Die Einführung von Sozialstandards ist ein wesentliches Instrument um die Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen in Entwicklungs- und Transformationsländern zu verbessern und damit einen Beitrag zur Armutsbekämpfung zu leisten. Als Komponente Sozialstandards des Programmbüros für Sozial- und Ökostandards fördern wir die Einführung, Umsetzung und Überprüfung von Sozialstandards.
Multi-Stakeholder Initiativen
Die Ausarbeitung und Einführung von Sozialstandards durch Verhaltenskodizes in bestimmten Branchen oder Sektoren erfordert einen intensiven Dialog mit allen Beteiligten. Dazu gehören Unternehmer, Gewerkschaftsvertreter, Wirtschaftsverbände, Regierungsstellen und Nichtregierungsorganisationen. Nur, wenn während des Aushandlungsprozesses alle Beteiligten als gleichberechtigte Partner verhandeln und der gesamte Prozess fair und transparent gestaltet ist, werden die ausgehandelten Standards von allen als verbindlich betrachtet und eingehalten werden. Initiativen, die sich aus diesen unterschiedlichen Interessensgruppen zusammensetzen, werden als Multi-Stakeholder Initiativen bezeichnet.
Wir initiieren Multi-Stakeholder-Prozesse, so. z.B. den Runden Tisch Verhaltenskodizes in Deutschland und nationale Runde Tische in elf Entwicklungs- und Transformationsländern.
Kooperationen mit der Privatwirtschaft
Die Wirtschaft spielt eine Schlüsselrolle bei der Einhaltung von Sozialstandards in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Daher fördern wir die Kooperation zwischen dem Staat und der Privatwirtschaft (Public Private Partnership, PPP-Projekte). In diesem Rahmen unterstützen wir deutsche Unternehmen bei der Feststellung der Defizite in ihren Produktionsstätten sowie bei der Umsetzung der Verbesserungspläne. Wir arbeiten z.B. mit der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE) und mit Volkswagen (VW) und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in solchen PPP-Projekten.
Capacity Building
Wir fördern Trainingsmaßnahmen für:
- kleinere und mittlere Unternehmen in Entwicklungsländern zum Thema „Profitable Social Management“
- Arbeiterinnen in der Schnittblumenproduktion, in der sie über ihre Rechte als Arbeitnehmerinnen sowie über umweltverträgliche Blumenproduktion informiert werden
- Arbeitnehmer und Management in Zulieferbetrieben der Schuh-, Textil- und Sportbekleidungsindustrie, in denen beide Seiten die Fähigkeit erlernen miteinander in den Dialog zu treten und Sozialstandards zu thematisieren.
Fairer Handel
Der Faire Handel setzt sich bereits seit vielen Jahren für existenzsichernde Erzeugerpreise, direkte und verlässliche Handelspartnerschaften und menschenwürdige Arbeitbedingungen, vor allem in der Landwirtschaft ein. In Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Fairhandelsorganisationen fördern wir die Erweiterung der Produktpalette und Steigerung der Marktanteile für fair gehandelte Produkte. Weiterhin unterstützen wir die Gründung des „Forum Fairer Handel“, der die Aktivitäten des Fairen Handels in Deutschland koordiniert.