Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Programmbüro Sozial- und Ökostandards Tel.: +49 6196 79-4400 Fax: +49 6196 79-6132 E-Mail: forest_certification@gtz.de |
Hintergrund
Wälder stellen für Millionen armer Menschen ein Sicherheitsnetz dar, das sie mit Nahrung, Brennholz, Baumaterial sowie Arzneien versorgt. Gerade in Zeiten knapper Nahrungsmittel oder zwischen Erntezeiten ist der Wald lebenswichtige Nahrungsquelle. Doch trotz des immensen Potenzials der Wälder bleiben ihre Bewohner in der Regel arm und die universellen Vorurteile von Hinterwäldlertum und Mittellosigkeit weiterhin bittere Realität. Tropischer Regenwald ist die Vegetationsform, die weltweit die größte Dichte biologischer Vielfalt aufweist. Zudem nehmen Wälder mit ihren Pflanzen und Böden das klimaschädliche Kohlendioxid auf, produzieren Sauerstoff und speichern Süßwasser. Das macht Wälder – vor allem große Regenwaldgebiete mit ihrer riesigen Biomasse – zu entscheidenden Faktoren für das globale Klima. Die Ertragsspanne für tropisches Edelholz ist hoch. Auf einmalige Ausbeutung ausgerichtete Produktionsweisen und Besitzstrukturen verhindern aber in der Regel, dass die Holzindustrie zum Wachstumsmotor einer Region wird. Das liegt auch an den mitunter kriminellen Methoden in der Branche. Gewaltsame Vertreibungen und Landenteignungen gehören ebenso zu ihrem Repertoire wie Korruption und hemmungsloser Diebstahl. Durch illegalen Holzeinschlag gehen den Holz produzierenden Ländern laut Schätzungen der Weltbank jährlich 10 bis 15 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben verloren. Forstliche Zertifizierung bietet die Möglichkeit, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften. Mit der forstlichen Zertifizierung wird von unabhängigen Prüfern bescheinigt, dass bei der Bewirtschaftung eines Waldes bestimmte ökologische, wirtschaftliche und soziale Standards eingehalten werden. Dem Verbraucher wird die Möglichkeit eröffnet, sich beim Kauf bewusst für entsprechend gekennzeichnete Produkte zu entscheiden. Die forstliche Zertifizierung soll die Nachfrage nach zertifiziertem Holz steigern und auf diese Weise eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft honorieren. Sie ist also in erster Linie ein marktwirtschaftliches Instrument, das Anreize schaffen soll, Wälder nachhaltig zu bewirtschaften. Der Prozess forstlicher Zertifizierung bedeutet aber mehr als ein Gütesiegel für Öko-Holz. Er beinhaltet die Vereinbarung nationaler Standards für eine nachhaltige Waldwirtschaft, die Anwendung dieser Standards bei der Evaluierung von Forstbetrieben, die lückenlose Kontrolle des Weges, den das Holz über Handel und Verarbeitung vom Wald bis zum fertigen Produkt nimmt (Chain-of-Custody Kontrolle) bis hin zur Kennzeichnung und Vermarktung der Produkte aus zertifizierten Betrieben durch ein Gütesiegel. Ebenso gehören verantwortungsbewusste Verbraucher dazu, die durch ihre Kaufentscheidung zu schonender Waldwirtschaft beitragen wollen sowie die Institutionen, die für die Umsetzung erforderlich sind. |