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Herr Christian Gräfen
E-Mail: christian.graefen@giz.de

Unterstützung der Landreform

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Landreform
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministry of Lands and Resettlement (MLR)
Gesamtlaufzeit: 2003 bis 2012

Ausgangssituation

Namibia. Kommerzielle Farm: Wassersparende Bewässerungsmethoden erlauben den Gemüseanbau auch in einem sehr trockenen Klima. Bild: Ralf Bäcker, version-foto

Zur Unabhängigkeit Namibias 1990 befand sich fast das gesamte kommerzielle Farmland im Besitz der weißen Minderheit, während den  benachteiligten schwarzen Bauern lediglich 2,7 Prozent gehörten. Die Besitzverhältnisse  kommerzieller Farmen sind nach modernem Recht schriftlich fixiert. Die Nutzungsverhältnisse des kommunalen Landes und die sich häufig überlappenden Landnutzungsrechte sind dagegen meistens nur mündlich vereinbart. Die Regierung des Landes steht vor der Aufgabe, durch eine Landreform das Land gerecht zu verteilen und die  Landrechte zu sichern.  Ebenso wichtig ist aber auch die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen, um deren Übernutzung zu vermeiden.

Ziel

Namibia verfügt über eine stimmige, alle Interessen einbindende Strategie für die Landreform und setzt diese um. Landnutzungsplanung, Landmanagement sowie das Bewusstsein für eine nachhaltige Landnutzung bei Bevölkerung und den Mitarbeitern der verantwortlichen Institutionen sind gewährleistet.

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Aufbau von Management-, Planungs- und Mediationsfähigkeiten bei den staatlichen Behörden, Landwirtschaftsverbänden und anderen Organisationen und der lokalen Bevölkerung. Mit deutscher Unterstützung hat ein Team namibischer Landexperten einen intensiven Dialog mit allen, von der Landreform betroffenen Gruppen begonnen. Der erste Schritt war eine Bestandsaufnahme sowie eine umfassende Strategie für die Bodenpolitik.  Diese berücksichtigt vor allem die ehemals benachteiligten Bauern.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Registrierung von Grundstücken in den kommunalen Gebieten. Die GIZ schult Mitarbeiter der kommunalen Landausschüsse und des Ministeriums rund um das Thema Landreform.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Im Rahmen des Projektes hat ein Team namibischer Landexperten einen intensiven Dialog aller von der Landreform betroffenen Gruppen eröffnet, mit einer Bestandsaufnahme begonnen sowie eine umfassende Strategie für die Bodenpolitik weiterentwickelt. Durch die Projektarbeit sind die kommunalen Landausschüsse in der Lage, Grundstücke zu registrieren, Konflikte zu schlichten, sie kennen die Gesetzeslage und achten auf die nachhaltige Nutzung des Landes durch die Bevölkerung. 15.000 Grundstücke sind schon registriert und die Eigentümer besitzen ein offizielles Landnutzungszertifikat mit gesicherten Besitzverhältnissen.

In einem Mentorenprogramm geben erfahrene, kommerzielle Farmer ihr Wissen an diejenigen weiter, die erst durch die Landreform Land besitzen und dieses nun bewirtschaften wollen. 2.200 neue Farmen sind durch die Landreform bereits entstanden und 18 Prozent des Farmlandes ist inzwischen in den Händen schwarzer Bauern. Von diesen haben bis Ende 2009 bereits 1.500 an dem Mentorenprogramm teilgenommen und mit ihrem Farmbetrieb begonnen.

Namibia. Kommerzielle Farm: Ein schwarzer Farmer hat es geschafft. Er zählt den Gewinn, den er mit seinem Vieh erwirtschaftet hat. Bild: Ralf Bäcker, version-foto


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