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Herr Stefan Helming
E-Mail: stefan.helming@giz.de

Programm Ländliche Finanzsystementwicklung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm Ländliche Finanzsystementwicklung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: National Bank for Agriculture and Rural Development (NABARD)
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2013

Ausgangssituation

In Indien gibt es das weltweit größte genossenschaftliche Kreditwesen mit über 127 Millionen Mitgliedern, von denen 45 Millionen Kredite aufgenommen haben. Etwa 40% der Institute, die mit kurz- und mittelfristigen Krediten arbeiten, darunter Banken staatlicher Kooperativen, Distriktbanken und landwirtschaftliche Kreditinstitute, leiden aber in der einen oder anderen Form unter finanziellen, administrativen oder strukturellen Defiziten.

Mit einer umfassenden Reform und Revitalisierung des genossenschaftlichen Finanzsektors sollen diese Defizite behoben und die Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit Finanzprodukten und –dienstleistungen verbessert werden. Dies wird zur Diversifizierung von wirtschaftlichen Aktivitäten, zur Erhöhung von Einkommen und insgesamt zur Verbesserung der Lebenssituation, einem auf breiter Basis abgesicherten Wachstum und mehr Verteilungsgerechtigkeit führen.

Partner der GTZ in diesem Reformprogramm ist die National Bank for Agriculture and Rural Development (NABARD). Die Bank sichert das Funktionieren der verschiedenen Institutionen des genossenschaftlichen Kreditsektors hauptsächlich durch rechtliche und institutionelle Reformen.

Ziel

Arme ländliche Bevölkerungsgruppen haben im zunehmenden Umfang Zugang zu nachhaltigen und qualitativ guten Finanzdienstleistungen, die von kurzfristig operierenden Kreditgenossenschaften und Mikrofinanzinstituten angeboten werden.

Vorgehensweise

Das Programm unterstützt NABARD bei Reform und Revitalisierung des genossenschaftlichen Kreditsektors in drei Bereichen:

  • Entwicklung eines Schulungs- und Zertifizierungssystems für die verschiedenen Institutionen und Organe des genossenschaftlichen Kreditwesens in Indien, Capacity Development von Personal und Managament, Verbesserung der Performance des gesamten Sektors.
  • Effizienteres Finanzmanagement durch verbesserte Buchhaltung und Prüfsysteme (audit systems).
  • Beratung zum Marketing im Mikrofinanzsektor, zur Aufsicht über das genossenschaftliche Finanzwesen sowie zu Regulierung und Selbstregulierung von Mikrofinanzorganisationen.

Das Programm arbeitet mit NABARD auf der makropolitischen Entscheidungsebene, misst aber den von der Zusammenarbeit ausgehenden Wirkungen auf der Mikroebene (Genossenschaften, Kreditnehmer) entscheidende Bedeutung bei. Alle Maßnahmen und Konzepte werden entsprechend systematisch auf ihre unmittelbare Relevanz und Wirksamkeit in Bezug auf die ländlichen Zielgruppen überprüft.

Zur Nutzung von Synergien und zur Sicherstellung eines kohärenten Vorgehens stimmt sich das Programm mit der Asian Development Bank, der Weltbank und der KfW Entwicklungsbank ab, die ebenfalls im Finanzsektor in Indien aktiv sind. Das Programm profitiert ferner von der Zusammenarbeit mit der Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisen-Verband (DGRV) und der Akademie der Deutschen Genossenschaften (ADG).

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • Das Programm ist weltweit das größte seiner Art was die Zahl der Genossenschaftsmitglieder und Kreditkunden angeht, auf die die Reformen unmittelbaren Einfluss haben.
  • Das Reform-Paket ist relevant für 110.000 Finanzinstitute und deren Zweigstellen.
  • 25 indische Bundesstaaten werden die vom Programm vorgeschlagenen Reformen umsetzen, wodurch 96% aller genossenschaftlichen Kreditinstitute erreicht werden.
  • Die indische Regierung hat 140 Milliarden INR bereit gestellt (ca. 2,3 Milliarden Euro), die der Reform zufließen.


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