Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Nepal: Stadtentwicklung und ArmutsbekämpfungBessere Lebensbedingungen in gesellschaftlicher Vielfalt schaffenAuf den ersten Blick erinnern die Städte Nepals ein wenig an ein modernes Babel: derzeit leben rund 4,8 Millionen Menschen aus mehr als 100 Ethnien und Kasten in den 58 Städten. Auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen zieht es täglich mehr Nepalesen in die Zentren. Die Kommunen, die sich seit der Dezentralisierung 1990 selbst verwalten, sind mit der sozialen Vielfalt und dem rasanten Wachstum oft überfordert. Es fehlt an Infrastruktur, in vielen Bezirken herrscht Armut und das Konfliktpotenzial ist hoch. Vor allem benachteiligte Gruppen haben oftmals keinen Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und bezahlter Arbeit – häufig sind sie nicht einmal als Bürger erfasst.
Ein armes nepalesisches Viertel (Quelle: GTZ, Thomas Taraschewski)
Im Auftrag des BMZ arbeitet die GTZ gemeinsam mit den Kommunen seit über 30 Jahren daran, die Lebensbedingungen der Stadtbewohner kontinuierlich zu verbessern. Das Ziel ist klar: die Städte sollen in die Lage versetzt werden, sich selbst zu verwalten und Armut langfristig zu mindern. „Bis vor einigen Jahren ging es zunächst darum, den Verwaltungen bewusst zu machen, wie viele unterschiedliche Gruppen hier leben und wo die Armut am größten ist“, sagt Horst Matthäus, der das Vorhaben leitet. Gemeinsam mit dem nepalesischen Ministerium für lokale Entwicklung und den Angestellten von 21 Kommunen identifizierte sein Team die ärmsten Bezirke und erarbeitete konkrete Maßnahmen, um alle Gruppen zu integrieren und lokale Strukturen zu stärken. Dies gelingt heute auf vielfältige Weise: von eigens organisierten Kindergärten über Schulgeldzuschüsse und konkrete Ausbildungsangebote bis hin zur gemeinsamen Stadtplanung. In den kommenden Jahren investiert mehr als die Hälfte der Städte in solche Aktivitäten zur Armutsminderung: bis zu 25 Prozent des Investitionsbudgets fließen in Maßnahmen, um die Lebensbedingungen der rund 1,6 Millionen Bürger weiter zu verbessern.
Alle Maßnahmen werden gemeinsam mit der Bevölkerung umgesetzt (Quelle: GTZ, Ralf Baecker)
Gleichzeitig finanziert der Stadtentwicklungsfond der KfW-Entwicklungsbank den Bau von Busbahnhöfen, Marktplätzen oder Abfalldeponien. „Mit einer guten Infrastruktur fängt Entwicklung an – durch die Beteiligung aller wird sie nachhaltig. Vor allem in einer so komplexen Gesellschaft wie Nepal“, betont Matthäus. Heute sitzen auch Gruppen wie die ehemals „Unberührbaren“ mit den Stadtverwaltungen am Tisch und beteiligen sich an den Haushaltsplanungen. Über sechs regionale Bildungszentren tauschen sich die Vertreter der Kommunen untereinander zu erfolgversprechenden Maßnahmen aus und bilden sich weiter. Warum das so wichtig ist, erläutert Matthäus „Die Regeln des Zusammenlebens werden hier ständig neu verhandelt. Erst wenn auch die ärmsten Bewohner – und das ist etwa jeder Fünfte - einen Status haben und sich einbringen können, besteht auch für sie die Chance auf ein besseres Leben. Erst dadurch kann soziale Vielfalt für alle zu einem Impuls für Entwicklung werden.“
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