Der ländliche Raum unterliegt tief greifendem Wandel. Vor allem in Ländern mit großem Agrarsektor sind die Veränderungen deutlich spürbar: Ob Dezentralisierungsprozesse innerhalb des Staates oder dessen Rückzug aus direkten Dienstleistungen, Strukturveränderungen erweisen sich als Herausforderungen, die den Dienstleistungssektor in zahlreichen Entwicklungsländern mit neuen Aufgaben konfrontieren. Die zunehmende Marktausrichtung der Landwirtschaft als wichtigstem Produktionszweig sowie die Diversifizierung der Einkommensmöglichkeiten und zunehmende Arbeitsteilung machen qualifizierte und breitenwirksame Dienstleistungen daher wichtiger denn je.
Nutzung lokaler Entwicklungspotenziale
Längst wirkt sich der Wandel nicht nur auf die Landwirtschaft aus, sondern betrifft auch andere wichtige Bereiche, vor allem Gesundheit, Finanzen und Bildung. Dabei sind Flächen deckende Dienstleistungen aufgrund der vergleichsweise geringen Bevölkerungsdichte in den ländlichen Regionen und den teilweise hohen Entfernungen besonders schwer zu erbringen. Diese Versorgungslücken sind zu beseitigen, damit die Menschen ihr Entwicklungspotenzial mobilisieren können.
Beratung beim Aufbau eines kompetenten Dienstleistungssektors
Die GTZ unterstützt die Menschen in ihren Partnerländern bei der Ausarbeitung und Formulierung von umfassenden Durchführungskonzepten für den ländlichen Raum und insbesondere für seinen Dienstleistungssektor.
Die Beratung der GTZ erfolgt hierbei auf verschiedenen Ebenen. Grundprinzipien sind Kundenorientierung und die Ausrichtung auf eine erfolgreiche Armutsminderung sowie Qualitätsmanagement.
Die Hauptthemen der ländlichen Dienstleistungsförderung umfassen:
- Land- und Ernährungswirtschaft, d.h. hauptsächlich Forschung, Beratung, Marktinformationen und Marktzugang
- Bildung, bestehend aus Grund- und nachholender Bildung sowie berufsbezogener Qualifizierung (Berufsbildung, Berufsschulen)
- Gesundheit, einschließlich der Bekämpfung von HIV/AIDS sowie der Bildung ländlicher Krankenkassen
- Ländliches Finanzwesen, verknüpft mit lokaler Wirtschaftsförderung und Kleinkrediten.
Aus der Praxis:
In Kenia, Burkina Faso, Ghana, Kambodscha, Indonesien, Ekuador und anderen Staaten haben die Qualifikationsmaßnahmen der GTZ u.a. die Entwicklung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten und besonders auch die Position von kleinen Produzenten verbessert. Durch die gezielte Förderung von Produktion, Verarbeitung und Vermarktung bestimmter Produkte in einer Region wurden neue Märkte und Absatzmöglichkeiten geschaffen. Den Kleinbauern und Verarbeitern brachte dies höhere Einkommen, und zwar nachhaltig.