![]() |
|
Ansprechpartner |
Kosten und FinanzierungDie Beteiligung der Wirtschaft sichert eine praxisgerechte und arbeitsmarktrelevante Qualifizierung von Arbeitskräften. Für Unternehmen und Verbände bedeutet dies, neben der Beteiligung an Entscheidungen auch finanzielle und personelle Ressourcen bereitzustellen. Diese Investitionen lohnen sich für die Unternehmen: Sie nehmen auf diese Weise Einfluss auf eine passgenaue Qualifikation, die nötige Motivation und die Produktivität ihrer jetzigen und zukünftigen Mitarbeiter. Berufliche Qualifizierung ist für den Einzelnen ohnehin eine Investitionsentscheidung. Dies gilt nicht nur in Fällen, in denen eine Weiterbildung kostenpflichtig ist. Es gilt zum Beispiel auch dann, wenn Menschen den Nutzen einer Maßnahme gegen die Einkünfte abwägen müssen, die ihnen während der Qualifizierung entgehen. Die berufliche Erstausbildung ermöglicht es Menschen, Einkommen zu erzielen und sich gesellschaftlich zu integrieren. Ähnliches gilt für Anpassungsqualifizierung, die benachteiligten Menschen den (Wieder)Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht. Beide bedürfen deshalb einer besonderen Verantwortung des Staates. Dennoch können auch sie nicht allein vom Staat finanziert werden; ein gesellschaftlicher Konsens über die Verteilung der Kosten ist notwendig. In welchem Maße auch andere Bereiche der Weiterbildung stärker unter die finanzielle Verantwortung des Einzelnen und der Wirtschaft fallen, ist Teil eines gesellschaftlichen Aushandlungsprozesses. Viele Länder müssen Finanzierungsmechanismen entwickeln, die ihrem politischen und sozialen Wertesystem entsprechen und gleichzeitig die beteiligten Akteure nicht überlasten. Kosten und Nutzen müssen auf individueller, einzelbetrieblicher und gesamtwirtschaftlicher Ebene in Beziehung gesetzt werden können. In Deutschland gibt es eine Reihe von Modellen, wie Berufsbildung finanziert werden kann. Sie bieten ein breites Fundament, um unsere Kooperationsländer bei der Entwicklung und Einführung von Finanzierungsmechanismen zu beraten. Gleichzeitig ermöglichen wir einen internationalen Fachaustausch, mit dem die Eignung von Ansätzen anderer Länder unter den jeweiligen politischen, ökonomischen und sozialen Voraussetzungen des Kooperationslandes geprüft werden kann. Dabei arbeiten wir im politischen, normativen und administrativen Bereich, auf der Ebene von Verbänden und Kommunen sowie mit Unternehmen und Schulen. Im Zusammenhang mit Kosten-Nutzen-Analysen unterstützen wir die Verbesserung der Datenlage und der Analyseinstrumente. Außerdem entwickeln wir die Methodenkompetenz, die von unseren Partnern auf betrieblicher wie volkswirtschaftlicher Ebene eingesetzt werden kann. Wir fördern Arbeitsvermittlungsstellen und andere Einrichtungen, die Menschen vor Beginn einer beruflichen Qualifizierungsmaßnahme kompetent über entstehende Kosten und den möglichen Nutzen am Arbeitsmarkt beraten.
|