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Themen > Umwelt und Klima > Management von Naturressourcen > Internationale Waldpolitik > Hintergrund

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Hintergrund

Nachhaltige Waldwirtschaft ist ein globales Anliegen

Jedes Jahr werden weltweit 15 Mio. Hektar Wald durch menschlichen Einfluss zerstört. Die Waldzerstörung geht auch deshalb weiter, weil der Beitrag des Waldes zu ökonomischer Entwicklung und zu Armutsminderung völlig unterschätzt wird. 

Wald als produktiver Sektor kann Armut mindern 

Wald dient der Existenzsicherung, ist Einkommensquelle und Landreserve. Damit bildet der Wald ein Sicherheitsnetz für die extrem Armen, um in Hungers- und Krisenzeiten die Grundbedürfnisse zu decken.

Für Menschen ist der Wald überlebenswichtig

  • 90 Prozent der 1,2 Milliarden Armen, die weniger als 1 US-Dollar am Tag verdienen, hängen direkt von Wäldern ab (Weltbank, 2001). 
  • 60 Millionen indigene Menschen sind direkt abhängig von Wäldern und ihren Produkten (Weltbank, 2001). 
  •  350 Millionen Menschen, die in oder in der Nähe von Wäldern leben, sind auf diese für ihre Subsistenz oder für Einkommen angewiesen (Weltbank, 2001). 
  •  Über 2 Milliarden Menschen benutzen hauptsächlich Brennholz zum Kochen und Heizen (UNDP, UNDESA und World Energy Council 2000). 
  •  Mehr als 10 Millionen Menschen in Entwicklungsländern sind in der Waldwirtschaft beschäftigt. Hinzu kommen ca. 30 bis 50 Millionen informelle Jobs in der Holzindustrie (ILO, 2002).
  • Naturprodukte aus Wäldern sind für 70 bis 90 Prozent der Menschen in Entwicklungsländern die einzige Quelle für Medizin (FAO, 1996).

Der politische Rahmen

Die internationale Staatengemeinschaft betonte 1992 auf der Rio-Konferenz der Vereinten Nationen zu Umwelt und Entwicklung die Bedeutung der Wälder für nachhaltige Entwicklung und die Notwendigkeit ihres umfassenden Schutzes. Nach mehreren zwischenstaatlichen Gremien wurde im Jahr 2000 das Waldforum der Vereinten Nationen eingerichtet, das inzwischen von fast allen mit Wald befassten internationalen Organisationen unterstützt wird. Außerdem ergeben sich Verpflichtungen und Anknüpfungspunkte für die Politikgestaltung aus rechtsverbindlichen Konventionen, den Millenniums-Entwicklungszielen und dem Johannesburg Aktionsplan. Wegen der Komplexität des Sektors sind rechtsverbindliche globale Regelungen zur nachhaltigen Waldwirtschaft bislang nicht zustande gekommen. Kurzfristige ökonomische Zwänge und Interessen gestalten eine langfristig ausgerichtete Bewirtschaftung der Wälder häufig sehr schwierig.

Handlungsbedarf

Nachhaltige Waldwirtschaft braucht gute Regierungsführung (Good Governance). Damit der Wald seine Wertschöpfungspotentiale für die nachhaltigen Entwicklung eines Landes entfalten kann, bedarf es also politischer Reformen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Partnerländer bei dieser Aufgabe. Ein wichtiges Anliegen dabei ist, Aspekte nachhaltiger Waldwirtschaft auch in die Entwicklungsstrategien von Sektoren einzubinden, die nicht explizit die Umwelt zum Gegenstand haben, wie z.B. den Finanz-, Infrastruktur-, Landwirtschafts-, Bergbau- oder den Gesundheitssektor.




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