Die Weltbevölkerung wird bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich neun Milliarden Menschen anwachsen. Im gleichen Maß wird sich der Nahrungsmittelbedarf erhöhen. Dabei stehen immer weniger Ackerland, Weidefläche oder Wasserressourcen zur Verfügung. Gefragt sind wissenschaftliche Strategien, die Produktionszuwächse unter den sich wandelnden Anbaubedingungen ermöglichen und die Perspektiven nachfolgender Generationen sichern, ohne zu Lasten der Umwelt und Artenvielfalt zu gehen.
Agrarforschung sichert Lebensperspektiven und schafft Zukunftschancen
Viele Entwicklungsländer mit großem Agrarsektor haben in der Vergangenheit mit Nachdruck in Agrarwissenschaften und -technologien investiert. Nicht ohne Grund: Agrarforschung ist eine der Vorbedingungen für Wachstum in der Landwirtschaft. Nachhaltige Produktionssysteme im Pflanzenbau, der Nutztierhaltung oder der Fischzucht, die Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten, aber auch neue politische Wege aufzeigen, bringen Fortschritte bei der Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung. Dabei reichen die Impulse über die ländlichen Räume hinaus. Themen wie stadtnahe Landwirtschaft und ausgewogene, gesunde Ernährung werden immer wichtiger.
International und lokal vernetzt: Kompetenzen in Entwicklungsländern aufbauen
Eine Schlüsselrolle spielen hierbei internationale Agrarforschungsinstitute, vor allem die Gruppe der 15 von der Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR) geförderten Forschungszentren. Deutschland ist Gründungsmitglied der CGIAR und über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) darin vertreten.
Die Ergebnisse der an den Instituten geleisteten Forschung sind international öffentliche Güter. Sie sind allgemein zugänglich und dürfen nicht patentiert werden. Die internationale Agrarforschung setzt daher auf den Transfer von Know-how und Expertenwissen, unterstützt beim Aufbau leistungsfähiger Forschungseinrichtungen vor Ort und arbeitet eng mit lokalen Institutionen und Nichtregierungsorganisationen zusammen.
Beitrag der GTZ
Der Beitrag der GTZ zur Förderung der entwicklungsorientierten Agrarforschung umfasst vor allem die folgenden Handlungsfelder:
- Abwicklung der Projektförderung des BMZ für die internationalen Institute der entwicklungsorientierten Agrarforschung
- Entsendung deutschen Personals an die Forschungsinstitute
- Beratung des BMZ in allen Fragen der nationalen, regionalen und internationalen Agrarforschung
- Förderung des Wissensaustauschs zwischen den Forschungsinstituten und den Projekten der Technischen Zusammenarbeit
- Förderung der Mitarbeit deutscher Wissenschaftler und Einrichtungen an den Forschungsaktivitäten der internationalen Institute
- Informationsaustausch zwischen den Instituten und der entwicklungsorientierten Agrarforschung in Deutschland.