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Themen > Umwelt und Klima > Management von Naturressourcen > Biodiversität > Hintergrund

Hintergrund

Planungsworkshop im Center for Indigenous Knowledge and Biodiversity (CIBK) in Yunnan, China.

Um den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten, müssen die Inhalte der Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity - CBD) in konkrete Handlungen umgesetzt werden. Nur so wird auch die Lebenssituation der Menschen in Entwicklungsländern verbessert.

In Entscheidungen über Schutz und Nutzung muss die Bevölkerung der entsprechenden Region eingebunden werden – also etwa die Anwohner eines Schutzgebietes. Denn: nur wenn die Menschen an den Gewinnen aus der Nutzung ihrer Biodiversität gerecht beteiligt werden, akzeptieren sie auch Schutzmaßnahmen und Gesetze.

Doch bislang werden die international vereinbarten Verpflichtungen der CBD oder anderer Umweltabkommen kaum in die Praxis umgesetzt. Es mangelt an fachlicher, institutioneller und finanzieller Unterstützung, etwa um Schutzgebiete abzusichern oder gerechte Wege zu finden, die biologische Vielfalt nachhaltig zu nutzen.

Der anhaltende Raubbau in Tropenwäldern – wie hier in der Zentralafrikanischen Republik - ist eine wesentliche Ursache für den Verlust der Artenvielfalt.

Wesentliche Ursachen für den anhaltenden Verlust an Artenvielfalt sind Raubbau, Übernutzung, Landnutzungsänderung, Klimawandel und Verdrängung angestammter durch eingewanderte („invasive“) Arten.

Oftmals fehlen die Anreize, um biologische Vielfalt nachhaltig zu nutzen – also etwa einen Wald zu bewirtschaften, statt ihn abzuholzen. Auch die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft geht zu Lasten der Artenvielfalt. Und schließlich führen Agrarsubventionen, Naturkatastrophen und Kriege zum Verschwinden von Pflanzen- und Tierarten.

Sollte die CBD scheitern, hätte das massive Folgen: Die Lebensbedingungen aller verschlechterten sich. Gerade in ländlichen Regionen litten die Menschen unter der Verknappung und Verschlechterung natürlicher Ressourcen: Schlechtere und weniger fruchtbare Böden sowie schwindende Wasserqualität bedeuteten schlechtere Ernten und ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Mit schrumpfendem Artenreichtum wäre zumeist auch der Verlust von traditionell überliefertem Wissen über Pflanzen und Tiere verbunden. Zudem ginge mit der Biodiversität eine wahre Schatzkammer für landwirtschaftliche, medizinische und biotechnologische Forschung und Nutzung verloren – mit immensen sozialen und wirtschaftlichen Folgen für alle Länder dieser Welt.

Um den Rückgang der Biodiversität zu stoppen, müssen Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen handeln:

  • Die Industrieländer müssen ihre Konsummuster ändern: Umwelt- und Ressourcenmanagement sind an den Prinzipien der Nachhaltigkeit auszurichten, der Erhalt der biologischen Vielfalt als Aufgabe muss in alle Politikfelder integriert werden.
  • Die Entwicklungsländer benötigen zusätzliche Mittel, Know-how und Stärkung einer politischen Position, die mit den Vorgaben der Biodiversitätskonvention übereinstimmt. Zudem muss der Erhalt der Biodiversität mit anderen Strategien – etwa jenen zur Bekämpfung der Armut, mit Guter Regierungsführung oder mit Anpassungsmechanismen an den Klimawandel – verknüpft werden.


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