camerounaises Auprès des Ménages" (ECAM II) lebten 2001 40 Prozent der ländlichen und zwölf Prozent der städtischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind die drei nördlichen Provinzen des Landes. Obwohl die Ernährungssituation in Kamerun im Vergleich mit den Nachbarstaaten zufrieden stellend ist, ist Unterernährung unter Frauen und Kindern noch weit verbreitet. Darüber hinaus führt die schlechte Gesundheitsversorgung zu einer hohen Mütter- und Säuglingssterblichkeit. AIDS ist mit einer Infektionsrate von 12,8 Prozent zu einem gravierenden Gesundheitsrisiko geworden.

Mit der Aufnahme Kameruns in die Entschuldungsinitiative für hochverschuldete arme Länder (Heavily Indebted Poor Countries, HIPC-Initiative) im April 2006 wurde ein wichtiges Entwicklungsziel erreicht: Die Verpflichtung, die freiwerdenden Mittel aus dem Schuldendienst zur Armutsbekämpfung einzusetzen, bietet die Möglichkeit, nachhaltig verbesserte Lebensbedingungen und eine signifikante Reduzierung der Armut zu bewirken. Die von Seiten der Kameruner Regierung vorgelegte Armutsbekämpfungsstrategie (Poverty Reduction Strategy Paper, PRSP) hat allerdings wegen des zögerlichen Abflusses der HIPC-Mittel und der schleppenden Umsetzung noch nicht zu den erwarteten Erfolgen geführt.

Landschaft in Kamerun. © GTZ 2004.

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