Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.giz.de.
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Hintergrund
Jede effiziente Wirtschaftsordnung basiert auf einem Finanzsystem, das den Bedürfnissen der Bevölkerung und Unternehmen gerecht wird. So fördert der Zugang zu bedarfsgerechten Finanzdienstleistungen Privateigentum, unternehmerische Initiative und die Mobilisierung lokaler wirtschaftlicher Ressourcen. Finanzsysteme tragen daher maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes bei und bilden eine wesentliche Voraussetzung für eine funktionierende Marktwirtschaft. Bestehende Finanzsysteme in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern spiegeln in der Regel die vorherrschende ordnungspolitische Konzeption wider. Insbesondere eingeschränkte Entscheidungsmöglichkeiten wirtschaftlicher Akteure und die starke Einflussnahme des Staates oder einzelner Interessengruppen auf das Wirtschaftsgeschehen schlagen sich negativ auf die Funktionsfähigkeit von Finanzinstitutionen und somit des gesamtes Finanzsektors nieder. Das Ergebnis sind nicht selten fragile Finanzsysteme und der Ausschluss großer Bevölkerungsgruppen vom formalen Finanzsystem. Reformen im Finanzsektor zielen daher darauf ab, das Finanzsystem als solches zu stabilisieren und ein nachhaltiges Angebot an Finanzdienstleistungen für breitere, bisher nicht oder nur unzureichend bediente Bevölkerungsteile zu schaffen. Die Vereinten Nationen betonen sowohl in den Millennium Development Goals (2000) als auch in den Abschlussdokumenten der Konferenzen in Monterrey und Johannesburg (2002) den hohen Stellenwert des Finanzsystems für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Das Jahr 2005 wurde von den Vereinten Nationen als das Internationale Jahr des Mikrokredits ausgerufen. Auch die Vergabe des Friedensnobelpreises 2006 an Professor Yunus und die Grameen-Bank, die Mikrokredite an arme Menschen ohne finanzielle Sicherheiten vergibt, zeigt wie wichtig der Mikrofinanzsektor für die Entwicklung von unten ist. Die Bundesregierung misst dem Finanzsektor eine zentrale Bedeutung in ihrer Entwicklungszusammenarbeit bei und stellt durch ihr Sektorkonzept eine fachliche Leitlinie für die deutschen Durchführungsorganisationen bereit. Der darin beschriebene Mehrebenen-Ansatz suggeriert eine simultane und dem Partnerland entsprechende Einbeziehung aller Ebenen und Akteure des Finanzsystems, um nachhaltige Struktureffekte zu erzielen. |