Überangebot, langfristige Preisschwankungen oder Preisverfall vieler Agrarprodukte und die weltweite Konkurrenz um Märkte bedrohen die Existenz und Lebensgrundlage von Millionen von Kleinbauern in Entwicklungsländern.
Herausforderungen des Weltmarktes
Hohe Ansprüche an Lebensmittelsicherheit und an Umwelt- und Sozialbedingungen führen zu großen Herausforderungen für Produzenten in Entwicklungsländern – vor allem in Gebieten, die von wenigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen (z.B. Kaffee, Kakao, Baumwolle etc.) abhängig sind.
Zusätzlich verlangen Konsumenten günstige Preise, nachhaltige Anbaumethoden und hohe Qualität, was den Druck auf die Bauern noch steigert. Eine kostengünstigere Produktion muss allerdings oftmals zu Lasten der Nachhaltigkeit erfolgen. Ein Ende dieses Teufelskreises erfordert eine gemeinsame Verpflichtung zu ökonomischer, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit von allen an der Produktionskette Beteiligten. Verhaltenskodizes und Standards sind beispielhafte Ergebnisse für eine solche Zusammenarbeit.
Gemeinsame Standards bieten Orientierungsrahmen
Bei der Entstehung von Standardinitiativen entwickeln Produzenten, Privatsektor und Zivilgesellschaft der Produzenten- und Konsumentenländer ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit. Sie erarbeiten freiwillige Verhaltenskodizes und tragen die Verantwortung für deren Umsetzung. Dies führt zu ökonomischen, sozialen und ökologischen Verbesserungen in Produktion und Verarbeitung, wovon am Ende vor allem die daran beteiligten Menschen profitieren.
Funktion und Rolle der GTZ
Die GTZ moderiert und begleitet Kooperationen zwischen den Beteiligten (z.B. Vertreter von Produzenten, Industrie und Handel, Zivilgesellschaft) eines Agrarsektors und sichert die Umsetzung der Vereinbarungen. Darüber hinaus werden die Produzenten bei der Vertretung ihrer Interessen unterstützt. Zu den begleitenden Maßnahmen gehören auch Lobbyarbeit und Bewusstseinsbildung. Informationsbereitstellung und die Aufbereitung von Erfahrungswissen geben Impulse für die transparente Entwicklung der Verhaltenskodizes und Standards. Die GTZ engagiert sich zum Thema Standards beispielsweise im ökologischen Landbau, fairen Handel, bei Sozialstandards in der Landwirtschaft oder bei der nachhaltigen Kaffeeproduktion.
Erfolge sind greifbar: Beispiel Kaffee
In der „Common Code for the Coffee Community (4C)“- Initiative haben sich Vertreter von Industrie und Handel, Produzenten und Zivilgesellschaft aus Anbau- und Konsumländern auf einen Verhaltenskodex für Nachhaltigkeit im Kaffeesektor geeinigt. Dieser Kodex wird derzeit in zahlreichen Projekten getestet. Beispiele für absehbare Wirkungen der Initiative sind: Verbesserter Zugang zu Marktinformation für Produzenten, Schutz natürlicher Ressourcen sowie Förderung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Der 4C-Standard zielt somit auf die ökologische, soziale und ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit ab.
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