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Themen > Umwelt und Klima > Management von Naturressourcen > Biodiversität > Hintergrund > Definition Agrobiodiversität

Definition: Agrobiodiversität

Die landwirtschaftliche biologische Vielfalt oder kurz Agrobiodiversität umfasst alle Bestandteile der biologischen Vielfalt, die von Bedeutung für Ernährung und Landwirtschaft sind.

Die Agrobiodiversität beinhaltet drei Bereiche:

  • alle kultivierten und domestizierten Tier- und Pflanzenarten sowie ihre wilden Verwandten
  • Bestandteile, die zur Erhaltung der Schlüsselfunktionen der landwirtschaftlichen Ökosysteme, kurz Agrarökosysteme beitragen, wie etwa Bienen zur Bestäubung oder Nützlinge zur Abwehr von Schädlingen
  • gemanagte Wildtier- und –pflanzenbestände.

Die Agrobiodiversität wurde in Tausenden von Jahren von Bäuerinnen und Bauern hervorgebracht. Durch Selektion und Züchtung entstanden Arten, Rassen und Sorten, die optimal an die Bedingungen ihrer Ursprungsregionen und die Bedürfnisse ihrer Züchter angepasst sind.

Pflanzen- und tiergenetische Ressourcen sind das Ausgangsmaterial für die Weiterentwicklung von Kulturpflanzen und Haustierrassen durch Züchter und Bauern. Durch ihre Vielfalt bieten sie einen reichen Genpool, der der Züchtung helfen kann, sich neuen Herausforderungen (beispielsweise) Anpassung an den Klimawandel, Veränderungen im Konsumverhalten) zu stellen.

In der abgebildeten Karte sind die Diversitätszentren nach Vavilov abgebildet. Hier liegt der Ursprung aller bis heute genutzten Kulturpflanzen. Und sie beinhalten immer noch den größten Pool landwirtschaftlicher Vielfalt.

Verteilung kultivierter Pflanzen nach Vavilov

Vavilov's Genzentren der Kulturpflanzen mit einer Auswahl an jeweils wichtigen Kulturpflanzen:

  1. Das Südasiatische Tropenzentrum (große Teile Süd- und Südost-Asiens): Reis, Zuckerrohr und eine große Anzahl tropischer Früchte und Gemüsekulturen
  2. Das Ostasiatische Zentrum (Ost-China, Taiwan, Korea und Japan): Sojabohnen, verschiedene Hirsearten, die meisten Gemüsekulturen und sehr viele Früchte
  3. Südwestliches Asienzentrum (von der Türkei bis Kaschmir): Großteil der endemischen Weizenarten, Roggen und Obst, Erbsen, Kichererbsen und Linsen
  4. Mediterranes Zentrum (Mittelmeerländer): Oliven, Johannisbrotbaum, zahlreiche Gemüsekulturen und Futterpflanzen
  5. Abessinisches Zentrum (Hochland Äthiopiens, Eritrea, Südwestliche Teile von Arabien / Jemen): Teff, Arabica-Kaffee, Sorghum, endemische Weizenarten, Gerste und die Enset-Banane
  6. Zentralamerikanisches Zentrum (nördliche Teile und Inseln Zentralamerikas): Mais, mehrere Baumwollarten, Bohnen, Kürbisse, Kakao und wahrscheinlich Süßkartoffeln, Yamswurzel, Piment und Obst
  7. Andenzentrum (Umgebung der drei Zentren in Südamerika): Kartoffeln und andere knollenerzeugende Arten, der Chininbaum, der Kokastrauch


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