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E-Mail: martin.ott@giz.de

Programm zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung für den Frieden in der Casamance

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung für den Frieden in der Casamance
Finanzier: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Senegal
Politischer Träger: Ministère de l'Agriculture
Gesamtlaufzeit: 2004 bis 2015

Ausgangssituation

Frauen im Reisfeld © GTZ

Trotz Reichtums an natürlichen Ressourcen gehört die einst als „Reiskammer“ des Senegals bekannte Casamance zu den ärmsten Regionen des Landes. Seit fast 30 Jahren liefert sich eine Unabhängigkeitsbewegung zum Teil gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Zentralregierung. Mehr als 800.000 Menschen sind bislang von dem Konflikt direkt oder indirekt betroffen. Die Infrastruktur verkommt, der wirtschaftliche Austausch ist blockiert.

Die kriegsmüde Bevölkerung wünscht sich ausdrücklich eine Rückkehr zur Normalität. Sie unternimmt zwar entsprechende Anstrengungen, verfügt jedoch nicht über ausreichende Kompetenzen und Strukturen, um nachhaltig zum Friedensprozess und zum sozialen und ökonomischen Wiederaufbauprozess der Casamance beizutragen.

Ende 2004 wurde zwischen der Regierung und den Rebellen ein Friedensabkommen unterzeichnet. Die senegalesische Regierung steuert den politischen Friedensprozess und hat mit Unterstützung der Weltbank das Wiederaufbauprogramm PRAESC (Programme de Relance des Activités Economiques et Sociales en Casamance) konzipiert, das internationale Organisationen wie die GIZ unterstützen.

Ziel

In der Casamance sind Voraussetzungen für eine Befriedung der Region und ihre nachhaltige Entwicklung geschaffen. Die Teilhabe der Bevölkerung an der Konfliktminderung und der Stabilisierung der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen wurde dazu gestärkt.

Vorgehensweise

Eine Gruppe von Frauen verarbeitet Samen zu Palmöl. © GTZ

Die Beratungsstrategie der GIZ beruht auf einem ganzheitlichen Ansatz, der die Förderung des sozialen Dialogs mit sozioökonomischer Unterstützung verbindet.

Die GIZ fördert lokale Friedeninitiativen und Maßnahmen zur Reintegration von Rückkehrern. Methoden der Verhandlung zwischen Bevölkerung, Rebellen und der Regierung werden entwickelt, die die Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben auf lokaler Ebene festlegen. Leistungsfähige Dienstleister- und Mittlerorganisationen mit Kompetenzen in Konfliktmanagement, Mediation, Analyse- und Verhandlungsfähigkeit werden ausgebildet.

In enger Zusammenarbeit mit der KfW Entwicklungsbank werden der Wiederaufbau sozialer und wirtschaftlicher Infrastruktur sowie die landwirtschaftliche Produktion und andere Einkommensquellen gefördert.

Die GIZ fördert das Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Bevölkerung. Sie unterstützt das staatliche Wiederaufbauprogramm PRAESC und berät die zuständige nationale Agentur für wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbau, Agence Nationale de Relance des Activités en Casamance (ANRAC). Darüber hinaus fördert sie die Zusammenarbeit der Entwicklungsakteure vor Ort und sensibilisiert andere Geberorganisationen für die Beteiligung der Bevölkerung an diesem Prozess. Die Programmkomponente "Lokale Wirtschaftentwicklung" wird von der Consultingfirma Arge GOPA/AFC durchgeführt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die zunehmenden Friedensinitiativen der Bevölkerung sicherten trotz zeitweiliger politischer Rückschläge eine gewisse Stabilität. In nahezu allen Gemeinden der Casamance hat die GIZ zusammen mit der Bevölkerung Mechanismen und Strukturen zur Konfliktbearbeitung eingeführt. Diese Initiativen haben mehrfach die Eskalation der Gewalt verhindert.

Von den über 50.000 Geflüchteten und Vertriebenen sind bereits mehr als 60 Prozent zurückgekehrt, was ihnen durch den Bau von Schulen und Gesundheitseinrichtungen erleichtert wurde. Mit Kleinstaudämmen und ausgewähltem Saatgut konnten Viehweiden verbessert und die Reisproduktion erhöht werden.

Die GIZ hat politische Entscheidungsträger und die Mitarbeiter in den staatlichen Einrichtungen für die spezifische Krisen- und Konfliktsituation in der Casamance sensibilisiert. Konfliktmindernde Methoden wurden bereits von zahlreichen staatlichen und privaten Organisationen übernommen.

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