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Frau Susanne Bieberbach
E-Mail: susanne.bieberbach@giz.de

Förderung der Entwicklungsfähigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Entwicklungsfähigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sierra Leone
Politischer Träger: Erziehungsministerium
Gesamtlaufzeit: Februar 2007 bis Januar 2011

Ausgangssituation

Sierra Leone ist trotz reicher Bodenschätze ein extrem armes Land. Nach dem zehnjährigen Bürgerkrieg liegt sein Entwicklungspotenzial brach: eine im internationalen Vergleich hohe Analphabetenrate, Zusammenbruch des Bildungssektors, Zerfall gesamtgesellschaftlicher Problemlösungsstrategien, Verkümmerung des nationalen privaten Sektors und wirtschaftlicher Entwicklungsinitiativen an der Basis. Die Arbeitslosigkeit ist insbesondere unter Jugendlichen außerordentlich hoch. Die wenigen beruflichen Qualifizierungsangebote orientieren sich bislang zu wenig am Bedarf und den Beschäftigungsmöglichkeiten. Ohne den Erwerb grundlegender Allgemeinbildung und Kompetenzen, die in der Arbeitswelt gefragt sind, ist weder eine Wiederbelebung von Wirtschaft und Gesellschaft noch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration von Jugendlichen denkbar.

Ziel

Benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene sind durch soziale, wirtschaftliche und politische Aktivitäten in ihre Gemeinden integriert.

Vorgehensweise

Das nicht formale Bildungsangebot des Programms orientiert sich am Bedarf Jugendlicher und junger Erwachsener im ländlichen Raum. Der Bedarf wird anhand der Absorptionsfähigkeit für Arbeitssuchende in verschiedenen Branchen ermittelt. Das Programm bietet seine Leistungen in vier Teilkomponenten an:

  • Lehrlingsausbildung in Gemeindebildungszentren (fünf geförderte Einrichtungen auf Distriktebene)
  • Gemeindenahe funktionale Alphabetisierung in Verbindung mit relevanter Beschäftigung oder Einkommen schaffenden Aktivitäten (25 geförderte Zentren in Dorfgemeinschaften)
  • Sozialpädagogische Betreuung der Jugendlichen im Umfeld der Gemeindebildungszentren und der Alphabetisierungsmaßnahmen in Verbindung mit Mikroprojekten
  • Kapazitätsentwicklung auf allen Ebenen: Ministerien, Distriktverwaltungen, Schulkomitees, Nichtregierungsorgansiationen, Jugendsozialarbeiter, Handwerker

Die Curricula für die Berufsbildung und die funktionale Alphabetisierung werden neu erstellt und auf den Marktbedarf ausgerichtet, das heißt auf den Bedarf des Arbeitsmarktes sowie des Absatzmarktes für Produkte und Dienstleistungen von Selbstbeschäftigten. Sie werden in Zusammenarbeit mit Experten des Erziehungsministeriums und von Universitäten erarbeitet und berücksichtigen stark die Anforderungen der wirtschaftlichen Realität. Grundbildungsprogramme und Programme der funktionalen Alphabetisierung sollen Fertigkeiten vermitteln, mit deren Hilfe die Lernenden ihre Überlebensprobleme nachhaltig lösen können. Die Arbeit stützt sich auf die Ergebnisse des „National Employment Survey“, das 2006 im Rahmen des Programms „Beschäftigungsförderung für marginalisierte Jugendliche“ durchgeführt wurde. Es enthält Informationen über die Berufsbranchen mit den größten Beschäftigungspotenzialen sowie die dort benötigten Fertigkeiten.

Innerhalb des Programms zur funktionalen Alphabetisierung werden 25 Gemeinden in fünf Distrikten dabei unterstützt, sich in Interessensgruppen zu finden, wie Jugendliche, Frauen und Generationen übergreifende Gruppen. Ziel ist es, lokale Probleme, die wirtschaftliche Aktivitäten behindern, gemeinsam zu lösen. Zunächst soll so die Nahrungsmittelproduktion für den unmittelbaren Bedarf wieder hergestellt werden. Das Produktionspotenzial für landwirtschaftliche Exportprodukte soll ebenfalls erhöht werden. Die Gemeinden sollen die Hindernisse ermitteln, die die erfolgreiche Produktion und Integration ihrer Erzeugnisse auf lokalen und fremden Märkten beeinträchtigen: organisatorische oder finanzielle Probleme, deren Ursachen fehlende Infrastruktur oder ungünstige Kräfteverhältnisse zwischen politischen Autoritäten und Bevölkerung, zwischen Städten und ländlichen Gebieten oder zwischen Bauern und Händlern sein können.

Das Programm unterstützt die Gemeinden durch organisatorische Schulung, Vermittlung von technischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, Instandsetzung von Zugangsstraßen, Transportorganisation, Lobbyarbeit und Mobilisierung von Finanzierungsmöglichkeiten außerhalb der Mittel des Programms. Lesen- und Schreibenlernen dient der Bevölkerung somit als Instrument, um wirksame Lösungen für ihre wirtschaftlichen Probleme zu erarbeiten.

Für die Errichtung der geplanten 25 Alphabetisierungszentren in fünf Distrikten werden zurzeit Informationen über geeignete Standorte gesammelt: strategische Lage als Ort mit Ausstrahlung auf eine größere Umgebung, Bevölkerungszahl, Homogenität der Zielgruppen, Infrastrukturen, Konfliktpotenziale, Grad der Strukturierung der Bevölkerung.


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