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Herr Jörg Yoder
E-Mail: joerg.yoder@gtz.de

Förderung von Ernährungssicherheit, regionaler Kooperation und Stabilität in Afghan-Badachschan

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von Ernährungssicherheit, regionaler Kooperation und Stabilität in Afghan-Badachschan
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Ministry of Rural Rehabilitation and Development (MRRD)
Gesamtlaufzeit: 2002 bis 2009

Ausgangssituation

Viele Täler Badachschans sind mehr als zehn Monate im Jahr von der Außenwelt abgeschnitten. Als einzige Provinz Afghanistans wurde die Region nie von den Taliban kontrolliert, Mohnanbau war und ist ihre wichtigste Finanzquelle.
Staatlichen Verwaltungs- und Dienstleistungsstrukturen reichen kaum über die Provinzhauptstadt hinaus, Bildungs- und Gesundheitssystem liegen am Boden. Die ohnehin spärliche Infrastruktur ist stark zerstört. Die politische und wirtschaftliche Zerrüttung führte zu einer Ernährungsgefährdung der Bevölkerung, deren durchschnittliche Lebenserwartung bei 47 Jahren liegt.
Lokale Warlords und Clanführer üben das staatliche Gewaltmonopol aus. Die damit einhergehende Herausbildung mafiöser Strukturen wird zunehmend zur ernsten Bedrohung für den fragilen Wiederaufbau der Provinz.

Ziel

Die Situation marginalisierter und ernährungsgefährdeter Bevölkerungsgruppen hat sich durch Selbstorganisation und Selbsthilfe verbessert. Die soziale und wirtschaftliche Stabilität gefährdeter Regionen der Provinz Badachschan befindet sich im Wiederaufbau. Durch einen signifikanten Beitrag zur Krisenprävention sind zivilgesellschaftliche und staatliche Organisationenstrukturen auf Gemeinde- und Distriktebene gestärkt. Indirekt ist damit die Rivalität zwischen den unterschiedlichen Ethnien in der Region gemindert.

Vorgehensweise

Das Projekt der GTZ ist integraler Bestandteil des „National Development Framework“ und des daraus abgeleiten „National Solidarity Programs“ der afghanischen Regierung. Es berät, stellt Sachgüter und örtliche Zuschüsse zur Verfügung. Die Maßnahmen werden hauptsächlich über einen Zuschussvertrag mit der Agha-Khan-Stiftung abgewickelt.
Dorfentwicklungskomitees werden unterstützt, um die Bevölkerung zur Selbstorganisation und Selbsthilfe zu motivieren und zu stärken.
Der Bau von Brunnen, Schulen, Gesundheitsstationen, Trainingszentren und anderen öffentlichen Einrichtungen wird, bei entsprechender Eigenbeteiligung, finanziell gefördert.
Business Development Service Centers ermitteln Einkommensquellen außerhalb der Landwirtschaft, entwickeln Geschäftsideen und helfen Existenzgründern beratend über erste finanzielle und wirtschaftliche Hürden hinweg.
Für den alternativen Anbau von Nahrungsmittelkulturen wird geworben, um die Selbstversorgung der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Erste Maßnahmen sind eingeleitet, um den Mohnanbau zu reduzieren sowie den Handel und die Weiterverarbeitung zu Opium einzuschränken. Parallel werden Alternativen zum Mohnanbau unter dem Motto „Alternative Livelihoods Approach“ öffentlich diskutiert.
Seit dem Beginn des Projekts hat sich die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung merklich verbessert. Der Weizenanbau wurde ausgedehnt, die Erträge gesteigert, die Viehhaltung und -zucht verbessert. Dorfentwicklungskomitees (Community Development Councils/CDC) tragen wesentlich dazu bei, dass die Gemeinden ihre Entwicklungsprobleme und -potenziale selbst erkennen, geeignete Maßnahmen beschließen und gemeinschaftlich umsetzen. Die Dorfentwicklungskomitees fördern nachhaltig die friedliche Zusammenarbeit und tragen zur gewaltfreien Lösung von Interessengegensätzen in den Dörfern bei.


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