Fisch: Ressource mit Potenzial
Für Millionen von Menschen ist die Fischerei mitsamt der ihr angegliederten Wirtschaftszweige (z.B. Weiterverarbeitung, Bootsbau) oft die einzige Nahrungs- und Einkommensgrundlage. Fisch ist ein wichtiges Exportprodukt vieler Entwicklungsländer. Allerdings gerät dieser Wirtschaftszweig zunehmend unter Druck: Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO der Vereinten Nationen zufolge sind von den Fischbeständen weltweit 52% bis an ihre maximal nutzbare Grenze befischt; 17% überfischt und 8% der kommerziell wichtigen Fischarten erschöpft.
Fischbestände weltweit bedroht
Die 1994 in Kraft getretene Konvention über die Nutzung der Meere (UNCLOS) gibt Küstenländern das Nutzungsrecht und die Verantwortung für die Bewirtschaftung der Fischressourcen in der 200-Meilenzone (Exclusive Economic Zone, EEZ). Aufgrund unzureichender Regulierungs- und Kontrollmaßnahmen, Überkapazitäten der Fischfangflotten sowie des schnell wachsenden Weltfischhandels bleibt die Überfischung aber weiterhin ein Problem. Internationale Abkommen und Konventionen haben die Fischerei wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt.
Im Blickfeld: Nachhaltiges Ressourcenmanagement
Die GTZ fördert relevante Behörden und Interessenverbände der Fischer und trägt damit zu einem nachhaltigen Fischereimanagement bei. Dadurch werden die Einkommensmöglichkeiten für die Menschen, die ihren Lebensunterhalt durch Fischerei bestreiten, verbessert. Im Zentrum stehen dabei:
- Verantwortungsvolle Fischerei (Fischereipolitik, Fischereimanagement, Zertifizierung von Kleinfischereien, Fischhandel)
- Verantwortungsvolle Aquakultur (Produktion, Zertifizierung, Fischhandel)
- Integriertes Küstenzonenmanagement.
Für den Fischereisektor sind die Einführung verbindlicher Nutzungsrechte für die Fischer, die Unterstützung von Fischereimanagement und Fischverwertung sowie die Förderung einer umweltschonenden und nachhaltigen Aquakultur die wichtigsten Handlungsfelder. Die GTZ unterstützt Partnerländer und folgt dabei dem internationalen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Fischerei (CCRF – Code of Conduct for Responsible Fisheries).
Über den Tellerrand hinaus: Alternativen zur Fischerei
An Bedeutung gewinnt zunehmend die Aquakultur, denn die steigende Nachfrage nach Fisch kann mittelfristig nur durch Alternativen zur Meeresfischerei gedeckt werden. Die Produktion aus der Fischzucht wächst weltweit jährlich um 8,8 Prozent. Der größte Teil hiervon entfällt auf Entwicklungsländer und hier insbesondere auf kleinbäuerliche Betriebe.
Ein Beispiel für die Arbeit der GTZ im aquatischen Ressourcenmanagement ist das Vorhaben Pro-Várzea in Amazonien (Brasilien). Zusammen mit der Zivilgesellschaft wurden Managementkonzepte erarbeitet und Strategien zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen umgesetzt. Durch geregelten Zugang und Nutzung sichert dieser Ansatz vor allem armen Bevölkerungsgruppen langfristig Einkommen. Das Vorhaben gilt heute als internationales Vorzeigeprojekt.