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Unterstützung der Dezentralisierung des Gesundheitssystems im Bereich reproduktiver GesundheitProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Unterstützung der Dezentralisierung des Gesundheitssystems im Bereich reproduktiver Gesundheit
AusgangssituationDer Zugang zu medizinischer Grundversorgung ist für die ländliche Bevölkerung Marokkos mangelhaft. 43 Prozent von ihnen leben mehr als sechs Kilometer von einer Gesundheitsstation entfernt. 60 Prozent der Frauen landesweit haben große Probleme beim Zugang zur ärztlichen Versorgung; nicht zuletzt weil ein Arztbesuch aufgrund ihrer Rolle in den Familien und gegenüber den Ehemännern nicht selbstverständlich ist. In den Provinzen Taza, Al Hoceima und Taounate (Region TAT) ist die Gesundheits- und Vorsorgesituation besonders schlecht. Jugendliche erhalten im konservativen ländlichen Umfeld keine Unterstützung bei Fragen der sexuellen Gesundheit und Vorsorge. Aufgrund der Streulage der Siedlungen sind die staatlichen Gesundheitseinrichtungen nur schwer erreichbar. Die Arbeitsprozesse sind bei unzureichender Personalausstattung ineffizient organisiert und qualitativ unzureichend. Angesichts dieser Herausforderungen hat das Gesundheitsministerium den Aktionsplan 2008-2012 ausgearbeitet, der unter anderem den verbesserten Zugang von Frauen zu Basisgesundheitsdiensten vorsieht, um Mütter- und Säuglingssterblichkeit zu verringern. ZielHinsichtlich der reproduktiven Gesundheit entspricht das Gesundheitssystem dem Bedarf der Bevölkerung. VorgehensweiseDas Gesundheitsprojekt trägt zur Dezentralisierung der Gesundheitsdienste bei und fügt sich in die nationalen Strategien 2003-2007 und 2008-2012 des marokkanischen Gesundheitsministeriums ein. Es unterstützt die qualitative Verbesserung der Gesundheitsdienste durch Qualitätsmanagement auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Die zielgerichtete Zusammenarbeit der zuständigen Ministerien bei Jugendgesundheit und HIV/Aids-Prävention sowie die Konsolidierung eines gemeindebasierten Ansatzes für schwer zugängliche Gebiete werden unterstützt. Das Projekt erstellt Studien zur Verbesserung der Gesundheitsdienste und Leitfäden zur Jugendgesundheit. Monatlich finden zielgruppenspezifische Coachings, Workshops und Seminare für Frauen, Männer, Jugendliche und medizinische Fachkräfte aus dem Gesundheitsministerium statt. Zum Abschluss des Vorhabens wird das Partnerministerium dabei unterstützt, erfolgreiche Ansätze institutionell zu verankern, um sie auch zukünftig weiterführen zu können. In Seminaren und Strategieworkshops werden Verantwortlichkeiten und die Arbeitsteilung zwischen den Abteilungen und Leitungsebenen abgestimmt. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeDurch den gemeindebasierten Ansatz haben Frauen in der Region TAT besseren Zugang zu Verhütungsmitteln und zu Informationen über Familienplanung. Frauen und Männer sind über gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit Sexualität, Schwangerschaft und Kinderbetreuung besser informiert und nehmen die Angebote der Gesundheitseinrichtungen stärker wahr. Weitere zehn Provinzen haben gemeindebasierte Konzepte an ihre lokalen Gegebenheiten angepasst. Der Ansatz wurde außerdem in ein Handbuch des Gesundheitsministeriums übernommen. Er kann so auch in anderen Regionen angewandt werden, zum Beispiel im Rahmen der marokkanischen nationalen Initiative für menschliche Entwicklung (Initiative Nationale pour le Développement Humain – INDH). Der nationale Wettbewerb zur Qualitätsverbesserung (Systemic Quality Improvement – SQI) hat erfolgreich zur Förderung des Qualitätsmanagements in Gesundheitseinrichtungen beigetragen. Die ersten beiden Runden des Wettbewerbs 2007 und 2008 haben einen dynamischen Prozess angestoßen, der bei der Umsetzung auf allen Ebenen spürbar ist. Alle am Wettbewerb beteiligten Krankenhäuser und Gesundheitsstationen haben Verbesserungsmaßnahmen für ihre Dienstleistungen entwickelt. Mehr als die Hälfte davon werden bereits umgesetzt. Das Partnerministerium hat den nationalen Wettbewerb zur Qualitätsverbesserung als erfolgreiches Instrument anerkannt und 2009 auch für die Diagnosezentren für Tuberkulose und Atemwegserkrankungen eingeführt.
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