Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft (PPP) sind ein immer wichtiger werdendes Instrument der Entwicklungszusammenarbeit und ein Gewinn für beide Seiten. Sie liefern auch Impulse bei der Armutsbekämpfung in ländlichen Räumen.
Partnerschaften bündeln Kräfte
Viele Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit hängen stark vom Export von agrarischen und aquatischen Rohstoffen ab. Auf der Konsumentenseite steigen die Anforderungen an Produktqualität und umwelt- und sozialverträgliche Produktionsverfahren. Im Zeichen fortschreitender Globalisierung der Märkte können oft weder Rohstoffverarbeiter oder Handel, noch die Produzenten allein die notwendige Expertise und finanziellen Ressourcen aufbringen, um ihre Wettbewerbsposition zu verbessern. Öffentlich finanzierte Programme für den ländlichen Raum, die ohne Beteiligung des Privatsektors unternommen werden, stoßen oft an ihre Grenzen. Die Folge ist, dass notwendige Investitionen unterbleiben und sich der Zugang zu nationalen, regionalen und internationalen Märkten vor allem für Kleinproduzenten verschlechtert.
Know-how, das sich für alle bezahlt macht
Die GTZ bietet Partnern in der Wirtschaft ihre Unterstützung an, in Entwicklungspartnerschaften zu investieren, die der nachhaltigen Armutsbekämpfung, dem verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen und der sozialverträglichen Entwicklung dienen. Die Entwicklung von nachhaltigen Wertschöpfungsketten ist ein wichtiges Bindeglied bei der Integration strukturell benachteiligter Produzenten in die Märkte. Sie sind entscheidend für die Steigerung der lokalen Einkommen.
Die Partnerschaften orientieren sich an der Zusammenarbeit mit
- einzelnen Unternehmen, vornehmlich mittelständischen Unternehmen der Nahrungsmittelbranche, die selbst keinen Zugang zu Produzenten und Netzwerken in Ursprungsländern ihrer Rohstoffe haben
- transnationalen Konzernen, insbesondere zur Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards und von Corporate Social Responsibility und
- Unternehmensverbänden, vor allem zur Entwicklung von branchenweiten Mindeststandards für Umwelt- und Sozialverträglichkeit in Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Unsere Handlungsfelder
Die Handlungsfelder hierbei sind weder lokal, regional noch national eingeschränkt und konzentrieren sich auf
- Optimierung von Wertschöpfungsketten
- Qualitätsverbesserung
- Einführung von Sozial- und Ökostandards
- Wissenstransfer zur Verbesserung von Produktions- und Verarbeitungsmethoden.
Die GTZ hat bereits über 50 Einzelprojekte im agrarischen und aquatischen Bereich in Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Afrika erfolgreich durchgeführt. Ein Beispiel einer solchen Entwicklungspartnerschaft ist das Projekt mit der Amber Cooperation im Hochland von Äthiopien (siehe PPP-Report April 2004, S.4).