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Ländliche Ausbildungszentren (CMR)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ländliche Ausbildungszentren (CMR)
Auftraggeber: BMZ
Land: Côte d’Ivoire
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft
Gesamtlaufzeit: Oktober 2004 bis Januar 2007

Ausgangssituation

Die ländliche Bevölkerung der Côte d’Ivoire, insbesondere Jugendliche, haben kaum Zugang zu berufsqualifizierender Ausbildung. Das formale Schulsystem mit seinen klassischen Bildungsinhalten bietet den Abgängern nur wenig Möglichkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren oder selbständige, kleinunternehmerische Tätigkeiten zu beginnen. Auch die meisten Frauen verrichten ihre Tätigkeiten in der landwirtschaftlichen Produktion eher routinemäßig und sind beim Zugang zu Aus- und Fortbildung ebenso benachteiligt wie beim Zugang zum formalen Schulwesen. Das vorhandene Entwicklungspotenzial im ländlichen Raum wird nicht ausreichend genutzt, den Jugendlichen bleibt als Perspektive häufig nur die Abwanderung in städtische Zentren.
Mitte der 90er Jahre hat sich die Côte d’Ivoire dafür entschieden, ein flächendeckendes System der beruflichen Bildung für diese Zielgruppen in ländlichen Ausbildungszentren, den so genannten Centres des Métiers Ruraux (CMR), einzurichten. Es beruht auf Eigeninitiative und Selbstfinanzierung. Die ivorische Regierung wurde dabei von Beginn an durch die deutsche Technische Zusammenarbeit unterstützt.

Ziel

Das System der Centres des Métiers Ruraux (CMR) ist konsolidiert und im Land verbreitet.

Vorgehensweise

Die ländlichen Ausbildungszentren sind dabei keine Schulungsgebäude mit fest angestelltem Lehrpersonal, sondern Gruppen von Dörfern, die mit einfachen Mitteln bedarfsgerecht Aus- und Fortbildungsaktivitäten durchführen. Das System sieht vor, dass die Interessenten selbst die Fortbildungsinhalte bestimmen und zusammen mit den Ausbildern, die sie selbst auswählen, ihre Kurse gestalten. Die Finanzierung teilen sich die Fortbildungsgruppen und der Staat durch die Bereitstellung eines Fortbildungsfonds. Die Inhalte können entsprechend der Nachfrage und dem lokalen Potenzial sehr unterschiedlich sein. Sie umfassen sowohl einkommensschaffende Tätigkeiten wie Gemüseanbau, Kleintierhaltung oder Seifenherstellung als auch aktuelle gemeinschaftskundliche Themen wie Dezentralisierung und Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur.
Als Mittler in diesem System wirken so genannte „Ausbildungskoordinatoren“, die vom Staat finanziert werden und im Durchschnitt zehn Dörfer betreuen. Ihre Aufgabe ist es, zusammen mit freiwilligen Dorfkoordinatoren den Prozess der Identifizierung der Themen und der Organisation der Durchführung zu begleiten. Am Anfang steht immer eine Situationsanalyse, die gemeinsam mit der Bevölkerung durchgeführt wird. Die Ausbildungskoordinatoren werden von einer zentralen Koordinationszelle des Landwirtschaftsministeriums gesteuert. Zur Verankerung des Systems in den verschiedenen Regionen sollen Assoziationen zwischen Dörfern gebildet werden. Außerdem wird die Vernetzung mit dezentralen Strukturen angestrebt.

Cote d'Ivoire, Projekt Ländliche Ausbildungszentren (CMR): Traditionelles ländliches Handwerk. © GTZ


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