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Ansprechpartner


Frau Karola Tippmann
Tel.: +505 268 9348
E-Mail: karola.tippmann@gtz.de

Förderung der nachhaltigen Entwicklung in Zentralamerika durch Tourismus

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der nachhaltigen Entwicklung in Zentralamerika durch Tourismus
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
Land: Zentralamerika - in den Ländern Panama, Costa Rica, Nicaragua, El Salvador, Honduras, Belize, Guatemala
Politischer Träger: Secretaría Técnica del Consejo Centroamericano de Turismo, Sistema de la Integración Centroamericano (SICA)
Gesamtlaufzeit: Januar 1999 bis Dezember 2005

Ausgangssituation

Zentralamerika. Projekt Nachhaltiger Tourismus. Nebelwaldfrosch. © GTZ

Die 1980-er Jahre hatten die Region Zentralamerika durch interne Konflikte in eine isolierte Situation gebracht. Auf allen wirtschaftlichen Ebenen war zu spüren, dass die Länder mit ihrer eigenen Konsolidierung beschäftigt waren und wenig Sinn für gemeinsames Vorgehen bestand.

Im Bereich Tourismus war die Situation folgendermaßen:

Costa Rica konnte sich als neutrales Land im Zentralamerika-Konflikt einen Ruf als „Schweiz Lateinamerikas“ aufbauen und durch den im Rahmen der Ökologiebewegung zustande gekommenen Schutz seiner Naturzonen einen Namen machen.
In Guatemala war ein 30-jähriger Bürgerkrieg zu Ende gegangen, der die Touristenströme aus Europa zwar nie abreißen ließ, aber Maßnahmen zur Demokratisierung notwendig machte.
Panama hatte einen geringen Tourismuszufluss aus den USA, wurde aber in Europa kaum wahrgenommen.
Nicaragua konnte nach einer Welle des Solidaritätstourismus aus Europa nicht wirklich Fuß fassen. Ähnlich erging es El Salvador.

Ausgangsbasis des Projektes im Jahre 1999 war:

  • eine demotivierte Unternehmerschicht in den Ländern der Region,
  • desorientierte Investoren im Ausland, ohne Vertrauen in die Region,
  • eine an der Entwicklung nicht partizipierende Bevölkerung.

Ziel

Die sieben Länder, in denen das Projekt tätig ist, vergrößern gemeinsam ihr touristisches Potential und nutzen dieses, um Wirtschaft und Beschäftigung auf umwelt- und sozialverträgliche Weise zu fördern. Damit wird gleichzeitig der wirtschaftliche Integrationsprozess in Zentralamerika unterstützt.

Vorgehensweise

Das in Zentralamerika unter der Bezeichnung „Fomento al Desarrollo Sostenible mediante el Turismo en Centroamérica“ (FODESTUR) bekannte Projekt unterstützt die Integrationsbemühungen in der Region durch die Förderung eines nachhaltigen Tourismus. Das beinhaltet:

  • die Festigung von Organisationsstrukturen und regionalen Kooperationen,
  • die Förderung der Entwicklung nachhaltiger regionaler Tourismusprodukte,
  • Ausarbeitung und Implementierung einer Corporate Identity für den nachhaltigen Tourismus in der Region,
  • die Beratung bei der Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien im Rahmen eines regionalen Konzeptes zur Qualitätssicherung.

FODESTUR übernimmt die Rolle eines Moderators in einem Netzwerk aus Partnerorganisationen und bietet diesen technische Unterstützung an.

Wichtigste Themen eines gemeinsamen regionalen Strategieplans sind: Touristische Sicherheit, Vereinfachung von Grenzformalitäten, touristische Infrastruktur sowie Marketing.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • FODESTUR hat den Prozess zur Schaffung einer Corporate Identity für den touristischen Sektor in Zentralamerika angestoßen. Zusammen mit den Unternehmern des touristischen Privatsektors und dem öffentlichen Sektor wurde die regionale Dachmarke „Centroamérica – tan pequeña... tan grande...“ (Zentralamerika, so klein und doch so groß) entwickelt.
  • Die sieben Länder Zentralamerikas stellen sich in den Langstrecken-Entsendermärkten, insbesondere in Europa, als ein einheitliches, zusammengehöriges Tourismusziel vor. Das Auftreten unter einer gemeinsamen Dachmarke fördert die Wahrnehmung der Region im Ausland und stärkt die Verhandlungsposition  der Länder als Block.
  • Sowohl klein- und mittelständische als auch wirtschaftlich starke Unternehmen sind an diesem Integrationsprozess beteiligt. Die Fluggesellschaft TACA (Transportes Aéreos de Centroamérica) verwendet das Logo der Dachmarke auf ihren Flugzeugen als Ausdruck der Corporate Identity der zentralamerikanischen Region.
  • Auf der internationalen Tourismusmesse FITUR 2004 in Madrid wurde der Gemeinschaftsstand von Zentralamerika als das beste integrierte Standkonzept und für seinen sichtbar gemachten Beitrag zur Integration ausgezeichnet.
  • Seit Mitte 2004 fliegen wöchentlich insgesamt 11 reguläre Non-Stoppflüge aus Europa nach Guatemala, Costa Rica oder Panama.
  • Etwa 120 länderübergreifende Unternehmerzusammenschlüsse haben sich seit der Einführung der Dachmarke gebildet, das sind 65 Prozent mehr als im Jahre 2002. Damit kann der Reisestrom auf alle Länder der Region ausgleichend verteilt werden.
  • Die Mehrheit der Unternehmer, die ein regionales Angebot haben, befindet sich wirtschaftlich im Aufwind. Es konnte Personal neu eingestellt werden, vor allem im Bereich fremdsprachige Tourismusführer. Andererseits hat sich das Angebot durch steigende Nachfrage diversifiziert.
  • Auf Grund der bestehenden Unternehmerallianzen haben marktführende  europäische Veranstalter wie TUI und Neckermann Interesse daran gefunden, ihr Angebot auf die bisher weniger positionierten Nachbarländer zu erweitern. So profitiert Nicaragua in hohem Masse durch den grenzüberschreitenden Verkehr mehrheitlich europäischer Touristen aus Costa Rica sowie Honduras und El Salvador in gleicher Weise von Touristen aus Guatemala.
  • Die Central American Tourism Agency (CATA), eine Promotionsagentur im europäischen Entsendermarkt wird mit eigenen Mitteln finanziert und unterhalten.
  • Die erste zentralamerikanische Wirtschaftszeitschrift, die das Zeichen der regionalen Dachmarke auf ihrer Titelseite führt, hat sich in El Salvador gegründet. Sie trägt den Titel „Negocios & Turismo“.
    Im Jahr 2004 fand unter dem Zeichen der Dachmarke der erste zentralamerikanische Tourismuskongress in Costa Rica statt.
  • Im Rahmen der Integrationsbemühungen hat sich der intraregionale Tourismus mit einem Anteil von 42 Prozent zu einem wichtigen Marktpotential entwickelt. 

Zentralamerika. Vom Projekt FODESTUR entwickelte Dachmarke für länderübergreifende Tourismuswerbung. © GTZ

Weiterführende Informationen


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