Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Altstadtsanierung in Sibiu: Neues Parksystem
Langfristiges Engagement lohnt sich Sibiu in Siebenbürgen, Rumänien, wurde 2004 von den 25 Kultusministern der Europäischen Union zur europäischen Kulturhauptstadt 2007 gewählt. Ein beachtlicher Erfolg. Vor allem, wenn man einen Blick in Sibius jüngere Vergangenheit wirft. Noch vor zehn Jahren war Sibius Altstadt in einem Zustand, der den Ansprüchen einer Kulturhauptstadt nicht zu genügen schien: Viele Häuser hatten Probleme mit Feuchtigkeit und ihrer Standsicherheit. Unsachgemäße Reparaturen und stilfremde Umbauten beeinträchtigten das Stadtbild. Die malerischen Plätze in der Innenstadt waren dauerhaft zugeparkt. Viele Autos und Lastwagen nahmen die Abkürzung durch die engen Gassen des Zentrums. Seit Ende der 90er Jahre unterstützte die GTZ im Auftrag des BMZ die Stadt bei der Altstadtsanierung. Das Projektteam berät beispielsweise Einwohner, wie sie ihre Häuser vor dem Verfall retten können. Doch zu einer umfassenden Altstadtsanierung gehört mehr als nur schöne Fassaden. Der gesamte öffentliche Raum, Straßen, Plätze, Einzelhandel und öffentlicher Nahverkehr waren Teil des Projekts.
(Sibiu: Altstadt ohne Autos. © Foto: GTZ, Wagner) Jüngste Errungenschaft ist das neue Parksystem. Seit 2003 hat die GTZ mit der Stadtverwaltung am Konzept gefeilt. Umgesetzt hat es die Stadt eigenverantwortlich. Das Zentrum wurde in verschiedene Parkzonen aufgeteilt. Dauer- und Anwohner-Parken sind sehr günstig, Kurzzeitparken dagegen vergleichsmäßig teuer. In der historischen Innenstadt bezahlt man für eine halbe Stunde Parken soviel, wie man außerhalb für einen ganzen Tag bezahlt. Bereits nach zwei Jahren konnte man die ersten Erfolge sehen. Die Anzahl der Autos in der historischen Altstadt war deutlich gesunken, und es gibt nun mehr als 1.000 neue Stellplätze außerhalb der Innenstadt. Durch die Parkgebühren hat die Stadtverwaltung bereits die Hälfte des investierten Geldes wieder eingenommen. In den nächsten Jahren wird sich das System komplett amortisiert haben. Gekrönt wurde die Initiative im November 2008 durch die Auszeichnung mit dem ELTIS-Preis für Stadtverkehr der Europäischen Kommission. Und natürlich profitieren auch die Bewohner von Sibiu vom neuen Parkplatzsystem: Weniger Autos in der Innenstadt bedeuten auch weniger Verkehrslärm und Abgase. Mit weiteren Schritten zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs soll die Abgasbelastung für Bewohner und Umwelt noch weiter zu reduziert werden. Bisher scheiterten die Versuche, die Altstadt von Sibiu in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Für die Zukunft eröffnet sich hier eine neue Perspektive. Sibiu, eine Erfolgsgeschichte – nicht nur für die GTZ. |
Aus der Praxis |