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GTZ unterstützt regionale Organisationen beim Schutz der biologischen Vielfalt in Regenwäldern

Süd-Süd-Kooperation: Weltweite Zusammenarbeit erforderlich

Sie sind die grünen Lungen des Planeten: die Wälder der Äquatorregion. Jeder Hektar Wald, der dort durch Holzeinschlag oder Brandrodung verloren geht, heizt den Klimawandel weiter an. „Nicht minder dramatisch ist das damit einhergehende Artensterben, denn rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten leben in den Wäldern der Tropen“, erläutert Herbert Christ. Er leitet das Vorhaben „Internationale Waldpolitik“, das die GTZ im Auftrag des BMZ durchführt. „Besonders arme Menschen in Entwicklungsländern sind darauf angewiesen, dass die biologische Vielfalt - besonders in Wäldern - erhalten bleibt, da sie ihnen den Lebensunterhalt, Nahrung und durch Heilpflanzen Gesundheit garantiert“, so Christ weiter. Aber wie kann man den Spagat zwischen wirtschaftlicher Nutzung und Schutz der Waldökosysteme schaffen? „Dazu brauchen wir weltweite Kooperation, die über die klassische Nord-Süd Entwicklungsarbeit hinaus geht“, ist Christ überzeugt.

Rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten leben in den tropischen Wäldern. Auf diese biologische Vielfalt sind besonders die armen Menschen in den Entwicklungsländern angewiesen. Foto: Al-Janabi.

(Im Bild: Rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten leben in den tropischen Wäldern. Auf diese biologische Vielfalt sind besonders die armen Menschen in den Entwicklungsländern angewiesen. Foto: Al-Janabi.)

Ein Schritt in diese Richtung war die Konferenz zu nachhaltigem Waldmanagement und Biodiversität Anfang Juli in Montreal. Im Auftrag des BMZ hat die GTZ zusammen mit dem Sekretariat der UN-Biodiversitätskonvention die Organisation und inhaltlichen Gestaltung der Konferenz übernommen. Sie ist Teil eines Süd-Süd-Austauschs, der im Januar 2009 in Indonesien begonnen hat. Dabei ist es gelungen, Vertreter aus unterschiedlichen Ressorts der drei bedeutendsten Regionalorganisationen, die sich federführend um den grenzübergreifenden Erhalt  tropischer Wälder kümmern, an einen Tisch zu bekommen: die Organisation der Amazonasanrainerstaaten (ACTO), den Verbund Südostasiatischer Staaten (ASEAN) und die Zentralafrikanische Waldkommission (COMIFAC). „Diese Süd-Süd-Kooperation anzustoßen, war uns deshalb möglich, weil die GTZ im BMZ-Auftrag seit einigen Jahren die Sekretariate dieser drei Regionalorganisationen berät“, sagt Dietmar Schorlemer, der mit seinem GTZ-Team vor Ort die COMIFAC unterstützt.

Ein erster Erfolg ist, dass waldrelevante Themen von den Vertreter der Regionalorganisationen sektorübergreifend diskutiert werden. Die Diskussionen sollen schon im Oktober in Buenos Aires im Rahmen des Weltforstkongresses fortgesetzt werden. „Dann und bei den Folgetreffen wird es darum gehen,  sich über Positionen beispielsweise zum Klimazertifikathandel, zu Biopiraterie und Holzzertifizierung zu informieren und über erfolgreiche regionale Ansätze auszutauschen“, sagt Gunter Simon, Leiter des Projekts Tropenwalderhaltung Amazonien.

Ganz praktisch wird es dann etwa darum gehen, ob und wie Bewohner am Unterlauf eines Flusses Ausgleichzahlungen an die Menschen weiter oberhalb leisten, wenn diese den Wald erhalten und so für verlässlich gute Wasserqualität sorgen oder die Erosionsgefahr reduzieren. Dringlich ist auch, gemeinsame Rechtsstandards zu finden, damit beispielsweise international agierende Pharma- und Holzkonzerne nicht die Möglichkeit haben, Länder mit weniger rigiden Bestimmungen gegen andere auszuspielen und mit geringen Zahlungen an die wertvollen natürlichen Ressourcen zu kommen. Gleiches gilt für den Handel mit Klimazertifikaten aus Waldschutz – in Zukunft eine gerade für arme Länder wichtige Einnahmequelle, um die nationale Entwicklung aus eigener Kraft voranzutreiben.

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