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Herr Dr. Jürgen Hess
E-Mail: juergen.hess@gtz.de

Nationalpark- und Randzonenmanagement Tam Dao

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nationalpark- und Randzonenmanagement Tam Dao
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sozialistische Republik Vietnam
Politischer Träger: Ministerium für Agrarwirtschaft und ländliche Entwicklung, Volkskomitees von drei Provinzen
Gesamtlaufzeit: 2003 bis 2009

Ausgangssituation

Der Nationalpark Tam Dao liegt 70 Kilometer nördlich von Hanoi am Rand des Roten-Fluss-Deltas. Von dicht bevölkerten Tieflagen steigt er steil bis zu einer Höhe von 1.529 Meter über dem Meeressspiegel auf. Das Gebiet ist durch hohe natürliche Artenvielfalt gekennzeichnet, mit Ökosystemelementen der Regenwälder Südostasiens bis hin zu alpinen Wäldern des östlichen Himalayas.

Im direkten Umfeld des Nationalparks leben über 190.000 Menschen, die sechs verschiedenen Ethnien angehören. Sie nehmen Wildtiere, Feuerholz, Bambus, Nahrungs- und Medizinalpflanzen, Trink- und Bewässerungswasser aus dem Nationalpark und nutzen ihn als Tierweide. Im Wettstreit zwischen lokalen Nutzungsansprüchen und staatlich geförderten Entwicklungsbestrebungen in Landwirtschaft, Industrie und Tourismus fehlen Instrumente zum Interessenausgleich und Strategien zum nachhaltigen Schutz und Management der natürlichen Ressourcen.

Ziel

Das Management des Nationalparks Tam Dao ist verbessert, Naturschutz und Erhalt der Artenvielfalt sind gewährleistet. Die Lebensgrundlage der in der Randzone lebenden Bevölkerung ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt wird gemeinsam von der GTZ und dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) durchgeführt.

Interessenausgleich. Auf lokaler Ebene werden Ressourcennutzungs- und Managementpläne festgeschrieben und umgesetzt. Auf institutioneller Ebene werden die Planungsergebnisse in Managementpläne des Nationalparks, sozioökonomische Fünfjahrespläne der Distrikte und Provinzen sowie in Ausbildungskonzepte der Forstverwaltung eingebracht.

Naturschutz und Einkommenssteigerung werden durch die Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebssysteme sowie durch die nachhaltige Produktion und Vermarktung von Medizinalpflanzen und anderen Waldprodukten außerhalb des Nationalparks miteinander verknüpft. Ergänzend führt das Projekt einfache Geräte und Techniken zur Einsparung fossiler Energieträger ein, zum Beispiel Holz sparende Herde, Biogas und Teetrockner.

Wald- und Schutzgebietsmanagement. Das Projekt fördert Konzepte zum aktiven Naturschutz und zur Regeneration und Erhaltung schützenswerter Arten und Lebensräume. Das Personal der Nationalparkverwaltung, die Park Ranger und die Forstschutzbeamten der Distrikte werden durch Aus- und Fortbildungsmaßnahmen befähigt, die Planung und Umsetzung dieser Aktivitäten selbstständig vorzunehmen. Die Entwicklung eines Ausbildungskonzeptes und nationaler Curricula für Nationalparkbeamte wurde initiiert, ein Tourismuskonzept erarbeitet. Eine Waldschule und ein Informationszentrum für den Nationalpark werden eingerichtet.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Interessenausgleich. Dezentrale dörfliche Ressourcennutzungsplanung, mehr als 80 Pläne, wurde in allen Provinzen eingeführt. Lokale Behörden und die Randzonenbevölkerung nutzen diese Planungsmethode. Bei allen Beteiligten haben sich besseres Verständnis und größere Sensibilität in Umwelt- und Ressourcenschutzfragen eingestellt. Erste methodisch anspruchsvolle Untersuchungen belegen einen armutsmindernden Einfluss der Projektaktivitäten.

Wald- und Schutzgebietsmanagement. Modelle zur Waldrehabilitierung, einschließlich Wiedereinführung heimischer Baumarten, sind getestet und werden von anderen Geberprojekten nachgefragt. Eine Reform der Nationalparkverwaltung im Rahmen eines Pilotansatzes mit Unterstützung des Projekts wird zurzeit in Erwägung gezogen.


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