Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Bekämpfung des Kinderhandels und der schlimmsten Formen der KinderarbeitProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Bekämpfung des Kinderhandels und der schlimmsten Formen der Kinderarbeit
Ausgangssituation
In der Côte d’Ivoire, einem Einwanderungsland für Arbeitssuchende aus den vergleichsweise ärmeren Nachbarländern, sind Kinderhandel und ausbeuterische Formen von Kinderarbeit stark verbreitet. Die Kinder werden aus den Nachbarländern, aber auch aus Dörfern im Land selbst, über Arbeitsvermittler an Arbeitgeber vermittelt. Jungen arbeiten vor allem in den Kakaopflanzungen, Mädchen in städtischen Privathaushalten. Dort sind sie ungeschützt, werden körperlich und teilweise auch sexuell ausgebeutet und erhalten wenn überhaupt nur einen geringen Lohn. Neben körperlichen und psychischen Schäden beeinträchtigt mangelnde Schulbildung die Zukunftschancen der Kinder. Rechtskonventionen zum Schutz von Kindern werden bisher nicht effektiv umgesetzt. Betroffene Kinder haben kaum Möglichkeiten, dieser Situation zu entkommen und Grundfertigkeiten zur Verbesserung ihrer Lebenssituation zu erwerben. Die Androhung eines Embargos für ivorischen Kakao auf dem amerikanischen Markt, wenn nicht bis 2008 zertifiziert wird, dass der Kakao ohne Kinderarbeit produziert wurde, verleiht dem Projekt besondere Bedeutung und führte zur Konzentration der Projektaktivitäten auf diesen Sektor. Côte d’Ivoire ist Weltmarktführer und liefert vierzig Prozent der globalen Produktion. Kakao ist lebenswichtig für die ivorische Wirtschaft und über 600.000 Familienbetriebe. Inzwischen wurde die Embargodrohung verlängert, da die Zertifizierung bei der kleinteiligen Produktion eine größere methodische Herausforderung darstellt. ZielFür Kinder und Jugendliche, die von Kinderhandel und den schlimmsten Formen der Kinderarbeit betroffen sind, haben sich Lebenssituation und Entwicklungsmöglichkeiten verbessert. Vorgehensweise
Eine zu Projektbeginn durchgeführte Studie zum Kinderhandel und zur Situation der Kinder auf Kakaopflanzungen bestätigen die Verbreitung des Problems. Die Bevölkerung sowie Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Verwaltung müssen für die menschenrechtsverletzenden Praktiken sensibilisiert werden. Das Projekt stärkt Nichtregierungsorganisationen, die betroffene Kinder psycho-sozial betreuen, alphabetisieren, ausbilden und später sozial wie ökonomisch wieder in die Gesellschaft eingliedern. Bis zum Projektende im September 2009 hat das Projekt ca. 1.000 Kinder betreut. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeDer Bekämpfung des Kinderhandels und der schlimmsten Formen der Kinderarbeit wird mittlerweile von der ivorischen Regierung eine hohe politische Bedeutung beigemessen. Als Folge der Aufklärungsmaßnahmen und der Arbeit der Komitees in den Verwaltungen wurden bereits mehrere Hundert Kinder aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen befreit und wenn möglich in ihre Familien in der Côte d’Ivoire oder in den Nachbarländern zurückgeführt. In den 6 Distrikten, die an dem Projekt teilgenommen haben, hat sich die Situation deutlich verbessert, und es werden wesentlich weniger Kinder in den Pflanzungen angetroffen. Die Ordnungskräfte haben mehrere Kindertransporte aufgehalten und die Urheber wurden rechtlich belangt. Die Bewusstseinsbildung auf allen Ebenen (Regierung, lokale Verwaltung, Pflanzer) ist bemerkenswert. Der Stiftung der deutschen Süßwaren- und Schokoladenindustrie hat sich 2008 mit 150.000 € an dem Vorhaben beteiligt. Im September 2009 musste das Vorhaben dennoch wegen fehlender Finanzierung durch die Privatwirtschaft und öffentlicher Geber eingestellt werden.
Foto: Sensibilisierung traditioneller Führer zu Fragen der Kinderarbeit. © GTZ Downloads
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