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Herr Thomas Heindrichs
E-Mail: thomas.heindrichs@giz.de

Nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung (PROAGRO)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bolivien
Politischer Träger: Ministerio de Planificación del Desarrollo, Viceministro de Inversión Pública y Financiamiento Externo (VIPFE)
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2017

Ausgangssituation

Von Armut betroffen sind vor allem ländliche Gebiete Boliviens, deren lokale Wirtschaft nur geringe Vielfalt aufweist und deren Potenziale aufgrund knapper Wasserressourcen beschränkt sind. Die Situation in den ländlichen Trockengebieten wird sich verschärfen, weil sich aufgrund des Klimawandels die Rahmenbedingungen an diesen marginalen Produktionsstandorten zunehmend verschlechtern werden: Rückgang der Wasserverfügbarkeit, Verkürzung von Vegetationszeiten, Zunahme von extremen Wetterereignissen und Produktionsrisiken. Besonders in den Trockenzonen Südboliviens sind landwirtschaftliche Produktion und die dazu notwendigen Wasserressourcen wichtige Faktoren zur Sicherung von Lebensunterhalt und Einkommen. Eine zweckmäßige Bewässerungsinfrastruktur, Abstimmungsmechanismen zur nachhaltigen Bewirtschaftung und Verteilung der knappen Wasserressourcen sowie effiziente und bedarfsnahe Dienstleistungen zur Verbesserung von landwirtschaftlicher Produktion und Vermarktung fehlen.

Mit Nationalen Programmen für Bewässerung, Wassereinzugsgebietsmanagement sowie Agrarinnovationen und Vermarktung hat die bolivianische Regierung wichtige Eckpunkte zur Förderung der Landwirtschaft geschaffen. Bei der Umsetzung der Programme gibt es noch erheblichen Unterstützungsbedarf. Qualität, Zusammenwirken und Wirksamkeit der Maßnahmen staatlicher Programme zur landwirtschaftlichen Entwicklung sind unzureichend.

Ziel

Die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) kleinbäuerliche Produzentinnen und Produzenten in ländlichen Trockengebieten gegenüber Risiken des Klimawandels ist erhöht. Das Management der Wassereinzugsgebiete ist besser auf Sicherung der Verfügbarkeit und gerechte Verteilung der Wasserressourcen ausgerichtet. Die Erträge landwirtschaftlicher Produktion sind nachhaltig gesteigert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben (Programa de Desarrollo Agropecuario Sustentable – PROAGRO) unterstützt die bolivianische Regierung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene bei der Umsetzung nationaler Sektorprogramme, die im ländlichen Raum Armutsminderung fördern sowie das aktuelle Entwicklungsprogramm des Landes unterstützen. PROAGRO arbeitet eng mit den für die Umsetzung zuständigen regionalen und lokalen Institutionen zusammen. Alle Fördermaßnahmen sind miteinander verzahnt und können flexibel eingesetzt werden.

Im Rahmen einer Kombifinanzierung durch die schwedische Zentralbehörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit (SIDA) wird das Vorhaben gegenwärtig als deutsch-schwedische Kooperation fortgeführt.

  • Unterstützung des Nationalen Programms zum Management der Wassereinzugsgebiete
    Das Vorhaben berät die bolivianische Regierung bei Planung und Umsetzung des Programms. Die Fachleute der beteiligten Fachministerien werden bei ihren Aufgaben unterstützt. PROAGRO fördert außerdem lokale Maßnahmen zum Management von Wassereinzugsgebieten in kleinen Flusstälern in Norte Potosí, Chaco und Valles Mesotérmico (Tarija, Chuquisaca, Santa Cruz und Cochabamba). Die Erfahrungen fließen kontinuierlich in die Ausgestaltung der nationalen Politik ein.

  • Unterstützung des Nationalen Bewässerungsplans
    PROAGRO unterstützt die Verbesserung der institutionellen, personellen und gesetzlichen Grundlagen für die nationale Sektorpolitik und berät die für die Umsetzung des Nationalen Bewässerungsplans zuständigen Regionalregierungen und Behörden. Zusammen mit nationalen Universitäten führt PROAGRO Aus- und Fortbildungsprogramme für Entscheidungsträger und Techniker staatlicher Institutionen und privater Unternehmen durch.

  • Unterstützung des Nationalen Programms für Agrartechnologietransfer und Vermarktung
    Im Mittelpunkt aller Fördermaßnahmen steht die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen in der Landwirtschaft. Dazu gehören beispielsweise die Verbesserung von Qualität und Rentabilität der kleinbäuerlichen Produktion sowie die Hilfe bei der Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Im Rahmen der Unterstützung des Nationalen Bewässerungsplans wurde seit 2005 die Bewässerungsfläche um rund 12.800 Hektar ausgedehnt. Davon profitieren mehr als 10 600 Familien; ihre Ernährungssicherheit hat sich deutlich verbessert, die Einkommen sind teilweise fast um das Dreifache gestiegen.

Gemeinsam mit der Stiftung Chaco wurden 64 Technologietransferprojekte mit einem Gesamtwert von etwas mehr als 5,2 Millionen US-Dollar im Chaco durchgeführt. Zur Förderung des Nationalen Programms für Agrartechnologietransfer und Vermarktung wurden die Mitarbeiter der Stiftung beraten. Die Projekte verbesserten die Lebenssituation von rund 14.000 Familien. Derzeit werden von der Regierung neu geschaffenen Institutionen (INIAF, EMPODERAR-PAR) unterstützt.

  • Regionale Maßnahmen im Chaco
    Im Mittelpunkt stehen die Unterstützung der lokalen und regionalen Wirtschaftsförderung sowie das Management von Bewässerung und Wassereinzugsgebieten. In 14 von 16 Munizipien gibt es inzwischen Kommissionen zur lokalen Wirtschaftsförderung, die für die Planung vor Ort zuständig sind. Sie greifen auch die Vorschläge der Bevölkerung auf. Ein Viertel der lokalen Projektanträge kommt von Frauen, Jugendlichen und der indigenen Bevölkerung. Das Programm unterstützt die Einführung technisch innovativer Bewässerungs- und Anbautechniken bei ausgewählten mittleren und größeren Agrarproduzentinnen und -produzenten, die teilweise mit einem Familienjahreseinkommen von rund 1.400 US-Dollar minimal über der Armutsgrenze leben. Durch die Intensivkulturen wird direkt Beschäftigung gefördert und Innovationen werden verbreitet, was positive Entwicklungseffekte für die kleinbäuerlichen Produzentinnen und Produzenten hat.

  • Regionale Maßnahmen in Norte de Potosí / Sur de Cochabamba
    In Zusammenarbeit mit derzeit 11 Munizipien und ebenso vielen lokalen Nichtregierungsorganisationen wird vor allem die Wasserverfügbarkeit für die Landwirtschaft verbessert. Kleinstbewässerungsanlagen für Bauernfamilien werden installiert. Fehlen natürlichen Wasserquellen, werden Regenauffangbecken gebaut, die die Bewässerungssysteme mit Wasser versorgen und gleichzeitig eine Pufferfunktion im Zuge des Klimawandels übernehmen. Außerdem wird für Erosionsschutz im Wassereinzugsgebiet, effiziente Wassernutzung und eine ertragreiche Bewässerungslandwirtschaft gesorgt. Die Ernährungssicherheit der indigenen Bevölkerung in einer der ärmsten Regionen Boliviens wird so erhöht.

  • Regionale Maßnahmen in Valles Mesotérmicos
    In sechs kleinen und mittelgroßen Wassereinzugsgebieten in interandinen Tälern wurden Managementpläne partizipativ erarbeitet. Mithilfe dieser Pläne werden nun Schutzmaßnahmen für die Durchführung integraler Projekte (Bewässerung, Trinkwasserversorgung, landwirtschaftliche Produktion) vorangetrieben. Die effizientere Nutzung der Wasserressourcen führt bei den meist in Armut lebenden Kleinbäuerinnen und -bauern zu besserer Ernährungssicherheit und senkt ihre Verletzungsanfälligkeit (Vulnerabilität) durch den Klimawandel.


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