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Nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung (PROAGRO)
Programmkurzbeschreibung
Bezeichnung: Nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung (PROAGRO)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bolivien
Politischer Träger: Ministerio de Desarrollo Rural Agropecuario y Medio Ambiente und Ministerio de Agua
Gesamtlaufzeit: Mai 2005 bis April 2017
Ausgangssituation
Von Armut betroffen sind vor allem diejenigen ländlichen Regionen Boliviens, deren lokale Wirtschaft zu einseitig und zu schwach ist und deren Potenziale aufgrund natürlicher Faktoren beschränkt sind. In diesen Regionen, zu denen auch die entlegenen Gebiete des Altiplano sowie große Teile des Chacos gehören, lebt rund ein Drittel der Bevölkerung des Landes, das sind etwa drei Millionen Menschen. In den vergangen 15 Jahren konnte zwar die Versorgung mit sozialen Dienstleistungen verbessert werden, die Einkommensarmut hat sich jedoch weiter verschärft. Wichtige Ursachen dafür sind fehlende Beratungs-, Informations- und Finanzdienstleistungen sowie eine mangelhafte Infrastruktur.
Ziel
Ziel des Vorhabens ist die Verbesserung der Effizienz und Qualität der Dienstleistungen nationaler Programme zur Förderung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Entwicklung. Verbessert werden soll auch das Zusammenspiel der einzelnen Programme.
Vorgehensweise
PROAGRO arbeitet auf verschiedenen Ebenen – national, regional und lokal. So unterstützt das Vorhaben die bolivianische Regierung bei der Umsetzung nationaler Sektorprogramme, die im ländlichen Raum einen Beitrag zur Armutsminderung sowie zum aktuellen Entwicklungsprogramm des Landes leisten. Darüber hinaus arbeitet PROAGRO eng mit den für die Umsetzung zuständigen Institutionen auf regionaler und lokaler Ebene zusammen. Im Mittelpunkt der Fördermaßnahmen von PROAGRO steht die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen in der Landwirtschaft. Dazu gehört beispielsweise, dass die Bewässerung und der Ressourcenschutz in den Wassereinzugsgebieten miteinander in Einklang gebracht werden. Aber auch die Verbesserung von Qualität und Rentabilität der kleinbäuerlichen Produktion gehört dazu, ebenso die Hilfe bei der Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Eine wichtige Voraussetzung für die Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum ist der Zugang zu Energie beziehungsweise zu modernen Energietechnologien. Um dies möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, arbeitet PROAGRO mit dem holländischen Direktorat für Internationale Zusammenarbeit (DGIS) zusammen, das die entsprechende Programmkomponente kofinanziert. Alle Fördermaßnahmen sind miteinander verzahnt und können flexibel eingesetzt werden.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
- Unterstützung des Nationalen Programms zum Management der Wassereinzugsgebiete:
PROAGRO berät die bolivianische Regierung bei der Konzeption und Umsetzung des nationalen Programms. Besonders im Blick haben die Fachleute dabei die Aufgaben der beteiligten Fachministerien, wie Landwirtschafts- und Umweltministerium. Parallel dazu unterstützt PROAGRO lokale Maßnahmen zum Wassereinzugsgebietsmanagement in kleinen Flusstälern in Norte Potosí, Chaco, Tarija, Santa Cruz, Chuquisaca und Cochabamba. Die dort gesammelten Erfahrungen fließen laufend in die Ausgestaltung der nationalen Politik ein.
- Unterstützung des Nationalen Bewässerungsplans:
Die Unterstützung der bolivianischen Regierung in der nationalen Sektorpolitik bei der Verbesserung der institutionellen, personellen und gesetzlichen Grundlagen ist eine der Aufgaben von PROAGRO, die Beratung der für die Umsetzung des Nationalen Bewässerungsplans zuständigen Regionalregierungen und Behörden eine andere. Auch die Aus- und Fortbildung für Entscheidungsträger und Techniker staatlicher Institutionen und privater Unternehmen gehört zum Leistungskatalog von PROAGRO, das zusammen mit nationalen Universitäten entsprechende Ausbildungsprogramme durchführt. Seit Beginn des Vorhabens wurde auch infolge der Tätigkeit von PROAGRO die Bewässerungsfläche um rund 7200 Hektar ausgedehnt. Davon profitieren mehr als 4500 Familien; ihre Ernährungssicherheit hat sich deutlich verbessert, die Einkommen sind teilweise um fast das Dreifache gestiegen.
- Unterstützung des Nationalen Programms für Agrartechnologietransfer und Vermarktung:
Gemeinsam mit der Stiftung Chaco, die von Mitarbeitern des Programms beraten wird, wurden bislang 64 Technologietransferprojekte mit einem Gesamtwert von etwas über 5,2 Millionen US-Dollar im Chaco durchgeführt. Diese Projekte trugen zur Verbesserung der Lebenssituation von rund 14 000 Familien bei.
- Regionalkomponente Chaco:
Im Mittelpunkt steht die Unterstützung der Verantwortlichen bei der Umsetzung des Regionalentwicklungsplans Chaco, speziell bei der lokalen und regionalen Wirtschaftsförderung und dem Management von Bewässerung und Wassereinzugsgebieten. In 14 von 16 Munizipien gibt es inzwischen Kommissionen zur lokalen Wirtschaftsförderung, die für die Planung vor Ort zuständig sind. Mit dieser greifen sie auch die Vorschläge der Bevölkerung auf. Ein Viertel der lokalen Projektanträge kommt von Frauen, Jugendlichen und der indigenen Bevölkerung. Seit Projektbeginn sind die Fördermaßnahmen deutlich gestiegen.
- Unterstützung des Zugangs zu moderner Energieversorgung:
Gemeinsam mit DGIS arbeitet PROAGRO daran, ärmeren Bevölkerungsgruppen im ländlichen Raum und in armen Stadtrandgebieten einen besseren Zugang zu Energie zu ermöglichen. Dazu gehören Licht, verbesserte, energieeffiziente Herde, Energie für soziale Infrastruktur, beispielsweise Schulen, Gesundheitsposten und Krankenhäuser, sowie Energie für kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe. Bis Ende 2007 konnten 55 000 Menschen zusätzlich mit Strom für Beleuchtung versorgt werden und knapp 80 000 nutzen inzwischen verbesserte Herde. Die bessere Energieversorgung sozialer Einrichtungen kommt 51 000 Männern, Frauen und Kindern zugute, von der besseren Versorgung der Kleinbetriebe profitieren 10 000 Menschen. Ein Abkommen zwischen der staatlichen Gesellschaft für Erdöl und -gas mit dem Unternehmerverband für Nachhaltige Entwicklung ermöglichte in Zusammenarbeit mit Gemeinden den kostenlosen Anschluss von Schulen und Gesundheitsposten an die Erdgasversorgung. So werden indirekt weitere 41 000 Menschen mit moderner Energie versorgt.
15.03.2008
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