Landwirtschaft ist in den meisten ländlichen Regionen von Entwicklungsländern der wichtigste Motor für ländliche Entwicklung. Durch die Globalisierung, aber auch den Bedarf nationaler Märkte, ergeben sich für den ländlichen Raum und die Landwirtschaft neben einigen Herausforderungen auch neue Potenziale. Ländliche Wirtschaftsförderung ist daher ein entscheidender Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Armutsminderung.
Kleinräumige Wirtschaftskreisläufe mit großer Wirkung
Der Großteil der Armen weltweit lebt in ländlichen Räumen. Eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung nutzt das vorhandene Potential einer Region an agrarischen und anderen Ressourcen zur Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung. Dabei hängt die Entwicklung nicht-landwirtschaftlicher Aktivitäten vor allem von einem prosperierenden Agrarsektor ab. Auf diese Weise können kleinräumige Wirtschaftskreisläufe entstehen, die Kaufkraft und mehr Wachstum auch in anderen Wirtschaftsbereichen schaffen.
Die globalen Märkte stellen zugleich andere und meist höhere Anforderungen an die Qualität von Produkten. Marktchancen und Wettbewerbsfähigkeit sind eng verknüpft mit der Verfügbarkeit von Informationen, Dienstleistungen, Betriebsmitteln, Vermarktungs- und Verarbeitungskapazitäten. In den meisten Entwicklungsländern zieht sich der Staat als Dienstleister zurück. Diese Lücke müssen die ländliche Bevölkerung selbst, die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft ausfüllen. Doch Eigeninitiative und Selbstorganisation brauchen Unterstützung.
REED – Ländliche Wirtschaftsförderung hat einen Namen
Gestützt auf langjährige Erfahrung und umfangreiches Know-how hat die GTZ einen Ansatz zur ländlichen Wirtschaftsförderung, genannt REED (Rural Economic and Enterprise Development), entwickelt. Dieser Beratungsansatz bezieht Institutionen des öffentlichen und des Privat-Sektors, zivilgesellschaftliche Gruppen und die durch Qualifizierungsmaßnahmen unterstützten Bevölkerungsgruppen (häufig Frauen, Jugendliche und Minderheiten) ein. Am Ende des Prozesses steht eine Strategie, die von den lokalen Entwicklungspartnern getragen wird und die kleinräumige Kreisläufe mit nationalen und internationalen Märkten verbinden kann.
Der Ansatz umfasst:
- Identifizierung der Wirtschaftspotenziale im ländlichen Raum
- Gestaltung der normativen Rahmenbedingungen (Privatisierung, Wettbewerbspolitik, Eigentumsrecht, etc.)
- Klärung der Rollen von Staat, Zivilgesellschaft und Privatsektor bei der Bereitstellung von Infrastruktur und Dienstleistungen; Förderung von Partnerschaften
- Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit ländlicher Produktion und Schaffung von Märkten
- Förderung der Selbstorganisation der Bevölkerung
- Schaffung von unternehmerischer Kompetenz im ländlichen Raum, verbunden mit einer Qualifizierung von Menschen und Institutionen im ländlichen Raum.