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E-Mail: gerd.sippel@giz.de

Umweltgerechte und nachhaltige Stadtentwicklung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Umweltgerechte und nachhaltige Stadtentwicklung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: China
Politischer Träger: Provinzregierung von Jiangsu
Gesamtlaufzeit: Juni 2002 bis Mai 2007

Ausgangssituation

China, Stadtentwicklung: Dächer. © GTZ

Chinas Städte wachsen jährlich um etwa 13 Millionen Einwohner. Die rasche Urbanisierung stellt die Stadtverwaltungen vor enorme Herausforderungen. Die Menschen brauchen Wohnungen, Energie und Wasser. Steigender Wohlstand erhöht die Nachfrage zusätzlich. Ohne nachhaltige Stadtentwicklung drohen der Umwelt irreversible Schäden.

Ziel

Chinas Eco-City-Programm bietet ein Konzept zur ausgewogenen Steuerung des rasant fortschreitenden Urbanisierungsprozesses. Das Programm umfasst ökologische, soziale und ökonomische Aspekte und liefert innovative Lösungen für spezifische Herausforderungen wie etwa die Verbesserung der Qualität der Umwelt und der Lebensbedingungen der Stadtbewohner. Alte Stadtkerne werden erhalten, um soziale Strukturen und kulturelle Traditionen zu schützen und zu bewahren. Das Programm unterstützt die langfristige Nachhaltigkeit durch Einführung integrierter Lernsysteme und durch Verbesserung der Abstimmung zwischen den Schlüsselsektoren.

Die chinesischen Städte Yangzhou und Changzhou sind von den negativen Auswirkungen der rasant fortschreitenden Urbanisierung auf die Umwelt betroffen. Beide Städte bemühen sich derzeit darum, Modellstädte für eine nachhaltige Stadtentwicklung nach dem Eco-City-Konzept der chinesischen Umweltbehörde SEPA zu werden.

Vorgehensweise

Das Eco-City-Programm erbringt folgende Beratungsdienstleistungen für die Stadtverwaltungen von Yangzhou und Changzhou:

  • Verbesserung der Koordination zwischen relevanten Akteuren (z. B. Umweltbehörden und Stadtplanern), so dass Umweltbelange bei der Stadtentwicklung vorrangig berücksichtigt werden.
  • Etablierung nachhaltiger, modellhafter Lösungen in ausgewählten Umweltbereichen (etwa bei der Bewahrung alter Stadtkerne oder beim betrieblichen Umweltmanagement).
  • Bereitstellung praxisorientierter Kurse zu umweltgerechter Stadtentwicklung in Kooperation mit der Tongji-Universität in Shanghai.
  • Ausbau der Unterstützung einer umfassenden Entwicklungsstrategie im alten Stadtzentrum von Yangzhou (mit finanzieller Unterstützung der Allianz der Städte).

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Der Eco-City-Masterplan für Yangzhou wurde im August 2003 als der erste seiner Art von der SEPA genehmigt. Der kommunale Masterplan für Changzhou ist dem städtischen Umweltschutzamt zur Genehmigung vorgelegt worden.

Seit der Umsetzung hat sich die Gesamtfläche der öffentlichen Grünanlagen in Yangzhou um 26 % und in Changzhou um 52 % vergrößert.

In Yangzhou wurde der ursprünglich geplante Abriss alter Innenstadtviertel für den Bau einer neuen Durchgangsstraße gestoppt. Stattdessen wurde eine hochrangige Lenkungsgruppe eingerichtet, die für eine „behutsame“ Stadterneuerung eintritt.  Eine Kofinanzierungsvereinbarung mit der Allianz der Städte gibt dem Eco-City-Programm die Möglichkeit, das gesamte historische Zentrum von Yangzhou durch eine umfassende Entwicklungsstrategie zu fördern. Im Oktober 2006 wurde der Stadt für ihre Bemühungen der „Scroll of Honour Award“ von UN Habitat verliehen.

Das Eco-City-Programm setzt sich auch für eine umweltgerechte Produktion ein. Bis jetzt haben 20 regionale Unternehmen Maßnahmen des betrieblichen Umweltmanagements umgesetzt. Die örtlichen Behörden haben in Dutzenden von Unternehmen die Umweltstandards überprüft.

Vertreter zahlreicher Stadtverwaltungen kommen nach Yangzhou, um sich über das Eco-City-Konzept zu informieren. 250 Teilnehmer aus 40 Städten nahmen an einer vom Programm veranstalteten Konferenz zur umweltgerechten Stadtentwicklung teil.

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