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Naturressourcenmanagement und Regionalentwicklung im Südosten Mexikos

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Naturressourcenmanagement und Regionalentwicklung im Südosten Mexikos
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mexiko
Politischer Träger: Schutzgebietsverwaltung Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegídas (CONANP)
Gesamtlaufzeit: Februar 2004 bis Januar 2008

Ausgangssituation

Mexiko, Campesino. © GTZ

Unkontrollierte Umwandlung von Waldflächen in Acker- und Weideland und nicht standortgerechte Bewirtschaftung sind seit vielen Jahren im Südosten Mexikos zu beobachten. Gefährdet sind die Vielfalt von Flora und Fauna, aber auch die Zukunftsperspektiven der Bevölkerung, die auf die Nutzung der natürlichen Ressourcen angewiesen ist. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressourcen wird vielfältig behindert: durch widersprüchliche Ziele der zuständigen Organisationen, ihre geringe Kooperationsbereitschaft untereinander, ihre Allianzen mit schwach legitimierten Bauernführern. Es dominieren bilaterale Vereinbarungen und Absprachen zwischen staatlichen Fachverwaltungen und bäuerlichen Interessensgruppen, in deren Mittelpunkt der Zugriff auf staatliche Fördermittel steht. Inhalte und fachliche Ausrichtung der geförderten Projekte, Übereinstimmung von Arbeitsweisen und Zielen sowie Umweltverträglichkeit haben nachrangige Bedeutung. Für den erfolgreichen Interessensausgleich zwischen den verschiedenen Akteuren fehlen Instrumente und Erfahrungen.

Ziel

In gemeinsamen Planungs- und Abstimmungsprozessen legen Vertreter unterschiedlicher Organisationen und Interessensgruppen die Grundlagen für die Steuerung eines nachhaltigen Ressourcen- und Regionalmanagements.

Vorgehensweise

Das Projekt wendet sich an Institutionen und Organisationen mit Einfluss und politischer Gestaltungskraft auf lokaler und bundesstaatlicher Ebene. Für das Biosphärenreservat Calakmul im Bundesstaat Campeche sind dies vor allem die zuständige Schutzgebietsverwaltung Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegídas (CONANP) und der kommunale Entwicklungsbeirat Consejo Municipal de desarrollo rural sostenible (CMDRS) in Calakmul. Gestärkt werden soll dessen Kompetenz, die Weichen für eine nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung mit regionaler Entwicklungsperspektive zu stellen. Im Vordergrund der Beratung steht die Erarbeitung von Planungs- und Steuerungsinstrumenten. Sie erleichtern den politisch-sozialen Aushandlungsprozess zwischen den Interessen und Ressourcenansprüchen unterschiedlicher Akteure und beleben zugleich die Nachhaltigkeitsdebatte. Der sektorübergreifende Politikdialog über Entwicklungs- und Umweltstrategien wird so von der zentralstaatlichen Ebene auf den lokalen Schauplatz verlegt, wo konkrete Handlungen und Richtlinien vereinbart werden können.

Die Erarbeitung von Nachhaltigkeitskriterien als Instrument für die Steuerung der Bodennutzung steht im Mittelpunkt. Um abstrakte Leitbilder anschaulich zu machen, werden die bislang praktizierten land- und forstwirtschaftlichen Produktionssysteme auf den Prüfstand gestellt. Produktionssysteme, die den Nachhaltigkeitskriterien nicht standhalten, müssen zukünftig umgestaltet werden, um staatliche Fördermittel zu erhalten. Die Mitglieder des CMDRS müssen unterschiedliche Vorstellungen zusammenführen: Naturschützer sorgen sich um schädliche Auswirkungen der Bodennutzung auf die Umwelt, Bauernorganisationen und Agrarverwaltung stellen Rentabilität und Produktionsverfahren in den Vordergrund. Standortbezogene Kriterien können hier einen Interessensausgleich schaffen. In einem Raumordnungsplan für die Gemeinde Calakmul werden daher Flächen ausgewiesen, auf denen die landwirtschaftliche Nutzung andere Landschaftsfunktionen nicht beeinträchtigt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Im Umfeld des Standorts Calakmul identifizieren sich zahlreiche Akteure mit dem Vorgehen des Projekts und verstehen sich zunehmend als Steuerungsgruppe, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen: Neben der Gemeinde selbst sind es lokale Vertreter des Landwirtschafts- und des Umweltministeriums, Nichtregierungsorganisationen aus dem Bereich Naturschutz, Vertreter der Nationalen Kommission für die Entwicklung der Indigenen Bevölkerung (CDI) und des Ministeriums für Soziale Entwicklung (SEDESOL). Eine als Verhaltenscode geltende Vereinbarung hat Interesse weit über die Gemeindegrenzen hinaus geweckt. Unter anderem sind die Secretaría de Obras Publicas y Comunicación (SEOPC) und die Secretaría de Ecología an den Ergebnissen und einer möglichen Anwendung der Instrumente in allen elf Flächengemeinden des Bundesstaats Campeche interessiert.

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