Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.giz.de.
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Wirtschaftspolitische ReformberatungIn den meisten Entwicklungsländern stehen politische Akteure in Verwaltung und entscheidungsbefugten Gremien wirtschaftspolitischen Reformen kritisch gegenüber. Wirtschaftsreformen kommen häufig erst durch externe Schocks, Druck von außen oder herausragende politische Akteure zustande. Entscheidungsträger und Führungskräfte in den wichtigen Institutionen (etwa Wirtschafts-, Finanz- und Planungsministerien sowie Zentralbanken) besitzen in der Regel kein ausreichend spezialisiertes Fachwissen darüber, wie Marktwirtschaft insgesamt oder auch nur diejenigen Teile funktionieren, für die sie verantwortlich sind. Sie können deshalb nur begrenzt Reformvorschläge entwickeln oder systematisch umsetzen. Deshalb suchen sie kompetente Beratung und Fortbildung für sich und ihre Mitarbeiter, wenn eine umfassende Neuorientierung des Wirtschaftssystems oder zumindest für wesentliche Teile davon entworfen werden soll. Angesehene Sachverständige mit deutschen oder internationalen Erfahrungen sollen sie mit Zielen, Prinzipen und der Funktion von Institutionen im marktwirtschaftlichen System vertraut machen. Da wirtschaftspolitische Beratung in Reformländern häufig eine politisch sensible Angelegenheit ist, werden Projekte der technischen Zusammenarbeit gelegentlich auch bei den Ministerien nachgelagerten Forschungsinstitutionen oder Fortbildungsstätten angesiedelt. Wachsende Kompetenz führt dazu, dass sich die marktwirtschaftlich orientierte Gestaltungskraft der Regierung verbessert: Wirtschaftspolitische Optionen werden diskutiert und erarbeitet, Meinungsbildungsprozesse beschleunigt, Reformmaßnahmen sachkundiger konzipiert. Im Zuge der Wirtschaftsreformen werden personenbezogene Einzelfallentscheidungen immer häufiger durch regelgebundene Entscheidungen („rule of law“) ersetzt. Im Prozess der Meinungsbildung finden auch die Vertreter der Zivilgesellschaft Gehör und wirken bei der Suche nach den besten Lösungen mit. Dadurch entsteht – langfristig - mehr Transparenz und ein neues und besseres wirtschaftspolitisches Klima, mehr Stetigkeit und kalkulierbare Entwicklung der Rahmenbedingungen. Im Ergebnis stärkt die Beratung den Staat bei der Wahrnehmung seiner Kernaufgaben: den Interessenausgleich zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu institutionalisieren und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für den Privatsektor zu verbessern. Auf diese Weise wird ein nachhaltiger Beitrag zu sozialer und politischer Stabilität geleistet. Mittel- bis längerfristig sinkt die Armut und steigt die Lebensqualität. |