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Themen > Umwelt und Klima > Management von Naturressourcen > Desertifikationsbekämpfung > Hintergrund > Folgen

Folgen

Starke Rinnenerosion durch Abholzung der Wälder und Überweidung, Turkmenistan

Desertifikationsprozesse gefährden weltweit in dramatischer Weise die Existenzgrundlage vieler Menschen, insbesondere der ländlichen Bevölkerung.

Jeden Tag gehen wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen für immer verloren. So verursachen z.B. Wasser- und Winderosion jedes Jahr einen Verlust von ca. 75 Milliarden Tonnen fruchtbarem Oberboden (Pimentel et al. 1995). Bis 2025 wird die Anbaufläche pro Einwohner in Afrika südlich der Sahara im Vergleich zu 1990 um 60  Prozent schrumpfen, in Lateinamerika wird ein Rückgang von ca. 40 Prozent erwartet (Norse et al. 1992). Dennoch müssen immer mehr Menschen ernährt werden.

Brunnen in Mali

Für die meist arme ländliche Bevölkerung in Entwicklungsländern bedeutet Desertifikation somit den Verlust der Produktionsgrundlagen, eine Gefährdung der Ernährungssicherheit und ein erhöhtes Armuts- und Konfliktrisiko. Gleichzeitig beschleunigt Armut die Desertifikation. Armut zwingt die Menschen zu einer Übernutzung ihrer natürlichen Ressourcen, weil ihnen die Mittel für notwendige Investitionen und das erforderliche Know-how zur Einführung angepasster Landnutzungspraktiken fehlen. Es entsteht ein Teufelskreis zwischen Armut und Desertifikation, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Die unmittelbaren weltweiten wirtschaftlichen Verluste durch Desertifikationsprozesse werden auf 42,3 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt (Dregne 1991). Indirekte Folgekosten, z.B. durch Abwanderung und Flüchtlingselend, gehen noch weit über diese Schätzung hinaus.


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