Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Kommerzialisierung von Biopestiziden in SüdostasienProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Kommerzialisierung von Biopestiziden in Südostasien
AusgangssituationDer übermäßige Einsatz synthetischer Pestizide belastet die Umwelt und die Gesundheit der Menschen in Südostasien erheblich. Gleichzeitig gibt es einen erhöhten Bedarf an biologisch und rückstandsfrei produzierten Nahrungsmitteln sowohl auf internationalen als auch lokalen Märkten. Ein verbessertes Angebot qualitativ hochwertiger landwirtschaftlicher Produkte kann die Position von Bauern, lokalen Firmen und anderen Akteuren in Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie stärken. Umweltfreundliche, biologische Produkte zur Schädlingskontrolle und zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion (Biopestizide) wurden zwar entwickelt und von Regierungen als Ersatz für synthetische Pestizide propagiert, doch auf den Märkten Südostasiens sind sie noch immer unterrepräsentiert. Die Gründe dafür sind zum Bespiel technologische Hürden, komplizierte Zulassungsverfahren oder wenig Erfahrung mit dem Marketing solcher Produkte bei der Privatwirtschaft. ZielUmweltfreundliche Schädlingsbekämpfung – auf der Basis von Modellprodukten wie biologische Nagerbekämpfung und anderen innovativen Biopestiziden – ist auf den Märkten Südostasiens stärker verbreitet als bisher. VorgehensweiseAm Beispiel des biologischen Nagerbekämpfungsmittels Sarcocystis werden Wege gezeigt, wie kleine und mittelständische Unternehmen in Entwicklungsländern biologische Produkte erfolgreich auf dem Markt platzieren können. Das Projekt der GTZ vermittelt Kontakte zwischen öffentlichen Forschungseinrichtungen, Regierungsstellen und privaten Unternehmen, gibt Hilfestellung beim Umgang mit nationalen und internationalen Zulassungsbestimmungen und berät interessierte Unternehmen in Fragen der Wirtschaftlichkeit und Technologie der Produkte. Zielrichtung und Vorgehen stimmen in mehreren Punkten mit den neuen prioritären Feldern des Aktionsplans 2005 bis 2010 der ASEAN-Staatengemeinschaft (Lebensmittelsicherheit, Stärkung des Privatsektors, Schutz natürlicher Ressourcen) überein, der zudem die Förderung von Biopestiziden explizit vorsieht. Wirkung - Was bisher erreicht wurdeDas GTZ-Projekt hat in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten der Regierungen und mit der Privatwirtschaft ein kommerzielles biologisches Produkt zur Nagerbekämpfung auf den Märkten in Thailand und Vietnam eingeführt. Zulassungsverfahren für die Vermarktung sind in Indonesien und Laos anhängig. Die Verbreitung dieser Technologie beseitigt das Risiko von – vorher häufigen – Vergiftungsunfällen mit chemischen Nagerbekämpfungsmitteln bei Reisbauern und anderen Anwendern. Im Rahmen von Demonstrationsanwendungen mit Reis wurden bei wettbewerbsfähigen Kosten Ertragssteigerungen von rund 20 Prozent erzielt. Eine weitere Initiative des Projekts ist die Markteinführung umweltschonender Verfahren zur Schädlingsbekämpfung und Ertragssteigerung in den wirtschaftlich wichtigen Kulturen Ölpalme und Kakao. Ertragssteigerungen mit umweltfreundlichen Methoden mindern einerseits den Druck, immer größere Flächen natürlicher Waldbestände der Plantagenwirtschaft zu opfern, und führen andererseits zu deutlichen Wettbewerbsvorteilen für die Produzenten auf Exportmärkten, etwa höhere Preise für Kakao. In Zusammenarbeit mit der internationalen Industrie (International Biocontrol Manufacturers’ Association, IBMA) und lokalen Unternehmen wurden in Indonesien Zulassungsverfahren für zwei biologische Produkte zur Insektenbekämpfung (Lockstofftechnologie und ein mikrobielles Produkt) erfolgreich eingeleitet. Die Behörden haben den Verkauf der Lockstofftechnologie bereits genehmigt, was zu bedeutenden Investitionen der lokalen Privatwirtschaft in die Verbreitung des Produkts in Ölpalmkulturen geführt hat. Öffentliche Promotionveranstaltungen des Projekts auf Sumatra führten zur Unterzeichnung eines Vertrags mit der lokalen Plantagenwirtschaft zum Einsatz biologischer Nagerbekämpfung auf 2.000 Hektar Ölpalmkulturen. Bei erfolgreicher Anwendung steht eine Ausweitung auf 20.000 Hektar in Aussicht, bei einem Gesamtpotenzial von fünf Millionen Hektar allein auf Sumatra. Der Dialog mit der Privatwirtschaft und den Zulassungsbehörden in den einzelnen Ländern im Rahmen der Zulassungsverfahren hat bei den Beteiligten zu einer differenzierteren Betrachtungsweise und deutlichen Sensibilisierung für technologische Möglichkeiten bei Biopestiziden und für Probleme bei Zulassungsfragen geführt. Durch Vermittlung des Projekts sind die Vertreter der Zulassungsbehörden in Vietnam, Indonesien und Thailand bereit, sich bei Biopestiziden von Gremien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beraten zu lassen, und einen Plan für die Vereinfachung und Harmonisierung der Registrierung auszuarbeiten.
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