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Rehabilitierung der Altstadt von AleppoProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Rehabilitierung der Altstadt von Aleppo
AusgangssituationSeit Mitte der fünfziger Jahre verfällt die Altstadt von Aleppo: Weltkulturerbe, einst blühende Handelsmetropole unter der Herrschaft der Osmanen und eine der ältesten, durchgehend bewohnten Städte der Welt. Sie wurde lange vernachlässigt und kann dem kurzfristig ausgerichteten Modernisierungsdruck nicht standhalten. Die Hälfte der ehemals gut 200.000 Bewohner ist ausgewandert, viele der zurückgebliebenen Familien fürchten um ihre Wohnungen und verarmen zunehmend. Die größte Herausforderung besteht für Bewohner und Stadtverwaltung darin, gemeinsam die historische Bausubstanz und das über Jahrhunderte gewachsene sozio-kulturelle Gefüge zu erhalten und gleichzeitig eine moderne Lebens- und Arbeitswelt zu schaffen. ZielDie Lebensbedingungen und Einkommenschancen der Bewohner Aleppos sollen verbessert werden. Dazu trägt der umfassende Sanierungs- und Entwicklungsplan bei, der den Verfall der Altstadt stoppt und dem Leben in Aleppo eine neue Dynamik verleiht. VorgehensweiseDie Bewohner von Aleppo erhalten Kleinkredite und kostenlose technische Beratung, um ihre Wohnhäuser instand zu halten oder zu sanieren. Durch die Erneuerung des Wasser- und Abwassernetzes wird die Versorgung mit sauberem Trinkwasser verbessert. Darüber hinaus wird verhindert, dass Wasser aus undichten Leitungen den Boden unter den Häusern aufweicht und die Fundamente gefährdet. In Zusammenarbeit mit Fachbehörden werden Einrichtungen der sozialen Infrastruktur geschaffen. Die Luftqualität wird verbessert, indem modernes Verkehrsmanagement den Zugang zu allen Altstadtteilen sichert und gleichzeitig den Durchgangsverkehr reduziert. Insgesamt sichert die Sanierung wichtige Standortbedingungen für die lokale Wirtschaft und den Erhalt des Lebensraums ‚Altstadt’. Ein tourismuspolitisches Leitbild soll sicherstellen, dass das touristische Potenzial besser genutzt werden kann, aber die sozio-kulturelle Authentizitaet der Stadt erhalten bleibt. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeDie Stadtverwaltung hat ein interdisziplinäres Verwaltungsteam (Directorate of the Old City) gebildet, das die Sanierungsarbeiten zunehmend eigenständig in die Hand nimmt. So konnten bereits 70 Prozent des Wasser- und Abwassersystems der Altstadt erneuert werden. Dies garantiert sauberes Trinkwasser und verhindert Gebäudeschäden durch undichte Wasserleitungen. Die Altstadtbevölkerung bringt inzwischen engagiert eigene Verbesserungsvorschläge ein: In öffentlichen Anhörungen kam der Wunsch nach einer Gesundheitsstation und Kindergärten auf. Daher wurden zwei „Health Points“ eingerichtet, in denen die Bewohner des Viertels medizinisch versorgt werden. Auch ein erster Kindergarten wurde bereits eröffnet. Darüber hinaus nutzen die Altstadtbewohner Kleinkredite zur Sanierung ihrer Wohnhäuser. Etwa 20 Prozent des gefährdeten Gebäudebestands wurde bislang von seinen Bewohnern renoviert. Private Investitionen nehmen in Aleppo zu, die Einwohnerzahl hat sich inzwischen stabilisiert. Zwischen 1945 und 1995 war sie um die Hälfte gesunken. Dieser Trend konnte umgekehrt werden: Innerhalb der vergangenen zehn Jahre stieg die Zahl der Altstadtbewohner um 15.000 Menschen. Die syrische Regierung sieht in dem Projekt ein Referenzbeispiel für den Erhalt historischer Städte und modernes städtisches Entwicklungsmanagement. Daher hat die Regierung inzwischen auch anderen Städten im Land eine Übernahme des Sanierungs- und Entwicklungskonzeptes von Aleppo empfohlen. |
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