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Making Finance Work for Africa (MFW4A)

MFW4A - Schriftzug

Die Entwicklung des Finanzsektors ist ein wichtiger Motor gesamtwirtschaftlicher Entwicklung und damit auch der Armutsbekämpfung.

Trotz deutlicher Fortschritte bei der Stärkung des afrikanischen Finanzsektors durch eine Welle von Reformen und die Privatisierung einheimischer Geldinstitute sind immer noch viele Herausforderungen zu meistern: nur 20 Prozent der Menschen in Sub-Sahara-Afrika besitzen ein Bankkonto, der eingeschränkte Zugang zu Finanzmitteln hemmt das Wachstum von Privatunternehmen und hohe Kreditkosten verhindern einen breiten Zugang zu Investitionsmitteln.

Die von Banken und Mikrofinanzinstitutionen zur Verfügung gestellten Kredite für Unternehmen und Privathaushalte sind immer noch viel zu gering, um Wachstum zu stärken und Armut signifikant zu mindern.

Afrikas Unternehmen werden nur dann zum Motor für die wirtschaftliche Entwicklung, wenn sie wachsen und Arbeitsplätze schaffen können. Voraussetzung dafür ist ein verbesserter Zugang zu Finanzdienstleistungen zu einem angemessenen Preis.

Partnerschaft “Making Finance Work for Africa”

Die Partnerschaft „Making Finance Work for Africa“ (MFW4A) trägt dazu bei, die Effizienz und Effektivität von Maßnahmen zur Entwicklung des Finanzsektors in Afrika zu erhöhen.

In kooperativen Netzwerken von afrikanischen Partnern und internationalen Gebern werden innovative Instrumente entwickelt; der Erfahrungsaustausch untereinander wird ausgebaut und die empirische Datenbasis verbreitert. Internationale „best practices“ und Erfahrungen aus dem Bereich Finanzsystementwicklung werden an die Bedarfe afrikanischer Finanzsysteme und Partner angepasst.

Die Partnerschaft trägt auch dazu bei, die verschiedenen Vorhaben internationaler Geber besser zu koordinieren und insgesamt stärker an den Prioritäten der Partner, insbesondere aus dem Privatsektor, zu orientieren. Finanzsektorentwicklung soll vermehrt in nationalen und regionalen Entwicklungsstrategien verankert werden. MFW4A leistet so einen Beitrag zur Umsetzung der Paris-Erklärung und der Accra Agenda for Action.

MFW4A-Sekretariat

Das MFW4A-Sekretariat wurde im Juli 2008 bei der Afrikanischen Entwicklungsbank in Tunis eingerichtet. Es fungiert als zentrale Koordinationsstelle und Motor für die Aktivitäten der Partnerschaft.

Das Sekretariat wird unterstützt von 

  • der deutschen Entwicklungszusammenarbeit,
  • der Agence Française de Développement (AFD),
  • der African Development Bank (AfDB) Group,
  • dem UK Department for International Development (DFID), 
  • der European Investment Bank (EIB),
  • der Financial Sector Reform and Strengthening Initiative (FIRST) 
  • dem niederländischen Außenministerium (MinBuZa),
  • der Swedish International Development Cooperation Agency (SIDA) und 
  • der Weltbank.

Das Sekretariat betreibt ein umfassendes „donor mapping“, unterhält eine internetbasierte Wissensmanagement- und Informationsplattform für MFW4A, koordiniert gemeinsame Aktivitäten der beteiligten Partner, organisiert Fachtagungen, richtet MFW4A -Partnerschaftsforen aus und sorgt für die MFW4A-Öffentlichkeitsarbeit.

Deutschland ist der größte Geber und hat den Vorsitz im Supervisory Committee.

MFW4A-Partnerschaftsforum 2008 in Accra/Thematische Prioritäten

Das erste MFW4A-Partnerschaftsforum fand im Juni 2008 in Accra, Ghana, mit mehr als 350 Vertretern aus Zentralbanken, Finanzministerien und dem Privatsektor, sowie mit Finanzsektorexperten und Vertretern internationaler Geber statt.

Es wurden folgende thematischen Prioritäten für MFW4A formuliert: 

  • Rechtliche, regulatorische und judikative Rahmenbedingungen, 
  • Finanzinfrastruktur (Kreditbüros, Zahlungsverkehrssysteme), 
  • Marktverzerrungen durch staatliche Eingriffe, 
  • sektorübergreifende Finanzsektorstrategien, 
  • Länder- und Sektoranalysen, empirische Forschung, 
  • Financial Capability, 
  • Agrarfinanzierung, 
  • Finanzprodukte und Innovation, 
  • Mittel- und langfristige Finanzierung

GTZ und MFW4A

Die GTZ unterstützt MFW4A im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen des Projektes „Unterstützung der Partnerschaft Making Finance Work for Africa“. Sie ist mit Beratungsleistungen zu Organisationsentwicklung, strategischer Ausrichtung und Prozessteuerung sowie Finanzierungsbeiträgen maßgeblich am Aufbau des MFW4A-Sekretariats beteiligt.

Die GTZ-Aktivitäten umfassen neben dem Aufbau des Sekretariats auch Aktivitäten in verschiedenen Prioritätsbereichen, die gemeinsam mit afrikanischen Partnern und anderen Gebern durchgeführt werden, wie zum Beispiel:

  • Mit dem ‘Aktionsplan Financial Capability’ werden neue Instrumente und ‘best practices’ zur Förderung von finanzieller Grundbildung und Konsumentenschutz entwickelt und pilotiert.
  • Im Bereich Agrarfinanzierung sollen die afrikanischen Erfahrungen mit bestehenden Instrumenten aufgearbeitet und das Innovationspotential von Finanzierungen  innerhalb von Wertschöpfungsketten untersucht werden.
  • Ein gemeinsames Arbeitsprogramm mit der Weltbank führt Studien zu regionaler Finanzsektorintegration, Key Performance Indikators (KPI) und der Verbesserung rechtlicher Rahmenbedingungen durch.
  • Im Rahmen einer Kooperation mit dem Deutschen Institut für Entwicklung (DIE) werden die Erfolgsfaktoren zur  Umsetzung von Finanzsektorstrategien in Afrika untersucht. 
  • Durch eine Kooperation mit der Deutschen Welle werden afrikanische Journalisten zu Finanzsektorthemen ausgebildet, um die Qualität der Berichterstattung und damit die Transparenz und Beteiligung der Zivilgesellschaft zu erhöhen.
  • Gemeinsam mit der Afrikanischen Entwicklungsbank und der Weltbank werden die Implikationen der Finanzkrise für die Verbesserung nationaler und grenzüberschreitender Finanzmarktaufsicht in Afrika untersucht.

Zur Verbesserung der Kooperation von Gebern auf Länderebene unterstützt das Vorhaben nationale MFW4A Workshops, bei denen Stakeholder die Prioritäten für nationale Entwicklungsstrategien entwickeln und diskutieren. In Absprache mit den BMZ Regionalreferaten und Durchführungsorganisationen wird darüber hinaus die Vorbereitung von Programm-basierten Ansätzen (PBA) bei der Umsetzung von harmonisierten Finanzsektorprojekten in Afrikanischen Ländern unterstützt.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit und MFW4A

Die Beiträge der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden durch eine gemeinsame Steuerungsgruppe koordiniert.

Weiterführende Informationen


Aktuelles

Richtige Nutzung von Finanzdienstleistungen
Zweitägige Konferenz mit dem Titel ‚Promoting Financial Capability and Consumer Protection – A step forward towards financial inclusion in Africa‘ in der ghanaischen Hauptstadt Accra
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