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Auftaktveranstaltung zum gemeinsamen Jahresthema von GTZ und KfW Entwicklungsbank
Biologische Vielfalt als Grundbedingung und Erfolgsfaktor nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit Das Atrium der Berliner GTZ-Repräsentanz war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel den wirtschaftlichen Wert biologischer Vielfalt anhand von imaginären „Preisschildern an Tiere und Pflanzen“ vorrechnete. Das große politische Interesse an der Auftaktveranstaltung zum gemeinsamen Jahresthema von GTZ und KfW „Vielfalt – Impuls für Entwicklung“ machte deutlich, wie stark die Themen Biodiversität und Ernährungssicherung die aktuelle entwicklungspolitische Debatte bestimmen. In ihrer einleitenden Rede stellten Bernd Eisenblätter, Geschäftsführer der GTZ, und Norbert Kloppenburg, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe, zunächst heraus, warum Vielfalt in der Entwicklungszusammenarbeit eine so wichtige Rolle spielt. Es gehe immer darum, Freiheiten zu schaffen, damit die Menschen eine Wahl haben. Der Erhalt von Biodiversität sei daher kein Selbstzweck, sondern eine Grundvoraussetzung für nachhaltige Entwicklung, betonten beide und belegten dies anhand der Erfolge eines gemeinsamen Vorhabens zum Naturschutz in Brasilien. „Der Reichtum der Natur ist nicht unerschöpflich“, unterstrich Niebel in seiner anschließenden Rede. Biodiversität sei ein „Überlebensthema“ und müsse in der Entwicklungspolitik und im Bewusstsein der Bevölkerung noch stärker verankert werden. Mit zusätzlichen finanziellen Mitteln von 500 Millionen Euro bis 2012 und einer klaren Strategie kämpft die deutsche Entwicklungspolitik künftig noch intensiver gegen Ressourcenverlust und daraus resultierende Armut an. Ziel sei es nicht nur, die Ökosysteme und Artenvielfalt zu erhalten und nachhaltig zu nutzen, sondern auch, die daraus entstehenden Gewinne gerechter zu verteilen. „Eine faire Entlohnung ist für die Menschen ein wichtiger Anreiz, die wertvollen Ressourcen ihrer Heimat zu schützen“, hob Niebel hervor und verwies nochmals deutlich auf das wirtschaftliche Potenzial biologischer Vielfalt. Auch die Expertinnen und Experten auf dem Podium sprachen sich für den Schutz und eine faire Nutzung der natürlichen Schatzkammer aus. Mit Beispielen vom Anbau der Hoodia-Pflanze in Afrika über brasilianische Wälder bis hin zur Sortenvielfalt von Reis in Nepal verdeutlichten Manfred Niekisch, Leiter des Frankfurter Zoos, Regine Andersen vom norwegischen Fridtjof Nansen Institut und Hermann Belch, Umweltmanager der Firma Faber Castell, die mit dem Verlust der Arten- und Sortenvielfalt einhergehenden Risiken und mögliche Gegenmaßnahmen. Gemeinsam mit Praktikern aus KfW und GTZ stellten sie dar, wie der von Bundesminister Niebel geforderte Vorteilsausgleich für die Menschen vor Ort umgesetzt und ein gemeinsames Verständnis von Naturschutz entwickelt werden können. „Wir sind auch verantwortlich für das, was wir nicht tun“, schloss Moderatorin Christina zur Mühlen frei nach Voltaire und wies darauf hin, dass die erreichten Erfolge nur die ersten Schritte hin zu der Trendwende seien, die Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte.
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel bei seiner Eröffnungsrede. Bild: David Ausserhofer www.kfw-entwicklungsbank.de/... |
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