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Herr Xu Zhiyong
E-Mail: zhiyong.xu@giz.de

Nachhaltige Stadtentwicklung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm Nachhaltige Stadtentwicklung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: China
Politischer Träger: Department of Science and Technology, Ministry of Housing and Urban-Rural Development (MOHURD)
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2011

Ausgangssituation

Umfang und Tempo des Städtewachstums in China machen das Land auf Jahre hinaus weltweit zur Nummer eins im Städtebau. Durch Stadterneuerungs- und Neubauprojekte wird China in den nächsten 40 Jahren voraussichtlich eine städtische Fläche von der Größe aller Städte Nordamerikas und Westeuropas zusammen bebauen. Städtebauliche Maßnahmen dieser Dimension wirken sich weltweit auf Klimawandel, Umwelt und den Baustoffhandel aus. Zudem werfen sie eine Reihe Fragen zur Nachhaltigkeit im Land selbst auf, etwa in Bezug auf die Verfügbarkeit von Land und natürlichen Ressourcen, den Schutz des kulturellen Erbes, auf soziale Integration und Infrastrukturfinanzierung. Diesen Fragen begegnet das Programm „Nachhaltige Stadtentwicklung“ mit der Einführung von Verfahren integrierter Stadtentwicklung, die Ressourcen schonen und die Instandsetzung von Gebäuden fördern.

Ziel

Das Leistungsvermögen mehrerer chinesischer Mittelstädte ist gestärkt, so dass sie Maßnahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung erarbeiten und umsetzen können.

Vorgehensweise

Umgesetzt wird das Programm in den Städten Baise (Provinz Guangxi), Foshan (Guangdong), Huainan (Anhui), Jinhua (Zhejiang), Kunming (Yunnan) und Shouguang (Shandong). Es fördert nachhaltige Stadtentwicklung in einem Mehrebenenansatz, der Projektförderung mit nationaler Politikberatung und der landesweiten Verbreitung der neuen Konzepte verknüpft.

Das Programm unterstützt die Städte dabei, Projekte zur integrierten Sanierung von Stadtgebieten zu benennen und zu konzipieren. Ferner berät es das Bauministerium (Ministry of Housing and Urban-Rural Development – MOHURD) und die China Society for Urban Studies (CSUS) und befähigt sie, der Entwicklung von Städten eine ökologisch tragfähige Richtung mit geringen Kohlenstoffemissionen zu geben. Das beinhaltet politischen Dialog, praxisorientierte Forschung und den Austausch von Expertenmeinungen und Erfahrungen auf internationaler Ebene. Gemeinsam mit dem Bauministerium und der CSUS veranstaltet das Programm Gesprächsrunden und Konferenzen zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung. Viele Veranstaltungen dienen dem Austausch erfolgreicher Projektbeispiele und Methoden (Best Practices) mit städtischen Entscheidungsträgern aus dem ganzen Land, die zusätzlich an entsprechenden Fortbildungskursen der Nationalen Trainingsakademie für Bürgermeister in China teilnehmen können.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die sechs Partnerstädte verfolgen bei der Stadterneuerung neue Strategien. Statt Entwicklung „auf der grünen Wiese“ zu betreiben, sanieren sie bereits vorhandene Stadtgebiete. Die zuständigen Kommunalbeamten richten sich nach Nachhaltigkeitskriterien. So achten sie auf integrierte Planungsprozesse, die Einbeziehung lokaler Akteure und die Anwendung ökologischer Gestaltungs- und Technologieprinzipien. Bis Ende 2010 hatten die öffentliche Hand und lokale Planungsbüros in fünf Städten vorläufige Planungsmodelle entwickelt, die sich an internationalen Best Practices orientieren.

Drei Städte forderten Einwohner und zivilgesellschaftliche Akteure dazu auf, in der Planungsphase ihre Sichtweisen darzulegen. In Baise wurden Einwohner über einen kommunalen Planungsworkshop einbezogen, durch den sie nicht aus der Altstadt wegziehen müssen. So konnten sie sich in die Sanierungsmaßnahmen einbringen und von ihnen profitieren.

Alle Städte befürworten inzwischen ökologische Planungsgrundsätze und Technologien. Die Stadt Jinhua wird die Häuser in ihrem alten Stadtkern renovieren und dabei die Energieeffizienz steigern, während Huainan Pläne zur Umnutzung einer ehemaligen Bergbaufläche um Konzepte für Energie-, Wasser- und Prozessmanagement erweitert hat. Mittlerweile haben weitere Städte ihr Interesse an den angewendeten Verfahren signalisiert, vor allem an den partizipativen Ansätzen zur Altstadtsanierung.

Auf der Politikebene hat das Programm zusammen mit dem Bauministerium eine Reihe von Gesprächsrunden veranstaltet. Sie beleuchteten nationale und internationale Ansätze einer Kommerzialisierung öffentlicher Energieversorger und eine kohlenstoffarme Stadtentwicklung.

Mit Unterstützung des Programms untersuchte die Stadt Yangzhou, wie sich Gebäude im öffentlichen Eigentum in ihrem alten Stadtkern verwalten lassen und wie ihre Sanierung finanziert werden kann. Hier leben überwiegend ältere Menschen und ökonomisch benachteiligte Gruppen. Nach intensiven Gesprächen mit der Regierung, Anwohnern und Fachleuten wird jetzt eine Politik formuliert.

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