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Soziale Sicherung hat lange Tradition in Deutschland

Soziale Sicherungsysteme in Deutschland: Versichertenkarte. © GTZ

Soziale Sicherungssysteme - das sind institutionell verankerte Unterstützungssysteme, die helfen, Lebensrisiken wie Krankheit, Unfälle, Arbeitslosigkeit oder Alter zu bewältigen und deren Folgen zu mindern. Deutschland hat das älteste soziale Sicherungssystem der Welt. Es besteht aus den Teilsystemen Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rente. Wie die gegenwärtigen Diskussionen um Reformbemühungen zeigen, ist es nicht fehlerfrei. „Unsere Partnerländer sehen jedoch vor allem zwei Dinge,“ so Rüdiger Krech, Kompetenzfeldleiter Nachhaltige Soziale Sicherung der GTZ: „Erstens haben die jahrzehntelange Anwendung des Systems und die vorsichtige Anpassung an neue Gegebenheiten zu einer hohen Fachexpertise geführt und zweitens sind die sozialen Werte, die hinter dem System stehen - wie Solidarität, Chancengleichheit und allgemeiner Zugang zu sozialen Dienstleistungen - weitgehend aufrechterhalten worden.“

In vielen Ländern jedoch lebt die Mehrzahl der Menschen ohne jede soziale Absicherung. Weltweit haben mehr als 1.3 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten. Direktzahlungen im Krankheitsfall stellen das höchste Verarmungsrisiko überhaupt dar: Jedes Jahr verarmen rund 100 Millionen Menschen, die ihre Behandlungskosten nicht tragen können. Nur Arbeitnehmer des formellen Beschäftigungssektors (also Beamte, öffentliche Angestellte oder Militärangehörige), die aber in den meisten Partnerländern nur einen geringen Teil der Bevölkerung ausmachen,  genießen das Privileg einer Sozialversicherung. Damit auch Bauarbeiter, Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten oder Hausangestellte nicht bei jeder Krise sofort in ihrer gesamten Existenz bedroht sind, entwickelt die GTZ bedarfsorientierte Leistungspakete. „Wichtig ist es, die Versicherungen auf einzelne Berufsgruppen zuzuschneiden“, meint Krech. „Zum Beispiel ist für Bauarbeiter neben einer Krankenversicherung auch eine Unfallversicherung, die im Bedarfsfall wirklich zahlt, besonders wichtig.“ Dabei folgt die GTZ einem Ansatz, der staatliche und private Absicherung verbindet. Aufbauend auf einem System, dass allen zugängig ist und eine effiziente Minimalabsicherung gewährleistet, sollte es Möglichkeiten jedes Einzelnen geben, sich zusätzlich privat abzusichern. 

„Deutschland ist wegen seiner langen Tradition sozialer Sicherungssysteme heute international einer der gefragtesten Partner, wenn es um Beratung geht“, so Krech. Erfahrung in der Umsetzung bringt die GTZ mit: So berät sie im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) derzeit 43 Länder beim Auf- und Ausbau sozialer Sicherungssysteme.

27.04.2007


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