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Frau Birgit Thomann
E-Mail: birgit.thomann@gtz.de

Erneuerung der beruflichen Bildung und Weiterbildung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Erneuerung der beruflichen Bildung und Weiterbildung
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kosovo
Politischer Träger: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie
Gesamtlaufzeit: Juli 2000 bis Dezember 2009

Ausgangssituation

Das Berufsbildungssystem in Kosovo befindet sich im Reformprozess. Die Berufsbildungsreform findet vor dem Hintergrund einer sehr hohen Jugendarbeitslosigkeit statt: Mehr als die Hälfte der registrierten Arbeitslosen sind Jugendliche. Im April 2006 wurde das Berufsbildungsgesetz zur Regelung der formellen, für alle Bevölkerungsgruppen zugänglichen Berufsausbildung verabschiedet. Ziel ist eine dem aktuellen und zukünftigen Bedarf der Wirtschaft entsprechende Ausbildung an den Berufsschulen. Der EU-Kompatibilität der Ausbildung wird dabei besondere Bedeutung beigemessen. Die Attraktivität des Standorts Kosovo für Investoren und die Mobilität der Arbeitskräfte sollen so erhöht werden. Die Strategie der voruniversitären Bildung 2007 bis 2017 legt einen weiteren Grundstein zur Entwicklung eines Bildungssystems, in dem die Sicherung von Qualität und Effektivität im Sinne der EU-Harmonisierung eine wesentliche Rolle spielt. Die praktische, betriebsgestützte Ausbildung wird derzeit erst unzureichend umgesetzt. Die private Wirtschaft ist noch nicht systematisch an Planung und Durchführung der beruflichen Bildung beteiligt.

Ziel

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie (MBWT) hat ein tragfähiges, nach europäischen Grundsätzen ausgerichtetes berufliches Aus- und Fortbildungssystem etabliert. Das Angebot der Schulen ist auf berufliche Handlungsfähigkeit ausgerichtet, sodass sich die Beschäftigungsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen öffentlicher Berufsschulen verbessert hat.

Vorgehensweise

Das Projekt ist Teil des Förderschwerpunkts „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung“ der Entwicklungszusammenarbeit mit Kosovo.

Die Abteilung Berufliche Bildung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Technologie (MBWT) wird beim Aufbau von Strukturen für die Steuerung, Koordinierung und Qualitätssicherung der beruflichen Grundbildung beraten. Förderschwerpunkt ist die Mitwirkung zur Verbesserung der institutionellen Rahmenbedingungen an den beruflichen Sekundarschulen. Fach- und Führungskräfte der technischen Sekundarschulen und Ausbildungszentren werden fortgebildet; der Übergang von der beruflichen Erstausbildung in den Beruf wird unterstützt.

Staatliche Bildungsträger und die Wirtschaft werden motiviert, Bildungsinvestitionen als zentralen Beitrag zur Sicherung einer größeren wirtschaftlichen Autonomie und als Vorbereitung auf den bevorstehenden europäischen Wettbewerb zu begreifen. Die Schwerpunkte liegen auf der Curriculumentwicklung, der methodischen und fachlichen Lehrerweiterbildung sowie der Entwicklung des Prüfungswesens. Alle Maßnahmen sind so geplant, dass die Entscheidungs- und Funktionsträger ihre Erfahrungen eigenverantwortlich umsetzen und als Multiplikatoren weitervermitteln können.

Das Projekt, das die GTZ im Auftrag des BMZ durchführt, unterstützt, insbesondere in Absprache mit der EU, die Bildungsstrategien des Kosovo (2007 bis 2017) und fügt sich in die Aktivitäten der übrigen Geber ein. Berufliche Bildungsprojekte werden koordiniert und die Vorgehensweise mit anderen Beteiligten abgestimmt, zum Beispiel mit der EU und Swisscontact, der Entwicklungsorganisation der Schweizer Wirtschaft.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Der politische Wille zum Wandel hin zu praxis- und bedarfsorientierter beruflicher Grundbildung wurde gestärkt. Das für die Berufsbildung zuständige Ministerium verfügt zunehmend über die fachlich-technischen Kapazitäten, um an den öffentlichen Berufsschulen die Voraussetzungen für eine Umsetzung der Berufsbildungsreform zu schaffen. Seit 2004/2005 arbeiten alle Berufsschulen in Kosovo nach Curricula, die gemeinsam mit der Privatwirtschaft erarbeitet wurden. Die Zusammenarbeit zwischen den hoheitlichen Bildungsträgern und den Sozialpartnern wird institutionalisiert. Unternehmen zeigen wachsendes Interesse und Bereitschaft, sich an den Reformen der Berufsbildung zu beteiligen. Auf die zunehmend anspruchsvolleren Aufgaben des Schulmanagements sind alle Berufsschulleitungen und schulischen Führungskräfte grundlegend vorbereitet. Die Berufsschullehrerinnen und -lehrer sind in modernen Lehr- und Lernmethoden sowie in didaktischen Grundlagen weitergebildet, sodass sie nun schülerzentrierter unterrichten.


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