Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Selbsthilfeinitiativen im ländlichen RaumProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Selbsthilfeinitiativen im ländlichen Raum
AusgangssituationNahezu die Hälfte aller Beschäftigten in Kirgisistan ist im Agrarsektor tätig. Er trägt mit etwa 37 Prozent zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung bei und bildet die wirtschaftliche Basis des Landes. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit ging die landwirtschaftliche Produktion rapide zurück. Nur 7 Prozent der Gesamtfläche stehen als Ackerland zur Verfügung. Gründe hierfür sind die Auflösung der Kollektivlandwirtschaft und ausbleibende Ersatzlieferungen von Geräten und Maschinen. Hinzu kommt die Aufteilung und Privatisierung der landwirtschaftlichen Flächen in bäuerliche Klein- und Kleinstbetriebe. Vor allem im fruchtbaren Ferghana-Tal spielen die Grenzziehungen eine nicht unerhebliche Rolle – nicht nur Kirgisistan, auch Tadschikistan und Usbekistan bewirtschaften das Tal. Begleitet von der hohen Bevölkerungsdichte und dem Mangel an alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten verursachte dies einen erheblichen Einkommensdruck und große Armut. Drei Viertel der Betriebe bewirtschaften eine Fläche von weniger als einem Hektar. Ein Großteil der ländlichen Bevölkerung ist in Ermangelung agronomischer und betriebswirtschaftlicher Kenntnisse nicht in der Lage, die Kleinstflächen optimal zu nutzen. Größtenteils dienen die Kleinbetriebe der Eigenversorgung, die Marktanbindungen sind kaum vorhanden, Kapitalausstattung und Betriebsmittelversorgung sind gering. Nach der Privatisierung von Land, Produktionsmitteln und Vermarktungs- und Serviceeinrichtungen mangelt es einem Großteil der ländlichen Bevölkerung im Süden Kirgisistans an der Fähigkeit, bestehende wirtschaftliche Potenziale erkennen und nutzen zu können. Fehlendes Wissen und die kaum vorhandene Bereitschaft zur Zusammenarbeit führen dazu, dass viele Bauern und Viehhalter sich nicht aus eigener Kraft von ihrer Armut befreien können. Soziale Zwänge und niedrige Erträge erlauben es ihnen nicht, Geld für die nächste Saison zurückzulegen – ein Teufelskreis, der sich von Jahr zu Jahr wiederholt. ZielDas Vorhaben initiiert und unterstützt den Aufbau von Selbsthilfeorganisationen im ländlichen Raum. Ziel ist es, über den Eigenbedarf hinaus zu produzieren und durch nachgelagerte Verarbeitungs- und Vermarktungsorganisationen die Wertschöpfung des Agrarsektors zu erhöhen. Das Ferghana-Tal, durch die stalinistische Politik der 20er und 30er Jahre besonders gezeichnet, ist heute durch nationale Grenzziehungen geprägt. Es ist ein Sammelbecken fundamentalistischer islamischer Kräfte. Die wirtschaftliche Wiederbelebung der Region mindert nicht nur die strukturelle Armut, sondern auch ethnische Differenzen und trägt so erheblich zur Krisenprävention bei. Aus- und Fortbildungsmaßnahmen bringen der Bevölkerung die Notwendigkeit einer veränderten Bewirtschaftung nahe. Besonderes Augenmerk liegt auf der Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion über das Subsistenzniveau hinaus und damit einhergehend auf einer deutlichen Steigerung von fachlicher Kompetenz und Managementfähigkeiten. Der verbesserte Zugang zu Kleinkrediten erhöht das Umlaufkapital und fördert den Einsatz geeigneter Betriebsmittel. Die Einrichtung von Selbsthilfeorganisationen spielt besonders bei der Etablierung von Beratungsmaßnahmen und der Verbesserung von Finanzdienstleistungen und Vermarktungsmöglichkeiten eine Rolle. Langfristig leistet das Projekt einen Beitrag zur vermehrten Integration von Kleinbauern und Viehhaltern in den lokalen Wirtschaftskreislauf und damit zur Minderung der strukturellen Armut in den ländlichen Regionen. Vorgehensweise |
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