Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Fußball und Entwicklungszusammenarbeit. Rote Karte für GewaltKolumbien: In dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land üben sich Jugendliche beim „Friedensfußball“ in Toleranz und gegenseitigem Respekt Ein Fußball, zwei Teams, Tore auf beiden Seiten des Spielfelds – auf den ersten Blick findet hier ein normales Fußballspiel statt. Doch die Kinder und Jugendlichen aus der Barackensiedlung „Kommune 4“ am Stadtrand von Bogotá spielen „Friedensfußball“. Auf Spanisch wird das Spiel Golombiao genannt, eine Zusammensetzung aus Tor (Gol) und Kolumbien (Colombia). Viele der Jugendlichen sind mit ihren Familien vor dem bewaffneten Konflikt hierher geflohen, der seit 40 Jahren zwischen der Regierung und aufständischen Gruppen herrscht. Auch in ihrem Alltag spielt Gewalt oft eine Rolle, in den Familien oder bei Auseinandersetzungen zwischen Jugendbanden. Aber auf dem Fußballplatz können sie normale, ausgelassene Mädchen und Jungen sein – die sich freiwillig klaren Regeln unterwerfen. Ein Team besteht beim Golombiao aus mindestens vier Frauen und vier Männern. Das erste Tor muss immer von einer Frau geschossen werden. „So entsteht bei den Jungs richtig Respekt für uns Mädchen“, berichtet die Spielerin Andrea Delgado stolz. Es gibt keinen Schiedsrichter, sondern einen Berater, der das Spiel leitet. Gemeinsam mit dem Berater einigen sich die Teams vorab auf zusätzliche Spielregeln. Die Jugendlichen achten darauf, dass die Regeln eingehalten werden – schließlich haben sie sie selbst aufgestellt. So lernen sie, über Probleme zu diskutieren. „Viele Jugendliche hier wissen gar nicht, wie sie mit Konflikten umgehen sollen“, berichtet Luis Alberto Jaramillo, Golombiao-Trainer in der Provinz Caldas. „Das erste, was ihnen in den Kopf kommt, wenn sie ein Problem haben, ist: Komm, dem verpassen wir eine. Dem versetzen wir einen Stich mit der Machete.“ Golombiao zeigt den Jugendlichen Wege auf, wie sie Konflikte ohne Gewalt lösen können. Mit Erfolg: Wo das Spiel Fuß gefasst hat, ist die Zahl gewalttätiger Jugendbanden zurückgegangen. Bisher haben 17.000 Jugendliche in 85 kolumbianischen Gemeinden Golombiao gelernt. Und es sollen noch mehr werden: Im Mai 2010 haben das Präsidialamt, UNICEF und die GTZ beschlossen, das Spiel bei 3000 Jugendlichen einzusetzen, die Mitglieder illegaler bewaffneter Gruppen waren. Das soll ihnen dabei helfen, in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Die GTZ unterstützt die Golombiao-Initiative seit 2007 im Rahmen des Programms Friedensentwicklung durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft (CERCAPAZ – Cooperación entre Estado y Sociedad Civil para el Desarrollo de la Paz). |
AktuellesFußball und Entwicklungszusammenarbeit. Training fürs Leben Südafrika: Beim Fußball lernen Jugendliche mehr als nur Dribbeln und Elfmeter Fußball und Entwicklungszusammenarbeit. Ein Kick für Armutsbekämpfung?
Bonn: Gesprächsreihe von GTZ und Rheinischem Merkur Im Blickpunkt |