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Herr J.P. Steinmann
E-Mail: jp.steinmann@giz.de

Unterstützung des Gesundheitssektors

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des Gesundheitssektors
Auftraggeber: Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministry of Health & Family Welfare
Gesamtlaufzeit: Oktober 2004 bis Dezember 2009

Ausgangssituation

Im April 2005 rief die indische Regierung die nationale Mission zur Verbesserung der Gesundheitssituation (National Rural Health Mission – NRHM) ins Leben, die die Qualität und Erreichbarkeit von Gesundheitsdiensten verbessern soll. Das Programm zur Förderung des Gesundheitssektors (Health Sector Support Programme – HSSP) trägt durch Technische Zusammenarbeit auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene maßgeblich zum Reformprozess bei.

Das Programm verfolgt einen Mehrebenen- und einen Multi-Stakeholder-Ansatz, um zu gewährleisten, dass Planung und Gestaltung inklusiv und praxisorientiert sind. Reformen werden in enger Abstimmung mit der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft durchgeführt.

Erhebliche Verbesserungen der Gesundheit indischer Bürger seit der Unabhängigkeit stehen in einer Reihe mit einer niedrigen Priorität der Gesundheitsversorgung, steigenden Erwartungen der Menschen und der mangelnden Fähigkeit des Systems, diese zu erfüllen. Das Gesundheitssystem sieht sich einer doppelten Belastung gegenüber: Es muss primäre Gesundheitsbedürfnisse erfüllen und auf neue Zivilisationskrankheiten reagieren. Trotz der spürbaren Verbesserung der Gesundheit von Millionen indischer Bürger gibt es regional, sozioökonomisch und soziokulturell bedingte Unterschiede. Die Versorgung der indischen Bevölkerung mit bezahlbaren Gesundheitsdienstleistungen ist eine enorme Herausforderung.

Ziel

Indiens nationale Gesundheitsprogramme, besonders die National Rural Health Mission und das Programm „Gesundheit von Müttern und Kindern“ (Reproductive and Child Health Programme), sind effizienter gestaltet. Eine bessere, allgemein zugängliche und bedarfsgerechte Gesundheitsfürsorge ist gewährleistet.

Vorgehensweise

Das Programm umfasst folgende Arbeitsbereiche:

  • Politikberatung und Sektorreform
    Die GTZ beteiligt sich aktiv an Prozessen und Aktivitäten zur Harmonisierung von Aktionen und Ressourcen von Regierung, Entwicklungspartnern, Privatwirtschaft sowie von nichtstaatlichen Organisationen auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene.
  • Gesundheitsfinanzierung/Soziale Sicherung
    Die GTZ unterstützt die Gesundheitsministerien bei der Gestaltung staatlicher Krankenversicherungspolitiken und entwickelt Konzepte, Produkte und Modelle für ihre Durchführung in den Bundesstaaten Westbengalen, Himachal Pradesh, Jammu und Kashmir und Chattisgarh.
  • Qualitätsmanagement und Akkreditierung von Gesundheitsdiensten
    Das Programm bietet Beratung bei der Entwicklung von Konzepten, Produkten und Werkzeugen zur Qualitätsverbesserung des Systems zur Erbringung von Gesundheitsversorgungsleistungen in den drei Bundesstaaten Westbengalen, Assam und Himachal Pradesh.
  • Public Private Partnerships im Gesundheitssektor
    Das Programm ist Partner in der Fachgruppe „Public Private Partnerships (PPP)“ auf nationaler Ebene und fördert aktiv die nichtstaatliche Beteiligung an Gesundheitsversorgungsleistungen. Das Programm fungiert als „ehrlicher Makler“, der unterschiedliche Ressourcen und Interessen zusammenbringt.
  • HIV/Aids
    Das Programm arbeitet im Rahmen des National AIDS Control Programme Phase 111. Das HSSP unterstützt die National AIDS Control Organization (NACO) bei der Einführung eines Programms zur Sicherheit von Blut und Blutprodukten. Zudem arbeitet es mit Branchenverbänden und zivilgesellschaftlichen Gruppen zusammen, um die Effizienz von Diensten und Produkten zur Aidsprävention zu steigern.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • Die Gründung einer gemeindebasierten Allianz zur sozialen Sicherung (Community Led Alliance for Social Security – CLASS) als eingetragene gemeinnützige Gesellschaft wurde gefördert. Sie zählt 15 Mitgliedsorganisationen, die Bundesstaaten kostenpflichtige Dienstleistungen im Bereich Krankenversicherung anbieten.
  • Struktur und Arbeitsweise einer staatlichen Knotenagentur mit der Aufgabe, in vier Bundesstaaten Indiens eine Krankenversicherung aufzubauen, wurden beschrieben.
  • Umsetzungsstrategien für eine Krankenversicherung in vier Bundesstaaten Indiens wurden formuliert.
  • Ein Muster für Qualitätssicherungssysteme für das nationale Programm „Gesundheit von Müttern und Kindern“ (Phase 11) wurde in je einem Distrikt in Assam und Westbengalen gestaltet und eingeführt.
  • Für 24 Distriktkrankenhäuser in Himachal Pradesh wurden Qualitätsmanagementsysteme gestaltet und eingeführt.
  • Eine Gesundheitspolitik für Maharashtra wurde konzipiert.

Angesichts des schlechten Gesundheitszustands der Bevölkerung fördert die KfW Entwicklungsbank den Bau von Einrichtungen der Basisgesundheitsversorgung im ländlichen Raum von Maharashtra und Westbengalen. An einigen dieser Maßnahmen ist die GTZ direkt beteiligt.

Ein Gesundheitsarbeiter bei der Arbeit in einem Dorf. © GTZ


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