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Mobilität auf regionalen Arbeitsmärkten

Die internationale Mobilität von Arbeitskräften nimmt zu. Migration findet statt – trotz teils massiver politischer Restriktionen.

Industrieländer spüren den Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter. In immer mehr Sektoren gibt es Fachkräftemangel. Zuwanderung ist kurz- oder mittelfristig ein Instrument, diesen abzumildern. Auf der anderen Seite führt die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte oft zu wachsendem sektorspezifischem Fach- und Führungskräftemangel in den Herkunftsländern (Brain Drain). Abnehmende Innovationsfähigkeit und Produktivität – teilweise sogar der Abbau sozialer Grunddienstleistungen etwa aufgrund fehlender Fachkräfte – sind die Folgen.

Durch geschicktes Management und multilaterale Kooperation kann internationale Mobilität von Arbeitskräften so gestaltet werden, dass sie für alle Beteiligten Vorteile bringt. Arbeitskräfte nehmen Einkommenschancen wahr, gewinnen Erfahrungen und knüpfen Netzwerke. Zielländer profitieren von einem zumindest temporären Zuwachs an Management- und Fachexpertise. Herkunftsländer haben – neben Geldüberweisungen – dann einen Nutzen, wenn die zeitweilige oder endgültige Rückkehr von Migranten Wissen, Fähigkeiten und Erfahrungen transferiert und Netzwerke eine stärkere Einbindung ihres Heimatlands in eine globale Welt ermöglichen.

Mobilitätsmanagement ist eine Herausforderung für die Entwicklungszusammenarbeit. Die Kooperationsländer müssen in Humanressourcen investieren, um Arbeitskräfte zu halten. Industrieländer benötigen eine kohärente Außen- und Entwicklungspolitik, um die Qualifikation von Fachkräften der Entsendeländer zu ermöglichen und gleichzeitig eine zirkuläre Migration zu befördern. Aus diesem Grund unterstützen wir vor allem in drei Bereichen:

  • Reduzierung der so genannten "Pushfaktoren", also Verbesserung der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation in den Herkunftsländern: Hierzu zählen unter anderem am nationalen Arbeitsmarkt orientierte Qualifizierungsmöglichkeiten, eine erhöhte Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes und verbesserte Arbeitsbedingungen.

  • Stärkung der lokalen und regionalen politischen Zusammenarbeit zur Förderung zirkulärer Migration: Wir beraten bei der Entwicklung nationaler und regionaler Referenzrahmen, die Bildungsabschlüsse vergleichbar machen. Durch Begleitung und Moderation länderübergreifender arbeitspolitischer Zusammenarbeit stärken wir den Austausch arbeitsmarktrelevanter Informationen und das regionale Matching zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage. Wir beraten dabei, Mechanismen zwischen Aufnahme- und Entsendeländern zum Transfer sozialstaatlicher Ansprüche zu entwickeln oder flexiblere Visa-Regelungen zu schaffen. So entstehen Anreize zu temporärer Arbeitsmigration.

  • Stärkung von Institutionen, die mobile Arbeitskräfte unterstützen, etwa beim Zugang zu Informationen über mögliche Aufnahmeländer, beim Erwerb von Sprachkenntnissen, bei der Anerkennung beruflicher Qualifikation oder bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt des Herkunftslandes.

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