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Themen > Ländliche Entwicklung > Agrarpolitik und ländlicher Raum > Ernährungssicherung > Agrarpolitik und Ernährungssicherung > Hintergrund

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Hintergrund

Ernährungssicherung – eine Herausforderung

„Jeder Mensch hat Anspruch auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung.“

(Artikel 25.1 der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen von 1948)

Das Recht auf Nahrung ist darüber hinaus auch im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte verankert. Die Bekämpfung von Hunger und Unterernährung ist zudem ein zentrales Anliegen der Millenniumentwicklungsziele (MDG). Mit dem Aktionsprogramm 2015 leistet die Bundesregierung ihren Beitrag dazu, die MDG umzusetzen und das Recht auf Nahrung zu verwirklichen.

Hunger und seine Ursachen

Weltweit werden genügend Nahrungsmittel produziert. Dennoch – etwa eine Milliarde Menschen hungert. Hunger ist vor allem das Ergebnis einer ungleichmäßigen Verteilung von Ressourcen und mangelnden Zugangs zu Nahrung. Viele Menschen sind zu arm, um sich das benötigte Essen zu kaufen. Oder es reicht nur für einseitige Kost, versteckter Hunger ist die Folge. Wer hungert, ist körperlich nur eingeschränkt leistungsfähig – kann zum Beispiel seine Felder nicht richtig bestellen oder kein ausreichendes Einkommen erwirtschaften. Armut ist gleichzeitig Ursache und Folge von Hunger.

Die ländliche Entwicklung ist der Schlüssel im Kampf gegen Hunger und Armut. Doch um Perspektiven zu haben, brauchen die Kleinbauern einen besseren Zugang zu produktiven Ressourcen wie Wasser oder Land. Vor allem ein sicherer Zugang zu Land wird immer wichtiger. Durch massive, oft unrechtmäßige Landaneignungen (land grabbing) für kommerzielle Agrarproduktion – Agrartreibstoffe, Nahrungs- und Futtermittel – verliert die lokale Bevölkerung wertvolles Acker- und Weideland und wird auf weniger ertragreiche Böden verdrängt. Ebenso wichtig sind geeignete Vermarktungsmöglichkeiten und ein besserer Zugang zu Bildung, vor allem für Frauen. Diese sorgen für die Ernährung der Familie; wissen sie mehr über Anbau und Verarbeitung von Nahrungsmitteln, kommt das allen zugute.

Hohes Bevölkerungswachstum führt zunehmend zu einer Übernutzung der begrenzten natürlichen Ressourcen. Deren nachhaltige Nutzung ist der beste Schutz vor Verlust von Acker- und Weideland. Bürgerkriege und Naturkatastrophen sind regional für Hunger verantwortlich, häufig auch schlechte Regierungsführung und Korruption. Die Liberalisierung des globalen Agrarhandels im Zusammenspiel mit den hohen Agrarsubventionen der Industrieländer führt dazu, dass viele Entwicklungsländer lieber billige Grundnahrungsmittel importieren als die eigene Landwirtschaft zu fördern. Das macht sie vom Weltmarkt und seinen Preisschwankungen abhängig. Daher brauchen Entwicklungsländer faire Chancen auf dem Weltmarkt.

In vielen Regionen, beispielsweise in Subsahara-Afrika, müssen sich die Kleinbauern an den Klimawandel anpassen, der die Ernährungsunsicherheit weiter verschärft. Die Agrarforschung schafft dafür wichtige Grundlagen.

 


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