GIZ - Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit

GTZ ist jetzt die GIZ - Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.giz.de.

Suche 
Projekte > Kurzbeschreibungen > Rehabilitierung der Altstadt von Aleppo

Ansprechpartner


Herr Thomas Pritzkat
E-Mail: thomas.pritzkat@gtz.de

Rehabilitierung der Altstadt von Aleppo

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Rehabilitierung der Altstadt von Aleppo
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Syrien
Politischer Träger: Stadtverwaltung von Aleppo
Gesamtlaufzeit: Oktober 1994 bis März 2007

Ausgangssituation

Seit Mitte der fünfziger Jahre verfällt die Altstadt von Aleppo: Weltkulturerbe, einst blühende Handelsmetropole unter der Herrschaft der Osmanen und eine der ältesten, durchgehend bewohnten Städte der Welt. Sie wurde lange vernachlässigt und kann dem kurzfristig ausgerichteten Modernisierungsdruck nicht standhalten. Die Hälfte der ehemals gut 200.000 Bewohner ist ausgewandert, viele der zurückgebliebenen Familien fürchten um ihre Wohnungen und verarmen zunehmend. Die größte Herausforderung besteht für Bewohner und Stadtverwaltung darin, gemeinsam die historische Bausubstanz und das über Jahrhunderte gewachsene sozio-kulturelle Gefüge zu erhalten und gleichzeitig eine moderne Lebens- und Arbeitswelt zu schaffen.

Ziel

Die Lebensbedingungen und Einkommenschancen der Bewohner Aleppos sollen verbessert werden. Dazu trägt der umfassende Sanierungs- und Entwicklungsplan bei, der den Verfall der Altstadt stoppt und dem Leben in Aleppo eine neue Dynamik verleiht.

Vorgehensweise

Die Bewohner von Aleppo erhalten Kleinkredite und kostenlose technische Beratung, um ihre Wohnhäuser instand zu halten oder zu sanieren. Durch die Erneuerung des Wasser- und Abwassernetzes wird die Versorgung mit sauberem Trinkwasser verbessert. Darüber hinaus wird verhindert, dass Wasser aus undichten Leitungen den Boden unter den Häusern aufweicht und die Fundamente gefährdet. In Zusammenarbeit mit Fachbehörden werden Einrichtungen der sozialen Infrastruktur geschaffen. Die Luftqualität wird verbessert, indem modernes Verkehrsmanagement den Zugang zu allen Altstadtteilen sichert und gleichzeitig den Durchgangsverkehr reduziert. Insgesamt sichert die Sanierung wichtige Standortbedingungen für die lokale Wirtschaft und den Erhalt des Lebensraums ‚Altstadt’. Ein tourismuspolitisches Leitbild soll sicherstellen, dass das touristische Potenzial besser genutzt werden kann, aber die sozio-kulturelle Authentizitaet der Stadt erhalten bleibt.

Die Stadtverwaltung wird den Prozess später selbständig fortsetzen können. Die in Aleppo gewonnen Erfahrungen werden anderen Städten des Landes zur Verfügung gestellt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Stadtverwaltung hat ein interdisziplinäres Verwaltungsteam (Directorate of the Old City) gebildet, das die Sanierungsarbeiten zunehmend eigenständig in die Hand nimmt. So konnten bereits 70 Prozent des Wasser- und Abwassersystems der Altstadt erneuert werden. Dies garantiert sauberes Trinkwasser und verhindert Gebäudeschäden durch undichte Wasserleitungen.

Die Altstadtbevölkerung bringt inzwischen engagiert eigene Verbesserungsvorschläge ein: In öffentlichen Anhörungen kam der Wunsch nach einer Gesundheitsstation und Kindergärten auf. Daher wurden zwei „Health Points“ eingerichtet, in denen die Bewohner des Viertels medizinisch versorgt werden. Auch ein erster Kindergarten wurde bereits eröffnet. Darüber hinaus nutzen die Altstadtbewohner Kleinkredite zur Sanierung ihrer Wohnhäuser. Etwa 20 Prozent des gefährdeten Gebäudebestands wurde bislang von seinen Bewohnern renoviert.

Private Investitionen nehmen in Aleppo zu, die Einwohnerzahl hat sich inzwischen stabilisiert. Zwischen 1945 und 1995 war sie um die Hälfte gesunken. Dieser Trend konnte umgekehrt werden: Innerhalb der vergangenen zehn Jahre stieg die Zahl der Altstadtbewohner um 15.000 Menschen.

Die syrische Regierung sieht in dem Projekt ein Referenzbeispiel für den Erhalt historischer Städte und modernes städtisches Entwicklungsmanagement. Daher hat die Regierung inzwischen auch anderen Städten im Land eine Übernahme des Sanierungs- und Entwicklungskonzeptes von Aleppo empfohlen.


Verwandte Themen

GIZ-Weltweit

Ansprechpartner


Herr Thomas Pritzkat
E-Mail: thomas.pritzkat@gtz.de
© © Copyright by GIZ. Alle Rechte vorbehalten.
Jobs und Karriere | Publikationen | Newsletter | Ausschreibungen | Presse | Kontakt | Sitemap | Login