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Themen > Soziale Entwicklung > Gesundheit und Bevölkerung > Sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen > SympathieMagazin „Kinderrechte verstehen”

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SympathieMagazin „Kinderrechte verstehen”

Deckblatt: Sympathiemagazin - Kinderrechte verstehen

Auf Anregung und in Kooperation mit der GTZ hat der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung Anfang 2008 ein neues SympathieMagazin „Kinderrechte verstehen“ herausgegeben. Es soll einen Beitrag leisten zur weiteren Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit in Bezug auf die kommerzielle (sexuelle) Ausbeutung von Kindern – auch im Tourismus.

Hassan Youssef hat sich zwei Jahre lang mit dem Thema beschäftigt. Dann erklärt er seiner mehr als erstaunten Familie, dass er sich der Tradition nicht beugen werde und die Beschneidung seiner Tochter ablehne. Im neuen SympathieMagazin „Kinderrechte verstehen“ erläutert der 44-jährige Ägypter die Gründe. Mit seinem Beitrag „Nicht mit meiner Tochter“ belegt er, dass
er – wie wahrscheinlich nur wenige Männer (und Frauen) in Ägypten – sehr genau weiß, was eine Beschneidung bei einem Mädchen konkret bedeutet: eine irreparable Verstümmelung. So gesehen zeigt sich schon an diesem Beispiel, wie wichtig es ist, wenn der „Schutzengel ohne Flügel“ in der
eigenen Familie vorhanden ist.
Wäre dieser Gedanke und die damit verbundene Grundhaltung rund um den Globus verbreitet, würden die Rechte von Kindern nicht so häufig verletzt. Gegenwärtig müssen weltweit nämlich rund 218 Millionen Kinder arbeiten; viele unter menschenunwürdigen Bedingungen. Jedes sechste Kind hat keine Chance, Lesen und Schreiben zu lernen. Über 100 Millionen Kinder leben auf der Straße, „organisieren“ ihren Lebensunterhalt durch Diebstahl, Prostitution und Drogenhandel. Und mehr als eine Million Minderjährige werden pro Jahr Opfer von sexueller Ausbeutung, auch durch Touristen – die wohl perverseste Form, die Rechte von Kindern zu verletzen.
Genau hier beginnt das Engagement der beiden „Tatort-Kommissare“ Klaus J. Behrend und Dietmar Bär. Seit sie während der Dreharbeiten zu dem berühmt gewordenen WDR-Krimi „Tatort Manila“ mit der Thematik des sexuellen Missbrauchs von Kindern konfrontiert wurden, setzen sich die beiden Fernseh-Kommissare im realen Leben dafür ein, eben diesen Missbrauch zu bekämpfen. In Ihrem SympathieMagazin-Beitrag „Was wir tun müssen“ fordern sie uns auf, zu ihren Mitstreitern zu werden.
Andere Beispiele aus der Arbeit von Kinderrechts- und Kinderhilfsorganisationen beschreiben Situationen, Defizite und Fortschritte in Lateinamerika, Asien, Afrika und Deutschland. Denn auch hierzulande, so ist es im jüngsten SympathieMagazin zu lesen, spielen sich erstaunliche Vorgänge ab. Dazu zählen der Menschenhandel mit und aus Osteuropa, die von Armut betroffenen Kinder in Hartz-IV-Familien und auch das kaum wahrgenommene Thema von „Straßenkindern in Deutschland“. Dazu kommt die schwierige Arbeit der Strafverfolgungsbehörden, national und international tätige Kinderschänderringe aufzubrechen und die Täter dingfest zu machen.
Höchste Zeit also, den Kindern und ihren Rechten jene Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen.

Dr. Dietlind von Lassberg

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