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Herr Dr. Florent-Dirk Thies
E-Mail: florent-dirk.thies@gtz.de

Landwirtschaftliche Entwicklung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Landwirtschaftliche Entwicklung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Burkina Faso
Politischer Träger: Ministère de l’Agriculture, de l’Hydraulique et des Ressources Halieutiques
Gesamtlaufzeit: 2004 bis 2016

Ausgangssituation

Burkina Faso, Bananenernte

Die Landwirtschaft und ihre nachgelagerten Wirtschaftszweige haben das größte Entwicklungspotenzial für die Wirtschaft Burkina Fasos. Ihr Wachstum kommt der armen Bevölkerung zugute, die zu achtzig Prozent von der Landwirtschaft lebt. Das Land hat kaum Alternativen zur Landwirtschaft, da es weder nennenswerte Rohstoffe noch bedeutende Industrie gibt. Auch ein Dienstleistungssektor kann kurzfristig nicht aufgebaut werden. Baumwolle ist momentan die einzige bedeutende Cash Crop (Feldfrucht für Verkauf und Export), die ein Einkommen über die Selbstversorgung hinaus ermöglicht. Sie hatte sich seit 1994 bedeutend entwickelt, ist jedoch seit der Anbausaison 2004/2005 in einer nie da gewesenen finanziellen Krise.

Um vorhandene alternative Potenziale nutzen zu können, muss die Marktintegration der Produzenten, insbesondere die von Kleinbauern und -bäuerinnen, gestärkt werden. Sie müssen außerdem dabei unterstützt werden, ihre Ernährungsbasis zu sichern und die Zeiten von Nahrungsmittelknappheit zu verkürzen.

Ziel

In zwei ausgewählten Regionen im Südwesten und Osten Burkina Fasos sind neue Arbeitsplätze entstanden. Dauerhaft erzielen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern dort höhere Einkommen und können sich besser ernähren. Natürliche Ressourcen, insbesondere die Bodenfruchtbarkeit, werden erhalten.

Vorgehensweise

Das Programm „Landwirtschaftliche Entwicklung“ unterstützt die burkinischen Partner darin, den Übergang zu einer marktorientierten Landwirtschaft zu fördern und so umfassendes wirtschaftliches Wachstum zu ermöglichen. Im Vordergrund stehen die Förderung von alternativen Produktionen mit gesichertem nationalem und internationalem Absatz sowie die Weiterverarbeitung. Diese ist vor allem für Frauen eine Alternative zur bodengebundenen Produktion. Wegen der schleppenden Landreformen haben Frauen ansonsten kaum Chancen auf produktive Beschäftigung.

Zur Produktionsförderung und zum Erosionsschutz werden die Wertschöpfungsketten gezielt gemeinsam gefördert. Alle Glieder der Kette werden berücksichtigt: Bereitstellung von Produktionsmitteln, Beratung, angepasste Kreditsysteme, Zertifizierung und Qualitätsstandards, Lebensmittelverarbeitung bis hin zur nationalen, regionalen und internationalen Vermarktung.

Verschiedene Kriterien bestimmen die Auswahl förderungswürdiger Wertschöpfungsketten.

  • Wirtschaftlich: vorhandene Märkte und Partner aus der Privatwirtschaft, Anzahl der landwirtschaftlichen und außerlandwirtschaftlichen Nutznießer
  • Sozial: Anteil der armen Bevölkerung, Frauen, Ernährungssicherheit, Zugang zu Märkten mit sozialen Standards
  • Ökologisch: Biolabel, Wirkung auf Bodenfruchtbarkeit und anderes

Eine Voraussetzung für den Ansatz, Wertschöpfungsketten zu fördern, ist die konsequente Beteiligung der Privatwirtschaft. In Burkina Faso ist dies noch ein Novum. Sowohl die staatlichen Akteure als auch weite Teile der Zivilgesellschaft sehen in der Privatwirtschaft eher eine Konkurrenz als eine Lösung. Erschwerend kommt hinzu, dass nur wenige Klein- und Mittelunternehmen im formellen Sektor aktiv sind.

Um privatwirtschaftliche Initiativen zu entwickeln und zu fördern, muss in Menschen und Organisationen, aber auch in Institutionen und Politiken investiert werden. Die Entwicklung von Menschen und Organisationen allein reicht nicht aus, so lange die Rahmenbedingungen nicht stimmen und umgekehrt. Der Ausbau marktwirtschaftlicher Institutionen, ein verbesserter rechtlicher und administrativer Rahmen, entwicklungsorientiertes staatlichen Handeln und die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Staat, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft sind Voraussetzungen für nennenswerte privatwirtschaftliche Investitionen. Diese wiederum sind unabdingbar für nachhaltig wirksames Wachstum und Armutsbekämpfung.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Alle Akteure der drei Wertschöpfungsketten (WSK) wurden in Workshops zusammengebracht, um sich auszutauschen, Engpässe in der Produktkette zu definieren, eine gemeinsame Vision für ihre Wertschöpfungskette zu formulieren und diese umzusetzen. Aus dieser Arbeit haben sich Gruppen, bestehend aus Akteuren aller Kettenglieder, wie Produktion, Verarbeitung, Handel, gebildet. Sie vertreten, noch auf informeller Ebene, die Akteure der jeweiligen WSK und wirken mithilfe des Programms am Aufbau einer berufsübergreifenden Vertretung der gesamten Wertschöpfungskette mit.

Das Programm fördert Ausbildungen für verbesserte Anbaumethoden und die Einhaltung von Qualitätsstandards und unterstützt bei Verhandlung und Einhaltung von Handelsverträgen. Ebenfalls unterstützt wird die Erarbeitung von Ausbildungsmodulen zur Förderung unternehmerischer Fähigkeiten für Landwirte und andere Akteure der WSK. 1.000 Akteure wurden bereits geschult, 1.000 weitere haben sich angemeldet.

Zur Verbesserung der Ernährungsbasis wurden Erosionsschutzmaßnahmen in zwei stark degradierten Gebieten durchgeführt. Fast 4.000 Kleinbauern mit ihren Familien erhielten für die drei Monate andauernden Arbeiten ein zusätzliches Einkommen von rund 80 Euro, das ihnen über die nahrungsmittelknappe Periode hinweggeholfen hat. Die vormals degradierten, nicht mehr nutzbaren Flächen werden heute wieder mit Mais, Erdnüssen und anderen Produkten bebaut.

Vermarktung von Karitéprodukten einer Selbsthilfegruppe aus Fada N’Gourma, Ostregion Burkina Fasos. © GTZ

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