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Themen > Wirtschaft und Beschäftigung > Berufliche Bildung und Arbeitsmarkt > Berufliche Bildung und Arbeitsmarkt > Hintergrund

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Hintergrund

Junge Menschen erwarten eine Perspektive. Ältere Beschäftigte oder Arbeitssuchende müssen ihre Qualifikationen aktuell halten. Die hohe Dynamik an den Arbeitsmärkten entsteht daraus, dass sich viele Volkswirtschaften für den internationalen Wettbewerb öffnen, das Tempo technologischer Entwicklungen zunimmt und die Zahl Beschäftigung Suchender steigt.

Vielerorts herrscht hohe Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig fehlen qualifizierte Fachkräfte. Dennoch konzentrieren sich Reformen des Bildungssystems oft auf allgemeine und akademische Bildung.

Wird in die Modernisierung beruflicher Bildung investiert, gilt es, dem Bedarf der Wirtschaft zu entsprechen und gleichzeitig gesellschaftliche Entwicklung zu fördern. Dabei stellen sich folgende Herausforderungen:

  • Der internationale Wettbewerb geht zunehmend auf Kosten der Armen. Um hier entgegenzuwirken, sind Maßnahmen erforderlich, die etwa Standortentscheidungen von Betrieben beeinflussen. Qualifizierung und effiziente Dienstleistungen am Arbeitsmarkt spielen eine wesentliche Rolle.
  • Immer mehr junge Menschen drängen auf den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter und sind länger produktiv. Arbeitsmarktnahe Qualifizierung hat einen hohen Stellenwert für nachhaltige Integration von Menschen in ein soziales Gefüge.
  • Die Education for All-Initiative der UNESCO greift. Nun wird die Reform der Sekundarstufenbildung dringend. Arbeitsmarktnahe Angebote, auch für arme Menschen, sind gefordert.
  • Selbst in Ländern mit kontinuierlichem wirtschaftlichem Wachstum kann die formale Wirtschaft oft nicht ausreichend Arbeitskräfte aufnehmen. Berufliche Bildung muss daher auch Arbeitsperspektiven in der informellen Wirtschaft eröffnen.
  • Moderne Technologien werden immer wichtiger für Entwicklungsländer, wollen diese regional und international anschlussfähig sein. Gleichzeitig bieten traditionelle Wirtschaftssektoren und -formen Arbeitsplätze für viele Menschen. Qualifizierung muss also differenzierte Lösungen fördern.
  • Staat und Wirtschaft benötigen Informationen, um Bildungsströme zu kanalisieren. Hier ist eine aktive Arbeitsmarktpolitik mit Informationssystemen, Beratung und Vermittlung gefordert.
  • Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt allein reicht nicht aus, um wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu fördern. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen und der Schutz abhängig Beschäftigter vor ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen müssen gewährleistet sein.

Die Bewältigung dieser Herausforderungen ist ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele und des Ziels Bildung für Alle. Neue bildungs- und arbeitspolitische Strategien müssen darauf gerichtet sein, den Bedarf der Wirtschaft an qualifizierten Arbeitskräften zu decken, technologische Entwicklung und Strukturwandel durch gezielte Weiterbildung zu unterstützen und die Integration Arbeitssuchender in formale und informelle Arbeitsmärkte zu fördern.


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